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Stadt Hannover Letzter Verkaufstag beim Naturbackhaus
Aus der Region Stadt Hannover Letzter Verkaufstag beim Naturbackhaus
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20:30 31.10.2014
Bisher hat sie noch nichts Neues gefunden, höchstens unter Tarif: Verkäuferin Svenja Uschner bangt um ihre Zukunft. Quelle: Rainer Surrey
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Hannover

„Dass das Unternehmen finanzielle Probleme hat, wurde den Mitarbeitern recht früh mitgeteilt, aber dass es jetzt so schnell geht, hätte ich nicht gedacht,“ sagt Verkäuferin Svenja Uschner. Die meisten Kunden, die hereinkommen, erfahren erst jetzt von der Schließung. „Oh nein“, sagen mache nahezu schockiert. Andere meinen etwas nüchterner einfach: „Schade.“ Viele Stammkunden zeigen sich überrascht. „Ich bin platt“, sagt etwa Christine Gutsmuts, die wie viele andere regelmäßig von ihrem Arbeitsplatz am Aegi vorbeigekommen ist. „Ein tolles Konzept, mal was anderes“, sagt sie über die Filiale. Ihre ganze Familie liebe die Brötchen. „Die haben wir uns immer gern gegönnt, obwohl sie etwas teurer sind.“ Auch die Liebe der Gutsmuts aber hat das Naturbackhaus nicht retten können.

Die Mahnung eines Kunden, man hätte wohl mehr werben müssen, verdeutlicht die Schwierigkeit, eine neue Bäckereimarke bei der allgemein starken Konkurrenz zu etablieren. Erst im Herbst 2013 hatten die Hannoveraner Christoph Meyer und Daniel Hoffmann die Mövenpick-Bäckerei in Stöcken und vier ehemalige Brotkörbli-Filialen übernommen und neu aufgestellt. Doch ihr Konzept einer Mischung aus hochwertigen konventionellen Produkten und ausschließlich biozertifizierten Broten konnte sich nicht durchsetzen. Zu einer gescheiterten Kooperation für eine exklusive Belieferung kamen weitere kleinere Probleme. Kundenparkplätze wurden durch eine Baustelle blockiert, durch Anbieterstreitigkeiten funktionierte zwei Monate in einem Geschäft das Telefon nicht. „Wir haben es letztlich nicht geschafft, genug Umsatz zu generieren, um die hohen Fixkosten zu decken,“ sagt Meyer. Ziel der geordneten Insolvenz sei es jetzt, nicht nur die Gläubiger zu bedienen, sondern für alle Filialen einen neuen Inhaber zu finden und möglichst viele der 45 Mitarbeiter zu vermitteln.

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Insolvenzverwalter Rainer Bähr ist zuversichtlich. Die Standorte Prüßentrift 84 in Isernhagen-Süd und Burgwedeler Straße 139a in Isernhagen H.B. wurden bereits von der Landbäckerei Bosselmann übernommen. Auch für die anderen Filialen gebe es Interessenten. „Das Hauptproblem sind die unterschiedlichen Vorstellungen der einzelnen Vermieter. Da stellen sich einige quer,“ meint Bähr. Für Verkäuferinnen und Bäcker bestehe indes genug Bedarf.

Das kann Svenja Uschner nicht bestätigen: „Bis jetzt habe ich noch nichts gefunden.“ Über das Arbeitsamt seien kaum Stellen ausgeschrieben, und wenn nur unter Tarif. Zudem sei bei den Kolleginnen aus den übernommenen Filialen nicht geklärt, ob sie - wie eigentlich vom Gesetz bei einer Betriebsfortführung vorgeschrieben - weiterhin beschäftigt würden. Die Geschäftsführer seien zu Gesprächen mit Interessenten für die Aegi-Filiale gefahren, erzählt die Mitarbeiterin. Es könne sein, dass schon nächste Woche unter neuem Namen wiedereröffnet werde. „Vielleicht kommt der Anruf, Wechsel und Weiterverkauf noch heute auf die Kreidetafeln zu schreiben“, sagt Uschner. Sie selbst indes werde nach Feierabend noch Bewerbungen abgeben.

Von Gil Barkei

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