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Stadt Hannover Chaotische Szenen am Hauptbahnhof – Fahrgäste aus überfülltem Zug geholt
Aus der Region Stadt Hannover Chaotische Szenen am Hauptbahnhof – Fahrgäste aus überfülltem Zug geholt
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19:00 28.07.2019
Am Sonnabend fielen Metronomzüge auf der Strecke nach Hamburg offenbar einfach ersatzlos aus. Quelle: Ole Spate/dpa
Hannover

Eigentlich wollte Patrick Stieler aus Algermissen (Kreis Hildesheim) mit Familie und Freunden einfach nur ein gemütliches Wochenende in Hamburg verbringen. Doch der Auftakt am Sonnabendmorgen am Hauptbahnhof Hannover war für ihn alles andere als entspannt. Los gehen sollte es um 9.07 Uhr mit einem Metronom, doch der fiel nach Schilderung von Patrick Stieler einfach ersatzlos aus. Kurze Zeit später kam ein ICE der Deutschen Bahn an, doch die Fahrgäste seien per Durchsage gebeten worden, dort nicht einzusteigen, weil der Zug schon überfüllt gewesen sei. Die Passagiere seien aber dennoch eingestiegen. Im Zug habe es dann geheißen, man könne nicht losfahren wegen Überfüllung.

„Verzweifelte Passagiere, keine Informationen“

Stieler berichtet, dass Polizisten schließlich gekommen seien und Fahrgäste aus dem Zug geholt hätten, darunter auch Senioren mit sperrigen Koffern und Familien mit kleinen Kindern. Viele Fahrgäste seien verzweifelt gewesen, einige wären mit großem Gepäck und Fahrrädern unterwegs nach Sylt gewesen, am übervollen Bahnsteig seien die Passagiere sich selbst überlassen gewesen, Mitarbeiter der Deutschen Bahn, die mit Rat und Tat hätten zur Seite stehen können, habe er nicht gesehen, sagt Stieler.

Rentner, Familien und Behinderte sollen vorrangig im Zug bleiben

Ein Pressesprecher der Deutschen Bahn versichert, dass mindestens zwei Mitarbeiter am Gleis gewesen seien. Ein Mitarbeiter habe einen Rollstuhlfahrer, der eigentlich in dem ICE mitfahren wollte, zu einem anderen Zug gebracht. Denn der ICE, der von Wiesbaden nach Hamburg unterwegs gewesen sei, sei bereits ein Ersatzzug gewesen, der leider nicht barrierefrei gewesen sei, aber der Rollstuhlfahrer sei darüber informiert gewesen.

Patrick Stieler und seine Gruppe konnte nach einer halben Stunde einen anderen Regionalzug besteigen, der wiederum so voll war, dass der Metronom auf der Fahrt nach Hamburg an den Haltestellen zwischendurch Gäste stehen lassen musste: „Da waren auch Mütter mit Kinderwagen dabei.“ Es sei traurig, dass so etwas in Deutschland vorkomme, kritisiert Stieler, schließlich hätten die Menschen ja auch für die Fahrkarten gezahlt.

„Bei Buchung auf Auslastung achten!“

Ein Sprecher der Bahn in Berlin bestätigt, dass ein Zug mithilfe der Bundespolizei teilgeräumt werden musste. Wie viele Menschen davon betroffen gewesen seien, wisse er aber nicht. Grundsätzlich gelte, dass Mobilitätseingeschränkte, Senioren, Familien mit vielen Kindern oder Fahrgäste mit Sitzplatzreservierungen möglichst im Zug bleiben sollten. In Ferienzeiten oder am Wochenende könne es immer wieder vorkommen, dass Züge überfüllt seien, sagt der Bahnsprecher, man sollte schon bei der Buchung auf die angegebene erwartete Auslastung des Zuges achten und notfalls auch andere Züge ausweichen.

Stieler berichtet, dass noch weitere Metronomzüge am Sonnabendvormittag ausgefallen seien. Am Sonntagnachmittag sei er jedenfalls mit nur halbstündiger Verspätung wieder am Hauptbahnhof Hannover angekommen. Sein Fazit: „Künftig fahre ich lieber wieder mit dem Auto nach Hamburg.“

Weitere Metronomzüge fielen aus

Von Metronom war am Sonntag keine Stellungnahme zu bekommen, bei der Bundespolizei hieß es, man habe nur eine Streife zum Bahnsteig geschickt, aber die Situation sei von Sicherheitskräften der Deutschen Bahn schon geregelt worden.

Von Saskia Döhner

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