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Stadt Hannover Neue Deutsche Härte – die „Nacht der Helden“ im Capitol
Aus der Region Stadt Hannover Neue Deutsche Härte – die „Nacht der Helden“ im Capitol
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00:16 01.01.2019
Heldmaschine luden ins Capitol zur „Nacht der Helden“ ein. Quelle: Foto: Katrin Kutter
Hannover

Mikroständer ist ein Einhorn, jemand – der sich hinterher als Drummer entpuppt – brüllt etwas in ein neonbeklebtes Parkhütchen. Die Stimmung im Publikum steigt. Apron (deutsch: Kittelschürze), die erste Band des Mini-Festivals „Nacht der Helden“ im Capitol, ist die klamaukigste der Vier. „Punchrock“ nennt sich das mehr oder weniger selbst erfundene Genre, in dem vier Musiker sich umtun. Es ist hauptsächlich dazu da, Stimmung zu machen. Da werden Riesenballons ins Publikum geworfen, auf der Bühne wird auf dem Einhornmikroständer geritten und selbstverständlich ist die Band kostümiert: Zweimal Cowboy, einmal Pirat, einmal irgendwas mit Facepaint und Krawatte. Das Publikum honoriert die Mühe und Textzeilen wie „Tri Tra Trullala / Mr. Punch ist wieder da“ mit konzentriertem Herumwippen und Biertrinken.

Neue Deutsche Härte

Die „Nacht der Helden“ findet schon zum zweiten Mal statt, in diesem Jahr allerdings zum ersten Mal an zwei Terminen – neben Oberhausen ist Hannover dazu gekommen. Alle vier Bands des Festivals – Apron, Maerzfeld, Stahlmann und Heldmaschine – spielen deutschsprachige Rockmusik, die sich der Neuen Deutschen Härte zurechnen lässt, einer Musikrichtung, deren Wegbereiter Rammstein ist. So ist es denn wohl auch kein Zufall, dass gleich zwei der auftretenden Bands nebenbei auch Rammstein-Coverbands sind: Heldmaschine covert unter den Namen Völkerball, Maerzfeld unter dem Namen Stahlzeit.

Schwarz angemalter Schlager

Maerzfeld – nach eigenen Angaben benannt nach einem Heeresversammlungsplatz unter den Merowingern und nicht etwa dem Märzfeld auf dem Reichsparteitagsgelände – ist dann auch gleich die zweite Band des Line-Ups und kommt musikalisch etwas komplexer und düsterer daher als Apron. Manche der Gitarrenriffs gehen dabei schon in Richtung Thrash Metal, manche der Songs in Richtung dunkle Ballade – harmonisch produziert Maerzfeld jedoch wenig mehr als schwarz angemalten Schlager.

Sowohl Apron als auch Maerzfeld haben in ihren jeweils 30-minütigen Sets mit Soundproblemen zu kämpfen – jedenfalls klingen beide Bands matschig und breiig, Texte sind kaum verständlich, die Gitarren kaum auszumachen.

„Der Spaß ist jetzt vorbei“

Bei Stahlmann – dritter Band und erstem Hauptact des Abends – ist ein gutes Mittelmaß zwischen Bassbrei und brutal scheppernder Snaredrum gefunden. „Der Spaß ist jetzt vorbei“, kündigt Sänger Martin Soer an, das Publikum freut sich darüber. Alle Mitglieder von Stahlmann tragen schwarze Streifen im Gesicht, die Band spielt eine gute Stunde lang Musik mit leichten Elektro-Anklägen und rupfenden Gitarren dazwischen. Schon der erste Song, „Bastard“, weist dabei große Anklänge an Rammstein auf, mit dem vierten Song „Hass mich..Lieb mich“ ist dann endgültig klar, wo die musikalischen Vorbilder der Truppe liegen. Mit „Spring nicht“ und „Süchtig“ hat die Band allerdings auch zwei Partylieder im Angebot, bei denen mitgesprungen und -gesungen wird.

Großer Jubel für Heldmaschine

Den größten Jubel des Abends bekommen allerdings die Organisatoren der „Nacht der Helden“ - Heldmaschine. Die Band betritt die Bühne mit Westen, an denen blaue LEDs leuchten. Die Band kann musikalisch ihre Wurzeln als Rammstein-Coverband kaum leugnen. Auch, wenn die Truppe um Sänger René Anlauff als Heldmaschine ausschließlich eigene Lieder spielt, besteht immer eine große Ähnlichkeit zum musikalischen Vorbild, nicht zuletzt in der Gestik Anlauffs auf der Bühne, die sich oft sehr nah an einer Til Lindemann-Interpretation bewegt. Gut anderthalb Stunden lang macht Heldmaschine Stimmung, Songs wie „Radiokativ“ lassen das Publikum tanzen, selbstironische Lieder wie „®“, in dem es heißt: „Ich roll das R / weil es mir gefällt / und wenn das R mal rollt / rollt es um die ganze Welt“ nehmen auch die Rammsteinhaftigkeit von Heldmaschine auf die Schippe. Zum Höhepunkt des Abends halten die ersten Reihen ein großes Heldmaschine-Transparent hoch und lassen es tanzend wippen.

So wird die gut fünfstündige „Nacht der Helden“, auch, wenn die Musik zu kaum etwas als feiern taugt, doch noch zu einer großen Party – sehr langsam zwar, aber dafür konsequent.

Von Jan Fischer

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