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Stadt Hannover Bezirksrat ist doch für Stauffenberg-Gedenktafel
Aus der Region Stadt Hannover Bezirksrat ist doch für Stauffenberg-Gedenktafel
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08:00 24.02.2019
15.01.2019, Niedersachsen, Hannover: Blick auf ein Haus am Lister Kirchweg, in dem Claus Schenk Graf von Stauffenberg gelebt haben soll. Foto: Moritz Frankenberg Quelle: Moritz Frankenberg
Hannover

In der List wird es künftig möglicherweise doch eine Gedenktafel für den Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg geben. Jedenfalls wenn es nach dem Willen des Bezirksrates Vahrenwald-List geht. In der jüngsten Sitzung des Gremiums fand ein gemeinsamer Vorschlag von SPD, CDU, Piraten und FDP eine Mehrheit. Die Verwaltung wird darin aufgefordert, eine Stadttafel am Haus im Lister Kirchweg 37 anzubringen, in dem Stauffenberg gewohnt hat. Voraussetzung sei, dass die Eigentümerin zustimme, heißt es in dem Antrag. Die 89-jährige Inge Wollbrink lebt, wie berichtet, selbst in dem Gebäude, das schon ihrem Großvater gehörte. Wollbrink zeigte sich zuletzt zurückhaltend, was eine Gedenktafel angeht: Das müsse sie zunächst mit ihrer Familie besprechen“, sagte sie unlängst dieser Zeitung. Ins Rollen gebracht hatte die AfD die Diskussion um dieses Thema. In einem eigenen Antrag warb sie für eine Gedenktafel für Stauffenberg im klassischen hannoverschen Infotafel-Design. Der Tafeltext solle mit einem QR-Code zur Wikipedia-Seite ergänzt werden. Die Begründung: Graf Stauffenberg sei mit „seiner heroischen Opferbereitschaft“ ein Vorbild für jetzige und künftige Generationen „im Widerstand gegen ein Regime, das sein Volk in den Abgrund führt“. Die anderen Fraktionen hatten verhalten reagiert. Die SPD hatte den Antrag in die Fraktion gezogen.

Eine Instrumentalisierung des Widerstandskämpfers für eigene, rechtspopulistische Zwecke warf nun Ulrike Krause (CDU), der AfD vor. Krause kritisierte, dass sich in dem Wikipedia-Eintrag wiederholt Einträge fänden, die den „glühenden Patrioten“, den „leidenschaftlichen deutschen Nationalisten“ betonten. Stauffenberg-Zitate wie „der Rassegedanke und der Wille zu einer neuen deutschbestimmten Rechtsordnung erscheinen uns gesund und zukunftsträchtig“ würden dazu einladen, statt des Widerstandskämpfers den Offizier in Stauffenberg zu sehen, der er vor 1944 gewesen sei. Krause störte sich daran, dass die AfD nicht genau benennt, ob mit dem Regime, das das Volk in den Abgrund führt, eines aus der Vergangenheit oder ein heutiges gemeint sei. Lediglich zwei Jahre und zwar kurz nach der Machtergreifung Hitlers, für dessen Ideen Stauffenberg zu dieser Zeit brannte, habe er mit Frau Nina und Sohn Berthold im Lister Kirchweg (damals noch Nr. 21) gelebt. Der interfraktionelle Antrag von CDU, SPD, Piraten und FDP müsse eine umfassende Einordnung Stauffenbergs bewirken, forderte Krause. Wenn die AfD sich mit dieser Gedenktafel tatsächlich von Hetzparolen gegen Juden abgrenzen wolle, solle sie zugleich der Errichtung weiterer Stolpersteine und der Aufstockung von Mitteln für Holocaust-Gedenkstätten zustimmen. „Was lesen Sie aus drei Sätzen heraus“, entgegnete Jörn König (AfD), die AfD sei gerne bereit, weiteren Stolpersteinen und mehr Geld für Holocaust-Gedenkstätten zuzustimmen. Dennoch fiel der Antrag bei allen anderen Fraktionen durch. Die Grünen enthielten sich auch bei dem interfraktionellen Antrag. Sie hätten Schwierigkeiten damit, dass der Anlass für Gedenktafel jetzt der AfD-Antrag sei. Andere wie etwa Wolfgang Leonhardt, Leiter des Arbeitskreises Stadtteilgeschichte List, forderten sie seit vielen Jahren.

Von Jutta Rinas

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