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Stadt Hannover Das sind die Bilder der Besten
Aus der Region Stadt Hannover Das sind die Bilder der Besten
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00:16 22.02.2016
Von Uwe Janssen
Lili wartet auf ihre Schulbegleiterin. Sie leidet unter der seltenen Erkrankung Morbus Niemann-Pick Typ C. Insa Hagemann hat sie mit der Kamera begleitet. Quelle: Insa Cathérine Hagemann
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Hannover

Es geht um Fotos. Auch bei Nancy Borowick. Doch schon das Lesen des Begleittextes wird irgendwann schwer. Er erzählt in nüchternen Sätzen, wie die Fotografin zwei an Krebs erkrankte Menschen in den Tod begleitet. Mit der Kamera. Und persönlich. Ihr ganzes Leben lang. Es sind ihre Eltern. Ihr Vater Howie, schreibt Nancy, habe nie Zeit verschwendet. Schon seine Eltern waren beide an Krebs verstorben, deshalb habe er jeden Tag wie seinen letzten gelebt. „Und als der Krebs dann ankam“, schreibt sie wie über einen lang erwarteten Gast, „war seine Liste von Dingen, die er noch tun wollte, leer. Das einzige, was er nicht loszulassen bereit war, war seine Frau.“ Howie starb am 7. Dezember 2013, seine geliebte Lauren am 6. Dezember 2014.

Der Betrachter kann sich der Intensität nicht entziehen

Die Schwarzweiß-Bilder der Reportage sind ergreifend, aber nicht nur bedrückend. Sie zeigen auch den Willen des Ehepaars, vor ihrem Schicksal nicht zu kapitulieren, sondern die Zeit, die bleibt, miteinander so intensiv wie möglich zu verbringen. In einer innigen Umarmung, die ihre Tochter in einer Nahaufnahme festgehalten hat, scheinen alle Gefühle der beiden zu verschmelzen. Es ist auch als Betrachter schwer, sich dieser Intensität zu entziehen.

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2015 veröffentlichte Nancy Borowick ihre bewegende Fotoserie. Am Donnerstag nun lag „Cancer Family, Ongoing“ bei der Jury des Lumix-Wettbewerbs auf dem Tisch. Zusammen mit 360 anderen Bildstrecken, die aus insgesamt 1200 Bewerbungen vorausgewählt wurden. 60 Reportagen und Essays sind am Ende übrig geblieben. Sie werden im Juni beim Festival auf dem Expo-Gelände gezeigt. Nancy Borowick wird dabei sein, wenn es um den mittlerweile hoch renommierten internationalen Freelens-Award geht. Es wäre nicht Borowicks erster Preis für ihre bewegende Geschichte: Zeitgleich mit der Jurysitzung in Hannover wurde bekanntgegeben, dass die Amerikanerin den World Press Photo Award erhalten hat.

Überschneidungen mit internationalen Spitzenwettbewerben

Solche Überschneidungen mit internationalen Spitzenwettbewerben sind acht Jahre nach dem ersten Festival kein Zufall mehr. Der Studiengang Fotojournalismus und Dokumentarfotografie hat sich als Keimzelle und Motor des Festivals einen weltweiten Spitzenplatz in der Fotografenausbildung gesichert. Erstmals, sagt Fotoprofessor Rolf Nobel, habe die World Press Photo Foundation eine Kooperation mit dem Lumix-Wettbewerb angeboten.

Thematischer Schwerpunkt der Bewerbungen war erwartungsgemäß die Flüchtlingswelle, aber auch Reportagen aus Russland und der Ukraine. Die Hochschule Hannover ist unter den 60 Wettbewerbsbeiträgen so stark vertreten wie nie. Gleich 14 Arbeiten kommen von Studenten oder Absolventen, unter anderem von Insa Hagemann, die seit Jahren auch für die HAZ fotografiert.

Höchstalter: 35 Jahre

Ein Kriterium am Wettbewerb ist das Höchstalter von 35 Jahren. Ein Mindestalter gibt es nicht. Dachte sich vielleicht auch Artemy Ivanov aus dem russischen Miass im Ural. Artemy ist der jüngste Bewerber in der Lumix-Geschichte. Er ist sieben. Er hat Fotos von seiner Ziege nach Hannover geschickt, ist aber nicht im Wettbewerb gelandet. Noch nicht.

Fünf Tage, 60 Serien, 1800 Bilder

Das 5. Lumix-Festival für jungen Fotojournalismus zeigt vom 15. bis zum 20 Juni an der Expo-Plaza alle 60 Wettbewerbsbeiträge, insgesamt rund 1800 Fotos. Rund um das Festivalzentrum im Design Center werden Pavillons, der „Skywalk“ am Schnellweg und auch wieder ein Freigelände auf dem ehemaligen Expo-Ost-Gelände als Ausstellungsflächen genutzt.

Neben dem von einer Jury bestimmten Hauptpreis, dem mit 10000 Euro dotierten Freelens Award, wird auch in diesem Jahr wieder der mit 1000 Euro dotierte HAZ-Publikumspreis vergeben. Mitmachen kann jeder Ausstellungsbesucher vor Ort – und dabei sogar einen Sachpreis gewinnen.

Im begleitenden Vortragsprogramm sind acht renommierte Fotografen eingeladen, unter anderem der Däne Mads Nissen, der selbst schon mehrfach am Lumix-Wettbewerb teilgenommen hat und nun als Dozent zurückkehrt. Alle Infos: www.fotofestival-hannover.de     

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