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Stadt Hannover „Lüttje Lage“: Oma hatte nicht mal Fernsehen
Aus der Region Stadt Hannover „Lüttje Lage“: Oma hatte nicht mal Fernsehen
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00:17 28.06.2019
Rüdiger Meise Quelle: HAZ
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Wir planen einen Umzug. Die neue Wohnung hat endlich ausreichend viele Bäder, ausreichend Balkonfläche und ausreichend Platz für sämtliche Kinder (11 Jahre, 4 und 4). Der Große ist ein Riesenfan des neuen Zuhauses, hat den Grundriss auf Handy und Tablet gespeichert und richtet mit Architektur-Software täglich sein künftiges Kinderzimmer ein. Dann präsentiert er das Ergebnis jedem, der ihm über den Weg läuft. Auch Fremden. Ich tippe, er verschickt es auch über alle seine Social-Media-Kanäle. Das kann ich aber nur vermuten, ich habe nicht alle abonniert.

Gestern Abend nun drängte sich unsere kleine Familie zum Abendessen auf dem kleinen Balkon – da kam meiner Liebe eine ganz fiese Scherz-Idee. „Es gibt übrigens einen Nachteil an der neuen Wohnung“, sagte sie beiläufig. „Ist aber nicht weiter schlimm. Sie hat nur kein WLAN.“

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Das wollte der Junge nicht glauben. Das kann er sich auch gar nicht vorstellen. Wir erklärten ihm mit Blick auf einen Mobilfunkmast, dass die Dinger immer einen toten Winkel haben – und darin liege leider ausgerechnet die neue Wohnung. „Macht ja nichts, du kannst hin- und wieder bei Freunden online gehen“, sagte ich. „Und nach dem Unterricht in der Schule“, ergänzte meine Liebe.

Dann aßen wir weiter.

Zwei Minuten lang bewegte sich der Junge nicht. Reglos lag die Gabel in seiner Hand. Er blinzelte nicht mal. Der Blick starr auf den Mobilfunkmast gerichtet. „Großer, alles klar?“, fragte ich schließlich. Mit der tonlosen Stimme eines Menschen, dessen Zukunft gerade zerstört wurde, antwortete er: „Ich will da nicht einziehen.“

Einen Moment lang überlegten wir, ob wir den Gag weiter ausreizen – und Sachen sagen sollten wie: „Na hör’ mal, wir sind auch ohne Internet aufgewachsen, und Oma hatte nicht mal Fernsehen.“ Aber der Schrecken saß schon jetzt zu tief. Also gaben wir Entwarnung. Ganz langsam kehrte Farbe in sein Gesicht zurück.

Für diese Art Gag hat seine Generation übrigens ein Wort: Prank. Mehr dazu im Internet.

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Von Rüdiger Meise