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Stadt Hannover Kapstädter macht Trinkhalle in Linden zum Café von Alten
Aus der Region Stadt Hannover Kapstädter macht Trinkhalle in Linden zum Café von Alten
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12:04 12.08.2019
Vom Kapstädter Strand ist Lincoln Dyssell nach Linden gezogen – und hat das Café von Alten eröffnet. Quelle: Samantha Franson
Linden-Mitte

Die Geschäftsidee des gebürtigen Kapstädters Lincoln Dyssell für diesen kleinen Laden gegenüber des Von-Alten-Parks ging, um jedes Detail zu beschreiben, so: „Hey, ich bin Lincoln, ich mach’ Kaffee. Ich habe den Traum und die Leidenschaft dafür.“

Ein freundlicher Ort

Dyssell, 45, lebt noch keine zwei Jahre im Stadtteil, doch jedes Mal, wenn er an dem solide gebauten Häuschen mit angeschlossener kleiner Terrasse vorbeikam, sah er den schönen und beschaulichen Platz davor und bedauerte, dass nichts los war. „Jeden Tag sehe ich, dass geschlossen ist“, erzählt er – und dachte, aus dem ganzen freundlichen Ort müsse man was machen. Früher war hier eine Trinkhalle, doch 2016 kaufte die städtische GBH (heute Hanova) das Grundstück, weil sich angrenzende Mieter über Lärm der Kundschaft beschwert hatten. Der Pachtvertrag mit dem damaligen Betreiber wurde nicht verlängert.

Der Kapstädter bringt Erfahrung in der Gastronomie mit. Zehn Jahre lang lebte Dyssell in Kapstadt praktisch am Meer. Er surfte und surfte, und war er an Land, betrieb er am Strand eine mobile Bar. Mit Kaffee kennt er sich seither aus, vom Zubereiten bis zur professionellen Reparatur von Kaffeemaschinen.

Quelle: Samantha Franson

Ausgestattet mit einem kurzfristigen Mietvertrag, entschloss sich Lincoln Dyssell, ein Popup-Café zu eröffnen. Etwas poppt auf und kann schnell wieder verschwinden, daher der Name. Oder es bleibt. Drei Monate lang will er sich ansehen, wie sein Café von Alten läuft. Das Geschäft spielt sich im Wesentlichen im Freien ab, innen ist wenig Platz. Er hat sich sagen lassen, dass die Hannoveraner auch dann noch gerne draußen sitzen, wenn es nicht mehr ganz so warm ist. „Und ich bin aus Kapstadt, ich bin es gewohnt, im Freien zu arbeiten.“

Cappuccino und Lebensgefühl

Im Oktober will er sehen, ob aus dem Popup-Unternehmen eine längerfristige Angelegenheit wird. Sein Café ist tatsächlich eines. Es gibt keine Zeitungen und kein Bier, Dyssell verkauft auch keine rettende Packung Brot kurz vor Mitternacht, sondern Cappuccino und Cold Brew mit ein bisschen Lebensgefühl. Am Sonnabend konnte man das erleben. Die Leute kamen zur Lesung des befreundeten Autoren Jan Fass, und der freundliche Kapstädter Surfer brachte den Zuhören Getränke heraus. Vorne auf der Bank vorm Café saßen weitere Kunden und betrachteten die Szenerie.

Eine Frage bleibt: Was zieht einen Surfer von Südafrikas Küste nach Hannover? Die Liebe, einerseits. Doch Lincoln Dyssell glaubt, dass rostet, wer zu lange Rast macht. „Kapstadt, das waren viele schöne Jahre. Aber wenn man etwas zu lange macht, entwickelt man sich nicht weiter.“

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