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Stadt Hannover Neun Schulen feiern Verbundsjubiläum
Aus der Region Stadt Hannover Neun Schulen feiern Verbundsjubiläum
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00:28 14.06.2015
Rockten das Fest: Die Theatergruppe der Goethe-Schule mit ihrem Stück "Mirandolina".  Quelle: Hannah Scheiwe
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Hannover

Wenn der Marchese, gespielt von Schüler Selmani Aydin, seine Hüften in der pink-weißen Leggins und dem Leoparden-Mantel kreisen lässt und ununterbrochen herumspringt, müssen alle lachen. Weil es so lustig ist. Aber auch, weil es so gut ist. Während die Theatergruppe der Goetheschule ihr Theaterstück „Mirandolina“ zuvor im Großen Garten in Herrenhausen als Stück über „Liebe, Leidenschaft und Inspiration“ angepriesen hatte, ist es jetzt fast egal, was sie sagen. Denn schon allein ihre trashigen Kostüme und die rockige Musik mit Rapeinlagen vor der barocken Gartenkulisse mit den goldenen Statuen wurde von den Gästen der Jubiläumsfeier des Schulverbundes Herrenhausen-Stöcken gefeiert.

Seit 20 Jahren gibt es den Schulverbund, der aus neun Schulen aus dem Stadtbezirk Herrenhausen-Stöcken besteht, nun. Zur Feier dieser langjährigen Zusammenarbeit kamen die neun Schulen im Großen Garten in Herrenhausen zusammen, boten Spiele an, zeigten Kunst, machten Musik und spielten Theaterstücke vor. Während die Goethe-Schüler mit „Mirandolina“ lautstark auf sich aufmerksam machten, und zuvor auch schon Goethe-Schüler Emin Karakilic mit einem Rap, regten Schüler der Integrierten Gesamtschule Stöcken eher zum Nachdenken – und Mitmachen – an. „Wir waren letztens auf einer Inklusionsmesse“, erzählt Fünftklässler Louis Schmidt. Das hätte der Klasse so gut gefallen, dass sie jetzt auch auf dem Fest etwas zu dem Thema machen wollten. So haben sie Augenbinden und Blindenstöcke mitgebracht, aber auch ein Papier mit Blindenschrift darauf.

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Und das Inklusionsthema passt gut zum gesamten Schulverbund – schon früh hat dieser den gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht-behinderten Schülern eingeführt. So läuft Nora Iguma mit verbundenen Augen und einem Blindenstock durch die Gartenanlage, immer nebenher ihre Freundin Ecem Celik. „Viele Blinde haben ja auch einen Begleiter, zum Beispiel einen Hund“, erzählt Nora. Mit dieser Aktion wollten sie den anderen Schülern und Gästen näher bringen, wie es ist, blind zu sein. Währenddessen tastet Louis die Blindenschrift ab und sagt: „Hier steht: ‚Hannover ist die Messestadt‘“. Nach der Inklusionsmesse habe er sich so für Blindenschrift begeistert, dass er angefangen habe, sie zu lernen.

So wuselten an diesem sonnigen Jubiläumstag überall im Garten Kinder und Jugendliche herum und liefen von einer der über 30 Aktionen zur Nächsten. Ein Tag, den sicher alle Schüler genossen haben –nicht nur, weil er schulfrei war.

Hannah Scheiwe

Bernd Haase 11.06.2015
Rüdiger Meise 14.06.2015