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Stadt Hannover Stadt Hannover setzt Kühe für den Naturschutz ein
Aus der Region Stadt Hannover Stadt Hannover setzt Kühe für den Naturschutz ein
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00:17 03.07.2019
Neue Heimat inmitten von Störchen, Hasen, Rehen und Braunkehlchen: Landwirt Manfred Auras aus Langenhagen lässt seine Tiere in Marienwerder weiden. Quelle: Foto: Michael Wallmüller
Marienwerder

Sie beherbergen verschiedenste Grünpflanzen, Insekten und Vögel: Wiesen und Weiden nehmen bei dem Erhalt der Artenvielfalt eine wichtige Rolle ein. Dennoch ist in den zurückliegenden 25 Jahren ein Drittel aller Grünflächen in Niedersachsen verschwunden. Damit einige der verbliebenen Flächen erhalten bleiben, hat sich die Stadt Hannover nun tierische Unterstützung geholt: 27 Kühe, darunter acht Kälber und ein Bulle, weiden seit dem Frühjahr in der Leineaue in Marienwerder.

27 Kühe sollen die Grünflächen erhalten. Quelle: Michael Wallmüller

Während die Weidetiere sonst dafür bekannt sind, große Mengen an Methan, ein umweltschädliches Klimagas, zu produzieren, helfen sie durch die Beweidung, Grünflächen langfristig und umweltschonend zu erhalten. Ansonsten würden diese binnen kürzester Zeit wieder zuwuchern. „So aber hat das Grünland eine wichtige Speicherfunktion für Treibhausgase“, erklärt Sprecher Dennis Dix von der Stadt Hannover. „Da der Boden nicht umgebrochen wird, werden sie dort zurückgehalten.“

Gefährdeter Lebensraum

Insgesamt wurden durch die Stadt Hannover zehn Hektar Ackerland im Überschwemmungsgebiet der Leine durch Ansaat von regionaltypischen Gräsern und Kräutern in Grünland umgewandelt und mit benachbarten Grünlandflächen zusammengelegt. Die beiden Herden der Landwirte Markus Grimm aus Garbsen und Manfred Auras aus Langenhagen haben so eine neue Heimat gefunden. Die insgesamt 17 Hektar Land sollen sie sich mit zahlreichen Tierarten wie Störchen, Hasen, Rehen und Braunkehlchen teilen. Zwischen Sommerdeich und Leine entsteht somit eine landschaftliche Rarität: Artenreiche Wiesen und Weiden zählen europaweit zu den am stärksten gefährdeten Lebensräumen.

Umgesetzt wurde das Projekt im Agrikulturprogramm der Landeshauptstadt Hannover, es ist zudem Teil des Programms „Mehr Natur in der Stadt“. Das Ziel: Biodiversität und den Erhalt von Grünlandflächen fördern. Davon profitieren nicht nur Tiere und Natur – auch Anwohnern kommt die umweltschonende Nutzung der Flächen zugute. „Wiesen und weidende Tiere beleben die Landschaft und steigern ihren Erlebnis- und Erholungswert direkt vor der Haustür vieler Hannoveraner“, sagt Dix. Er betont überdies die Vorteile für Stadt und Landwirte: „Es handelt sich um eine Win-win-Situation. Denn es gibt im Stadtgebiet und in der nahen Umgebung einige Betriebe, die durch ihre Mutterkuh- oder Schafhaltung auf Weideflächen angewiesen sind.“ Die Verpachtung von rund 420 Hektar stadteigenem Grünland für die Beweidung und die Heugewinnung stellen eine weitere Einnahmequelle dar.

Die Idee, Kühe in der Leineaue einzusetzen, ist nicht neu: Auengebiete wie auch dieser Bereich gehören zu den Landschaften, in denen ursprünglich Weiden und Wiesen typisch waren. Noch bis in die Achtzigerjahre standen in Marienwerder Milchkühe. Heute handelt es sich bei den grasenden Tieren allerdings um Fleischrinderrassen.

Wer die Tiere aus der Ferne beobachten möchte, wird von der Stadt allerdings darum gebeten, die landwirtschaftlichen Flächen nicht zu betreten. Dies gelte zum Schutz der Bodenbrüter und Jungtiere besonders für Hundehalter.

Von Nina Hoffmann

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