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Stadt Hannover Neuer Streit an der Hochschule Hannover
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00:15 07.02.2014
HSH-Präsident Lothar Hühnerbein Quelle: NANCY HEUSEL
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Hannover

Hühnerbein kündigte an, die Vertrauensfrage für eine künftige Zusammenarbeit mit den Senatoren stellen zu wollen. Er erklärte vor dem Gremium, unter den Professoren der HsH sei in Bezug auf Besoldungszulagen „eine Selbstbedienungsmentalität verbreitet“. Auf Anfrage bestätigte er gestern diese Formulierung. „Das habe ich so gesagt, und davon rücke ich auch nicht ab.“

Während der Sitzung in der vergangenen Woche muss es hoch hergegangen sein. Wie aus einer der HAZ zugesandten Mail  hervorgeht, beschloss der Senat mehrheitlich, Hühnerbein für frühere öffentliche Äußerungen über das strittige Besoldungsthema zu maßregeln. Das muss für den Interimspräsidenten, der nach der vom Senat betriebenen Abwahl des Präsidiums um Prof. Rosemarie Kerkow-Weil seit März 2013 kommissarisch die Geschäfte führt, das Fass zum Überlaufen gebracht haben. „Ich habe klargestellt, dass ich mir das nicht gefallen lasse“, sagte Hühnerbein der HAZ. Verärgert habe ihn auch, dass die Senatoren beantragt hätten, die strittige Vergabepraxis bei Besoldungszulagen fortzuführen. Nach einem vom Ministerium vorgelegten Gesetzesentwurf gebe es dafür nun keinerlei rechtliche Grundlage mehr.

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Der Streit um Leistungsbezüge, die zusätzlich zum Grundgehalt gewährt wurden, war einer der zentralen Gründe für die Abwahl Kerkow-Weils. Hühnerbein hatte schon kurz nach seinem Amtsantritt die Vergabepraxis angeprangert, laufende Zulagen aber unter Vorbehalt teilweise noch weiter gewährt. Nun bricht dieses Konfliktthema offenbar wieder in voller Schärfe auf.

Für Hühnerbein ist die Konsequenz klar: Entweder stelle der Senat gegen seine Person einen förmlichen Misstrauensantrag – oder er stelle gegenüber den Senatoren die Vertrauensfrage. Das will er in der nächsten regulären Senatssitzung am 25. März tun. Pikanterweise soll in eben dieser Sitzung bereits der neue Präsident gewählt werden. Nach HAZ-Informationen haben sich ein interner Kandidat von der HsH sowie ein knappes Dutzend externe Interessenten auf den Posten beworben.

Im Senat bemüht man sich um Schadensbegrenzung. Die Zusammenarbeit mit Hühnerbein sei „sehr konstruktiv“, sagte gestern Senatssprecherin Prof. Marina Schlünz. Es sei nicht die Absicht, einen Misstrauensantrag zu stellen. Die Information über die Sitzung, die zum Eklat führte, wurde unter einer Mailadresse an die HAZ geschickt, in der der Name „M.Schluenz“ auftaucht. Schlünz kann sich das nicht erklären. „Das ist nicht mein Mail-Account, da muss jemand kriminelle Energie entwickelt haben.“

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