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Stadt Hannover Andreasen, der Hoffnungsträger
Aus der Region Stadt Hannover Andreasen, der Hoffnungsträger
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00:15 28.02.2015
Von Norbert Fettback
„Jetzt zählen nur die Punkte“: Leon Andreasen, hier im Trainingsduell mit Salif Sané, will 96 unbedingt helfen. Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Zeit genug wäre ja gewesen. Zum Beispiel um ein Buch zu schreiben, auch an Stoff würde es Leon Andreasen nicht mangeln. Und einen Titel hätte er auch schon. „Zur Hölle und zurück“, unter diesem Motto könnte er seine 96-Erinnerungen gut zusammenfassen, wie der 31-Jährige am Mittwoch mit einem Lächeln in Anspielung auf seine unglaubliche Verletzungsmisere bemerkte.

Auf die „Roten“ möchte Andreasen das nicht beziehen, für die er seit 2009 spielt und mit denen er am Sonnabend (Anstoß ist um 15.30 Uhr) vor dem wohl bislang wichtigsten Spiel in dieser Saison steht. Dann ist der Letzte der Fußball-Bundesliga, der VfB Stuttgart, zu Gast in Hannover. Ein Klub aus der Tabellenregion, die so etwas wie die Hölle ist. Wer will schon ins sportliche Fegefeuer?

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„Jeder muss wissen, dass dieses Spiel verdammt wichtig ist“, sagt Andreasen, der gerade das jüngste Kapitel seiner Leidensgeschichte beendet hat, die in Hannover beispiellos ist. Vorigen Sonnabend hat er beim 1:1 in Köln überraschend sein Comeback gegeben. Auch wenn es nur ein einminütiger Einsatz in der Nachspielzeit war und 96 sich mit einem Punkt begnügen musste, so sagten die Gefühle des Mittelfeldspielers etwas anderes aus. „Für mich persönlich war das ein Sieg“, meint Andreasen. „Denn ich habe eine harte Zeit hinter mir. Nicht nur wegen der Verletzung, sondern auch privat.“

Erst der Bänderanriss, der nach dem Hinspiel in Stuttgart für die neuerliche monatelange Pause sorgte. Dann Anfang dieses Jahres die Trennung von seiner Frau Annabelle: Der Himmel meinte es nicht gut mit ihm. Nun scheint es zumindest sportlich wieder voranzugehen. Er habe keinerlei Beschwerden mehr, sagt Andreasen, er fühle sich fit.

So fit, dass er seiner Mannschaft, die in der Liga als Tabellenzehnter der Hölle langsam näher zu kommen scheint, übermorgen mehr zur Seite stehen kann als unlängst in Köln? Vielleicht von Anfang wie zuletzt in Stuttgart im September 2014? Der Fußballprofi, der so viel durchgemacht hat, hütet sich, Ansprüche zu stellen. „Das entscheidet der Trainer“, merkt er an. „Ich kann das schwer sagen.“ Dass er schon gern von Beginn an dabei wäre, das stellt er nicht infrage. „Ich bin nicht Fußballer geworden, um auf der Bank zu sitzen. Und ich möchte der Mannschaft gern etwas zurückgeben.“

Klar ist auch: So einen wie Andreasen kann Hannover 96 in der gegenwärtigen kritischen Lage gut gebrauchen. Wenn er denn das einbringen kann, was man aus den Vorjahren von ihm als fittem Spieler in Erinnerung behalten hat: wie er in die Zweikämpfe geht, oder dass er auch mal versucht, den Ball aus der Distanz ins Tor zu befördern.

Andreasen hatte genug Zeit, sich draußen Gedanken zu machen, warum die „Roten“ in diesem Jahr in die Bredouille gekommen sind und nun auf Teufel komm raus gegen Stuttgart gewinnen müssen. Erst habe 96 ganz gut gespielt, was sich aber nicht in den Ergebnissen niedergeschlug. Die beiden jüngsten Spiele seien dann „nicht so toll“ gewesen. Höchste Zeit, das zu ändern.

„Jetzt zählen nur Punkte“, sagt Andreasen. Ein Sieg brächte auch Selbstvertrauen zurück. Auf diese Weise sei es einfacher, in der Liga insgesamt die Kurve zu bekommen. Ginge es nach Andreasen, dann ist das gar nicht so schwer. „Wir müssen in mancher Situation eher das Tor suchen“, sagt er. Auch wenn das im Spiel vielleicht nicht so schön aussehe. „Gewinnen, dann ist alles gut“, sagt er. Auch das könnte der Titel eines Buches sein.

Die Krankenakte

Großes Verletzungspech: Obwohl er seit dem 30. Januar 2009 für 96 spielt, hat Leon Andreasen erst 61 Ligaspiele (9 Tore) bestritten. Seine Krankenakte ist voll, in ihr stehen ein Kreuzbandriss (2012), eine Schambeinentzündung (2009), zwei Muskelfaserrisse (2010) und zuletzt ein Sehnenteilanriss. Immer wieder machten dem Dänen auch Leistenprobleme zu schaffen, von April 2010 bis März 2012 fiel er deshalb 701 Tage aus und kämpfte sich trotzdem wieder zurück ins Team – bis zum nächsten Rückschlag.

hr

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