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Stadt Hannover Notaufnahmen melden sich immer öfter ab
Aus der Region Stadt Hannover Notaufnahmen melden sich immer öfter ab
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00:19 03.11.2014
Die Notaufnahmen - hier die der MHH - melden sich wegen Überlastung immer öfter ab. Quelle: Kleinschmidt
Hannover

Die Kliniken klagen über eine zu hohe Auslastung, vor allem, weil immer mehr Patienten in die Notaufnahmen kommen, ohne dass ein medizinischer Notfall vorliegt. Bei tatsächlichen Notfällen müssen die Retter dadurch immer wieder weitere Wege fahren als nötig.

In Hannover wird die Situation dadurch verschärft, dass seit dem Umzug des Oststadtkrankenhauses auf das Gelände des Siloah eine Notaufnahme weniger in Betrieb ist. Bis zum 6. September kamen Notfallpatienten auch ins Krankenhaus an der Podbielskistraße. Nun müssen sich die verbliebenen Notfallaufnahmen um sie kümmern.

„Den Preis für eine zunehmend auf ökonomische Aspekte reduzierte Gesundheitsversorgung zahlt am Ende der Mensch“, kritisiert der Fraktionsvorsitzende der Regions-CDU, Bernward Schlossarek. Bereits im Juli hatte er eine Anfrage an die Region gestellt, um zu klären, wie häufig sich Notaufnahmen, Stationen oder ganze Krankenhäuser bei der Rettungsleitstelle abmelden. Dort plant man zwar seit einiger Zeit, gemeinsam mit der Leitstelle ein elektronisches System einzuführen, um die Belegung der Krankenhäuser nachvollziehbarer zu machen, konkrete Zahlen gibt es bisher jedoch nicht.

„Im Bereich der Inneren Medizin und der Neurologie kommt es allerdings seit Jahren bei allen Krankenhäusern regelmäßig zu Abmeldungen“, sagt Feuerwehrsprecher Jan Feichtenschlager. Eine solche zeitlich befristete Abmeldung von einzelnen Fachgebieten sei unter gewissen Rahmenbedingungen auch sinnvoll, um dadurch Irrfahrten der Rettungsdienste und eine nachträgliche Verlegung der Patienten zu verhindern. Dies kommt dennoch immer wieder vor, da Rettungswagen auch abgemeldete Kliniken anfahren können, wenn sich zur gleichen Zeit mehrere Notaufnahmen abgemeldet haben.

„In solchen Fällen sind die Ärzte verpflichtet, die Erstversorgung zu übernehmen, der Patient wird danach aber meist direkt in ein anderes Krankenhaus verlegt“, erklärt Stefan Zorn, Sprecher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Für den Patienten sei das ärgerlich, eine Bettenauslastung von mehr als 93 Prozent in der MHH mache diese Maßnahme jedoch manchmal unausweichlich. „Dazu kommt, dass die Zahl der Notfallpatienten in den vergangenen neun Jahren von 29.604 um fast 40 Prozent auf 41.193 gestiegen ist“, sagt Zorn.

Im Klinikum der Region Hannover (KRH) sieht es ähnlich aus. In den vergangenen Jahren erhöhte sich die Gesamtzahl der Patienten, die in den elf Kliniken stationär aufgenommen wurden, von 120.000 auf 135 000. „Mehr als die Hälfte von ihnen kommt über die Notaufnahme in die Krankenhäuser“, erklärt Unternehmenssprecher Bernhard Koch. Oft treffen mehrere Notfallpatienten ein, während zugleich auch noch Patienten mit weniger dramatischen Beschwerden kommen - weil ihr niedergelassener Arzt keine Sprechstunde hat. In solchen Situationen kämen die Stationen vermehrt an ihre Belastungsgrenze und müssten sich daher bei der Rettungsleitstelle abmelden. Um die Notaufnahmen zu entlasten, wurden im KRH nun spezielle Ambulanzen eingerichtet. Dort werden Patienten behandelt, die in die Notaufnahme kommen, aber offensichtlich kein Notfall sind.

Jörn Kießler

HAZ-Leserforum

Diskutieren Sie mit: Wie steht es um die Kliniken?

Wie viele Krankenhäuser braucht die Region? Haben wir zu viele Betten oder zu wenige? Müssen die Kliniken künftig enger zusammenarbeiten, um die Versorgung sicherzustellen? Und wo sollen die Kinder zur Welt kommen? Die Kliniklandschaft in Hannover sortiert sich derzeit neu: Das Regionsklinikum hat unter dem Namen „Medizinstrategie 2020“ kürzlich weitreichende Änderungen bekannt gegeben. Die Kliniken Großburgwedel und Lehrte sollen geschlossen und durch einen Neubau ersetzt werden, das Springer Haus wird in eine Praxisklinik umgewandelt, und das Nordstadtkrankenhaus schließt seine Geburtshilfe. Auch die Diakonischen Dienste Hannover (DDH) stellen sich neu auf: So werden Friederikenstift und Henriettenstift fusionieren. Klar ist: Die Kliniklandschaft in Hannover wird sich in den kommenden Jahren drastisch verändern.

In zahlreichen Leserbriefen fragten HAZ-Leser nach der künftigen gesundheitlichen Versorgung in Hannover. Vertreter der Kliniken und der Politik stellen sich nun diesen Fragen. Beim HAZ-Forum am Dienstag, 11. November, geht es im Anzeiger-Hochhaus um die medizinische Versorgung in Stadt und Umland. Karten für den Diskussionsabend sind von heute an in den HAZ-Geschäftsstellen und HAZ-Ticketshops zu haben.

Die HAZ bringt alle an einen Tisch: Den Fragen stellt sich im Anzeiger-Hochhaus Regionspräsident Hauke Jagau, der auch Aufsichtsratsvorsitzender des Klinkums Region Hannover ist und noch am Dienstag im Haus der Region für die „Medizinstrategie 2020“ warb. „Es geht nicht um lokale Entscheidungen, sondern um das kommunale Klinikum als Ganzes“, sagte er dort.

Darum sind zum HAZ-Forum auch einige Teilnehmer des Runden Tisches eingeladen, den das Sozialministerium im Frühjahr durchführen will, um Hannovers Kliniklandschaft neu zu ordnen. Bei der HAZ sind so auch der MHH-Vizepräsident Dr. Andreas Tecklenburg und der Geschäftsführer des Regionsklinikums, Prof. Dr. Thomas Moesta, zu Gast. Auch die Geschäftsführung der Diakonischen Dienste Hannover (DDH), zu denen Friederikenstift, Henriettenstift und Annastift zählen, sowie ein Vertreter der CDU werden mit den HAZ-Lesern diskutieren.

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Karten gibt es in den HAZ-Geschäftsstellen für 2 Euro, Inhaber der AboPlus-Karten bekommen die Karte als Sitzplatzreservierung kostenlos. Los geht es am 11. November im Anzeiger-Hochhaus um 20 Uhr.

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