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Stadt Hannover Nabu will wieder Kreuzkröten in der Wietzeaue ansiedeln
Aus der Region Stadt Hannover Nabu will wieder Kreuzkröten in der Wietzeaue ansiedeln
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00:20 19.04.2019
"Neues Leben, wo einst Panzer fuhren“: Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Kugelfangtrift Hannover werden wertvolle Lebensräume für Kröten und Echsen aufgewertet. Quelle: Rainer Dröse
Langenhagen

Das ehemalige Truppenübungsplatzgelände in Vahrenheide zwischen Kugelfangtrift und Autobahn 2 ist das letzte Gebiet in Hannover, in dem noch Kreuzkröten leben. Weil das Gelände mit Birken, Erlen, Weiden und Sträuchern zuwuchs und der Lebensraum für die Amphibien deshalb akut bedroht war, haben der Bund, das Land Niedersachsen und die Region kurzfristig eingegriffen. Mit im Boot ist auch der Naturschutzbund (Nabu) Langenhagen. „Wir hoffen, dass wir von dort Kreuzkröten in die Wietzeaue umsiedeln können“, sagt der Vorsitzende Ricky Stankewitz.

Panzer haben den Lebensraum gestaltet

Das Areal im Schatten der Autobahn ist seit dem Expo-Jahr Landschaftsschutzgebiet. Weil dort früher Panzer fuhren und ihre Spuren hinterlassen haben, ist ein Lebensraum für Amphibien entstanden – für Grasfrösche, Molche, Erdkröten und eben auch für die Kreuzkröte als kleinste heimische Krötenart. „In den alten Senken bilden sich Pfützen, die man in der Natur sonst nicht mehr so häufig findet“, sagt Reinhild Muschter vom Team Naturschutz der Region. Damit Tiere überleben können, ist nicht nur gerodet, sondern sind auch rund 30 Laichgewässer unterschiedlicher Größe entweder neu angelegt oder umgestaltet worden.

Der Nabu Langenhagen hatte sich laut Stankewitz schon seit 2016 um das Areal gekümmert und mit Schulklassen und der eigenen Jugendgruppe Pflegearbeiten durchgeführt. „Das war aber auf Handarbeit beschränkt und hat nicht gereicht“, sagt er. Seit Januar sind auf dem Gelände Maschinen zum Roden und zum Anlegen der Gewässer eingesetzt worden.

Kreuzkröten brüllen

Stankewitz hat dort eine Bestandserhebung gemacht. „Die nachtaktiven Kreuzkröten geben ein ziemlich hässlich klingendes Gebrüll von sich, deshalb kann man sie gut erkennen“, erklärt er. Die Bilanz: Es leben dort noch 26 Männchen und etwa ein Dutzend Weibchen.

In Langenhagen hatte es früher eine Population in der Wietzeaue gegeben, aber die ist irgendwann im Zeitraum zwischen 1997 und 2005 endgültig ausgestorben. Der Nabu richtet zur Zeit in Absprache mit der Stadt Teiche im Wietzepark her, weitere entstehen auf Kompensationsflächen für den Kiesabbau. „So bildet sich ein Biotopverbund zwischen Reuterdamm und Krähenwinkel“, sagt Stankewitz.

Ob Kreuzkröten dorthin umsiedeln können, hängt laut Stankewitz an zwei Punkten: Erstens müsse gentechnisch untersucht werden, ob der Bestand in Vahrenheide gesund sei, also nicht zu sehr durch Inzucht beeinträchtigt. Zweitens komme eine Umsiedlung nur dann in Frage, wenn die vorhandene Population an der Kugelfangtrift dadurch nicht gefährdet wird. „Ich denke, dass wir im Sommer mehr wissen“, sagt der Nabu-Vorsitzende.

Von Bernd Haase

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