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Stadt Hannover „Eine weltoffene Stadt“
Aus der Region Stadt Hannover „Eine weltoffene Stadt“
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09:07 21.02.2015
Von Veronika Thomas
Chancen zur Integration verbessern: Otto Stender mit den Schülern Tougkai Ntemertzi, Ibrahim Kamara und Hossein Yaghobi (v. l.). Quelle: Behrens
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Hannver

 „Es ist überwältigend, zur ersten Informationsveranstaltung sind nach einem HAZ-Bericht mehr als 150 Leute gekommen“, sagte gestern Otto Stender, Gründer von Mentor und Ideengeber für das geplante Pilotprojekt. „Das sind fast so viele wie die Teilnehmer der ersten Hagida-Demonstration und damit ein wunderbares Indiz für eine weltoffene Stadt.“

Wie berichtet, will Mentor seine Aktivitäten ausweiten. In einem gemeinsamen Pilotprojekt mit der berufsbildenden Schule BBS 6, an der zurzeit 142 junge Flüchtlinge aus mehr als 40 Nationen in elf Sprachlernklassen unterrichtet werden, sollen die Chancen der 15- bis 18-Jährigen zur Integration durch zusätzlichen Deutschunterricht erheblich verbessert werden. Ziel von Mentor ist es, dass das Projekt bundesweit Schule macht. Unter den künftigen Leselernhelfern seien Berufstätige, aber auch viele im Rentenalter, berichtete Stender. „Der älteste ist 88 Jahre alt und voll fit.“ Jetzt müsse der Verein zusehen, die freiwilligen Leselernhelfer so schnell wie möglich zu schulen.

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Aufgrund der „überwältigenden Zahl Freiwilliger“ habe er bereits Kontakt mit der BBS 7 aufgenommen, sagte Stender. Dort werden in fünf Sprachlernklassen junge Mädchen und Frauen unterrichtet, die vor Krieg und Vertreibung unter anderem aus Syrien, Afghanistan und dem Irak geflüchtet sind. „Sie können von dem Projekt ebenso profitieren wie Flüchtlingskinder in Sprachlernklassen an anderen Schulen.“ Weil sich nicht nur Hannoveraner gemeldet hätten, sondern auch Freiwillige aus Burgwedel, Burgdorf, Gehrden und Ronnenberg, bestünde jetzt die Chance, das Projekt auf die  Region auszuweiten. „Eine Riesenchance“, meint der Mentor-Gründer.

Seit 2003 unterstützt der Verein vorwiegend Kinder an Grund- und Hauptschulen. Die Idee hat auch bundesweit Nachahmer gefunden: 14 000 Leselernhelfer sind aktuell in 120 Städten aktiv. Schirmherr des Mentor-Bundesverbands ist der Philosoph Richard David Precht. Hocherfreut ist der 77-jährige auch über den Anruf einer Celler Stiftung, die das Projekt finanziell unterstützen will. „Wir brauchen jetzt viele Bücher und andere Unterrichtsmaterialien.“

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