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Stadt Hannover Soll Hannover eine Helmut-Schmidt-Straße bekommen? Das sagen HAZ-Leser
Aus der Region Stadt Hannover Soll Hannover eine Helmut-Schmidt-Straße bekommen? Das sagen HAZ-Leser
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14:03 15.02.2020
Ein Bild aus früheren Tagen: Der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) gestikuliert während einer Rede im Jahr 1979. Quelle: Fritz Fischer/dpa
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Hannover

Was halten die Hannoveraner von dem SPD-Vorschlag, eine Straße der Landeshauptstadt nach dem früheren Bundeskanzler Helmut Schmidt zu benennen? Hier eine Auswahl von Leserbriefen zu dem Thema:

Name ist kein Tauschobjekt

Waldemar Kiefer, Lehrte: Wäre Helmut Schmidt noch am Leben, hätte es noch nicht einmal einer Zigarettenlänge bedurft – und diese Diskussion wäre beendet gewesen. Schon gar nicht hätte Schmidt zugelassen, dass sein Name als „Tauschobjekt“ für die Hindenburgstraße herhalten muss. Vielleicht auch, weil es zu seiner Zeit Geschichtsbereiniger wie diese „Straßennameninquisition“ nicht gegeben hätte. Auch wissend, dass man die Vergangenheit nicht ändern, gar löschen kann, nur weil man ein paar Namen aus dem Straßenbild entfernt. Mehr noch, er hätte es wahrscheinlich als „Feigheit vor der eigenen Geschichte“ abgelehnt – nicht nur vor der seinigen.

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Wird am Widerstand scheitern

Tobias Brinkmann, Hemmingen: Im Prinzip finde ich es gut, eine Straße nach Helmut Schmidt zu benennen. Schließlich war er so ziemlich einer der letzten integren und glaubwürdigen Politiker in unserem Lande. Ich befürchte nur, dass eine solche Umbenennung wieder einmal am Widerstand der allwissenden Bezirksräte in Hannover scheitern wird, denn schließlich war Helmut Schmidt ja bis zu seinem Tod überzeugter Raucher ... Und so ein „unbelehrbarer Tabakkonsument“ kann ja schließlich kein Vorbild für unsere Kinder sein!Vielen Dank, aber vielleicht schieben diese Herrschaften in diesem Fall mal ihr weltfremdes Bild samt allem heuchlerischen Aufschrei beiseite und tun mal was Sinnvolles für unsere Stadt.

In den Siebzigern: Helmut Schmidt und Hannovers Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg gemeinsam in Hannover. Quelle: Rainer Dröse

Sichere Verbindung zur heutigen SPD

Dr. Rainer Marwedel, Hannover: Wenn das Kriterium, „viele Verbindungen zu Hannover“ zu haben, entscheidend sein soll, um eine Straße nach Helmut Schmidt zu benennen, darf man vielleicht an den von 1854 an in Hannover lebenden jüdischen Arzt Louis Kugelmann erinnern, der bis zu seinem Tod im Jahre 1902 hier gelebt hat und 1899 von den SPD-Größen August Bebel, Wilhelm Liebknecht, Karl Kautsky und Paul Singer mit einem Besuch in seinem Haus geehrt wurde. Kugelmann ist heutigen SPD-Mitgliedern vielleicht kein Begriff mehr, aber er war es, der maßgeblich für die Verbreitung des berühmten ersten Bandes „Das Kapital“ (erstveröffentlicht im Jahr 1867) von Karl Marx in ganz Deutschland gesorgt hat. Vor zwei Jahren feierte auch die Bundes-SPD den 200. Geburtstag von Marx und erinnerte dann doch wieder einmal daran, dass die Partei aus der Arbeiterbewegung hervorgangen ist.Doch Helmut Schmidt ist natürlich die sichere Verbindung zur heutigen SPD, staatstragend und unphilosophisch.

Lieber Schmidt als Kohl

Klaus-Michael Schridde, Hannover: Die CDU lernt nie dazu. Da möchte man den Namen der Hindenburgstraße beibehalten, dazu soll es noch eine Helmut-Kohl-Straße geben. Ja, Helmut Kohl war 16 Jahre Bundeskanzler und hat sicher einiges geleistet, nicht nur Gutes. Im Untersuchungsausschuss des Bundestags und des Mainzer Landtags sagte er die Unwahrheit in Bezug auf seine Kenntnis des Zwecks einer staatsbürgerlichen Vereinigung als Spendenbeschaffungsanlage und entging nur knapp einem Strafverfahren wegen uneidlicher Falschaussage. Kohl gab sein Ehrenwort, er wolle die Spender nicht benennen.Jeder Ottonormalbürger wäre für solch eine Tat in den Knast gewandert. Ich bin gebürtiger Hannoveraner, lebe hier seit 77 Jahren, für mich wäre solch eine Straßenbenennung eine Schande. Mit einer Helmut-Schmidt-Straße habe ich keine Probleme. Nur mit seiner Schmökerei.

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Aufsicht im Amt versagt

Wilfried Kusber, Lehrte: Nachdem das ZDF in der Sendung „Frontal 21“ über die Operation Rubikon berichtet hat, wird wohl davon Abstand genommen, in Hannover eine Straße nach dem Bundeskanzler a.D. Helmut Schmidt zu benennen. Wie eine gemeinsame Recherche von ZDF, Schweizer Fernsehen und „Washington Post“ ergab, haben der Bundesnachrichtendienst (BND) und der US-amerikanische Auslands- Geheimdienst CIA gemeinsam von 1970 bis 1993 verschlüsselte Kommunikationstexte von mehr als 100 Staaten heimlich abgehört. Betroffen waren Länder der Dritten Welt, aber auch europäische Staaten. Nach Willy Brandt war Helmut Schmidt vom 16. Mai 1974 bis zum 1. Oktober 1982 Bundeskanzler. Die Dienst- und Fachaufsicht über den BND oblag – und obliegt noch heute – dem Bundeskanzleramt.„Ausspähen unter Freunden – das geht gar nicht“, sagte 2013 Bundeskanzlerin Angela Merkel, nachdem bekannt geworden war, dass ihr Diensthandy angeblich von einem US-amerikanischen Dienst ausgespäht wurde.

(Hinweis: Veröffentlichungen in dieser Rubrik sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Damit möglichst viele Leser zu Wort kommen, müssen wir Leserbriefe gelegentlich kürzen. Bei allen Einsendungen bitten wir um Angabe der vollständigen Absenderadresse. Geben auch Sie einen Leserbrief ab! )

Von red

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