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Stadt Hannover Nach Wahlschlappe: Hannovers SPD sucht eine Doppelspitze
Aus der Region Stadt Hannover Nach Wahlschlappe: Hannovers SPD sucht eine Doppelspitze
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17:00 06.11.2019
In der SPD-Parteizentrale im Kurt-Schumacher-Haus hat die Diskussion um einen neuen Parteivorsitz begonnen. Quelle: Michael Thomas
Hannover

Die hannoversche SPD will sich nach dem Wahldebakel personell neu aufstellen – und tendiert zu einer Doppelspitze. Die Kandidaten sollen nicht „von oben“, also vom bisherigen Parteivorstand ausgesucht werden, sondern aus der Parteibasis kommen. Am kommenden Montag will sich die Parteispitze auf ein Verfahren einigen. Im Gespräch ist, dass Bewerber innerhalb einer bestimmten Frist ihren Hut in den Ring werfen können, aber die Unterstützung von mehreren Ortsvereinen vorweisen müssen. „Wir wollen kein zähes Verfahren wie auf der Bundesebene“, sagt ein führender Sozialdemokrat. Die Wahl des neuen SPD-Chefs findet am 11. Januar statt.

Stefan Politze winkt ab

Der amtierende SPD-Parteichef Alptekin Kirci hatte noch am Abend des ersten Wahlgangs bekannt gegeben, dass er nicht mehr antreten werde. Kirci übernahm damit Verantwortung für die Schlappe von SPD-Oberbürgermeisterkandidat Marc Hansmann. Hansmann schaffte es nicht in die Stichwahl, damit stellt die SPD nach 70 Jahren nicht mehr den hannoverschen Oberbürgermeister.

Schon jetzt werden mehrere Genossen als mögliche Nachfolger Kircis genannt, allen voran der des Landtagsabgeordneten Stefan Politze. Doch der winkt ab. „Ich verkörpere nicht mehr den Aufbruch“, sagt der 54-Jährige. Er werde sich weiterhin schwerpunktmäßig um die Landespolitik kümmern. Zugleich wolle er auf seinem Posten als Schatzmeister des SPD-Stadtverbands mithelfen, „dass die SPD aus der Krise kommt“.

Parteibasis will den Aufbruch

Nicht nur Veteranen der SPD werden als mögliche Kandidaten für den Parteivorsitz gehandelt. Manche Genossen können sich vorstellen, dass der 33-jährige Chris Jäger, derzeit Ortsvereinschef in Groß Buchholz, zur Wahl für das Spitzenamt antritt. „Vorstellbar ist vieles, aber ich muss darüber eingehender nachdenken“, sagt der Verwaltungsbeamte. Klar sei für ihn, dass der Aufbruch von der Basis ausgehen müsse.

Das sehen auch andere so. „Die Partei muss sich neu erfinden, das ist das Gebot der Stunde“, sagt SPD-Ratsherr Angelo Alter. Die Zeiten der Einzelgänger und Hinterzimmergespräche seien vorbei. „Es sollte ein überzeugendes Team antreten“, sagt Alter.

Lesen Sie auch: Forderung nach Urwahl und Doppelspitze – Besuch bei der SPD-Basis in Hannover

Andere gehen noch weiter und wünschen sich einen radikalen Schnitt. Jetzt sei die Zeit reif, dass Jüngere aus der zweiten Reihe zum Zuge kommen, heißt es. Genannt werden unter anderem Ratsfrau Maxi Carl und Alexandra Dzaack, Büroleiterin der Bundestagsabgeordneten Kerstin Tack. Auch der Name des stellvertretenden Unterbezirksvorsitzenden Adis Ahmetovic fällt in diesem Zusammenhang.

Wie stark sich die Parteibasis von der etablierten Führungsriege absetzen will, zeigt eine interne E-Mail, die der HAZ vorliegt. Darin schlägt ein SPD-Ortsverein vor, dass sich die Vertreter der Parteibasis „zur offenen Aussprache hinter verschlossenen Türen“ treffen sollten. Denn immer häufiger werde aus dem Kreis der Parteimitglieder der Wunsch geäußert, „dass in Sachen Stadtverbandsvorstand nicht mehr die Vorgänger ihre Nachfolger auf den Weg bringen sollten“.

Wechsel im Fraktionsvorsitz vertagen?

Auch in der SPD-Ratsfraktion rotiert das Personalkarussell. Die langjährige Vorsitzende Christine Kastning hat kurz nach der Wahl angekündigt, Ende November ihren Posten zu räumen. Als Nachfolger im Gespräch ist unter anderem Fraktionsvize Jens Menge. Aus der Parteispitze mahnen einige Genossen zur Vorsicht. „Der Wechsel in der Fraktionsführung sollte nicht im Hauruck-Verfahren geschehen“, sagt einer. Möglicherweise sei es klug, bis Mitte Januar zu warten, wenn der Parteivorsitz entschieden sei.

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Von Andreas Schinkel

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