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Stadt Hannover Phil Collins – deshalb trat der Sänger so oft in Hannover auf
Aus der Region Stadt Hannover Phil Collins – deshalb trat der Sänger so oft in Hannover auf
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00:17 16.06.2019
Auf dem Zenit: Phil Collins am 4. September 1994 im Niedersachsen-Stadion. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Als Phil Collins mit Genesis 1975 in der brechend vollen Niedersachsenhalle spielte, war das der HAZ immerhin 31 Zeilen wert. Der Berichterstatter war fasziniert von diesem „seltenen Spektakel“, aber auch skeptisch. „Wenn ein Drittel mitgekriegt haben sollte, was Genesis ihnen da zelebriert hat, wäre das schon allerhand.“ Drei Jahre später, Messehalle 20, rückte der Gruppenkleinste nach dem Abgang von Peter Gabriel in den Mittelpunkt, was der HAZ-Kulturkritiker durchaus zu bemängeln wusste: „Erstaunlich blass und bieder und mit banalen Sprüchen um sich werfend geisterte Phil Collins durch die Szenerie. Aus dem Schatten von Peter Gabriel wird er sich auf diese Weise kaum lösen können.“

1978 in der Messehalle mit Genesis: Phil Collins in Hannover. Quelle: Andre Spolvint

Der Sprücheklopfer löste sich dann aber doch. Aus Gabriels Schatten und von der Band. Die erste Hälfte der Neunzigerjahre ist ein einziger Beweis: 1987 spielte Collins noch gemeinsam mit Genesis erstmals im Niedersachsen-Stadion, 1990 dann füllte er die Arena ohne seine Bandkollegen gleich zweimal. 1992, 14 Jahre nach der Messehalle 20, lockte er mit Genesis an drei Abenden 180.000 Menschen in die Heimspielstätte des frischgebackenen DFB-Pokalsiegers Hannover 96. Die HAZ schaute auf die VIP-Tribüne, wurde fündig und titelte „Rita Süßmuth zückt ihre Wunderkerzen.“

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Aber das war immer noch nicht genug. Die Atmosphäre in Hannover schien Collins zu beeindrucken. Hannover sei einfach anders. Warum? „Eine Szene hat mich immer wieder beeindruckt. Die Hannoveraner sind in den ruhigen Momenten auch wirklich ruhig. 60.000 Menschen, und alles ist still.“ Ein Kompliment mit Folgen. Im Oktober 1993 kündigte Collins eine weltweite Hallentournee an, um dabei nur eine Ausnahme zu machen: Hannover. Im Dezember vermeldete die HAZ ein Zusatzkonzert. Im Januar ein weiteres. Im April stand fest: Collins spielt viermal in fünf Tagen im Stadion. Am Ende sahen 240.000 Besucher in der damals noch größeren „Schüssel“ Collins beim Singen zu, was vor und nach ihm niemand mehr geschafft hat.

Rekordmann Collins: Bei einem von vier Konzerten im Stadion im Jahr 1994. Quelle: NP

In den ohnehin an Großkonzerten nicht armen Neunzigerjahren war er der Massenmann, seine Songs, hundert Prozent formatradiokompatibel, wohnten in den Top Ten der Charts. Der HAZ-Kritiker wusste warum: „Collins’ Musik, und davon gibt es mittlerweile reichlich, besteht aus lauter kleinen Meisterwerken banaler Tonkunst, eingetaucht und wie mit Butter bestrichen von einer Unzahl bonbonfarbener Scheinwerfer.“ Der Superstar zeigte sich nahbar, als Modelleisenbahnfan signierte er kleine Waggons, die dann für einen guten Zweck versteigert wurden.

Zurück in der Messehalle: Phil Collins beim Auftritt 1997 in Hannover. Quelle: HAZ

1997 trat der Brite dann wieder mal in der Messehalle auf, statt Nummer 20 nun die mit der Nummer 2. Zwei Konzerte auf einer Mittelbühne sollten die vorerst letzten Gastspiele in der Stadt sein. 2007 kam Collins dann noch einmal mit seiner reformierten Band Genesis in die mittlerweile verkleinerte und für die WM 2006 zum reinen Fußballstadion umgebauten Arena. Dass Collins dabei eine 96-Fanjacke trug, brachte ihm einigen Respekt bei den Fans der „Roten“ ein.

2007 im Stadion mit Genesis – und 96-Jacke. Quelle: HAZ

Nun kommt er also wieder. Doppelt. Mal sehen, was er sich diesmal ausdenkt an dem faszinierenden Ort, wo alle so ruhig sein können, wenn es die Musik gebietet.

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