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Stadt Hannover Das war „Planet Erde II in Concert“ in der TUI-Arena
Aus der Region Stadt Hannover Das war „Planet Erde II in Concert“ in der TUI-Arena
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10:24 14.03.2018
Ein Zwergfaultier-Weibchen findet ein Männchen zum Paaren. Aus der BBC-Dokumentation „Planet Erde II“ Quelle: Villegas
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Hannover

 Eine junge Meerechse kriecht langsam aus dem steinigen Boden. Sie hat ein Problem: Um zu ihren Artgenossen zu gelangen, muss sie an unzähligen Schlangen vorbei. Jede Bewegung kann tödlich sein: Die Schlangen können zwar nicht gut sehen, dafür Bewegungen umso besser wahrnehmen. Obwohl die Echse stillhält, wird sie bemerkt. Sofort fängt sie an zu laufen, während die Schlangen versuchen, sie einzuholen. Hektische dramatische Musik setzt mit ein, einige Schlangen können die Meerechse schon umschlingen. Doch dann kann sich die Echse befreien und schafft es in das sichere Gebiet.

Das dazugehörige Video hat vor einigen Jahren zu einem Hit in den sozialen Netzwerken geschafft. Doch was gehört zu diesen spektakulären Naturbildern und atemberaubenden Jagdszenen aus der Tierwelt? Richtig, ebenbürtige Musik. Daher ist es nur konsequent, dass bei „Planet Erde II Live in Concert“ am Freitagabend in der TUI-Arena zu faszinierenden und teils dramatischen Bildern der BBC-Dokumentation „Planet Erde II“ hochkarätige Musiker eingeplant sind. Das Prager Sinfonieorchester unter der Leitung von Matthew Freeman sorgt für eine beeindruckende musikalische Untermalung. Moderiert wurde die Show in einer fast ausverkauften Halle von ZDF-Moderator Dirk Steffens, der interessante Hintergrundeinblicke zu den gezeigten Szenen gibt. Für den 50-Jährigen Steffens quasi ein Heimspiel – immerhin stammt der Umweltaktivist aus Niedersachsen.

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Gleich zu Beginn des Abends wird deutlich, was für eine Vielfalt der Tierwelt in den kommenden zweieinhalb Stunden abgedeckt wird. Affen in der indischen Großstadt, Löwen in der namibischen Wüste oder Pinguine in der Antarktis: „Wir wollen die größten Schätze der Natur zeigen“, sagt Steffens. Aus dem Filmmaterial eines Ausmaßes von 82 000 DVDs haben die Veranstalter die schönsten Szenen herausgesucht. Am Anfang des Abends sorgt ein Zwergfaultier für mitleidendes Geseufze: Ein Männchen macht sich nach einem Paarungsruf eines Weibchen auf den Weg. Angekommen muss es feststellen: Ein anderes Männchen war schneller. Der grimmige Blick sowie die musikalische Untermalung der Szene führt zu großem Gelächter im Publikum. 

Die Dokumentation zeigt den täglichen Krimi des Überlebens in der Tierwelt. Ob in den Alpen, im Flachland oder auf einer einsamen Insel: Mit hollywoodreifer Musik begleitet das Prager Sinfonieorchester Affen, Pinguine und Adler auf ihrer Suche nach Nahrung und ihrem ständigen „Katz und Maus“-Spiel. Für besondere Erheiterung sorgt ein Bär: Wie Zeichentrickbär Balu aus dem Dschungelbuch schubbert sich ein Grizzly mit bester Laune an einem Baum.

Bei den bemerkenswert scharfen und detailreichen Bildern kann der Zuschauer fast vergessen, dass die Musik live ist – zu verblüffend ist das präzise Timing der Künstler mit dem Bewegtbild. Einzig die häufigen Szenenwechsel mit einführenden Erklärungen durch Steffens bremsen den Fluss der Show stellenweise etwas aus. Am Ende des Abends tut das der Sache aber keinen Abbruch: Das Publikum spendet stehend Applaus für das Orchester und Steffens. „Beeindruckend“ und „Das ist echt etwas Besonderes“ hört man Zuschauer sagen. Steffens hat seine Ankündigung vom Beginn des Abends gehalten – die Schönheit des Lebens auf der Erde zu zeigen. Er schließt mit einem Appell an das Publikum: „Wir sollten uns immer daran erinnern, wie schön der Planet ist und dass er nicht nur uns, sondern auch den Tieren gehört.

Von Maximilian Hett