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Stadt Hannover Polizei durchsucht Wohnungen von kurdischen Aktivisten
Aus der Region Stadt Hannover Polizei durchsucht Wohnungen von kurdischen Aktivisten
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17:26 28.06.2019
Die Betroffenen vermuten, dass die Durchsuchungen im Zusammenhang mit den Feierlichkeiten zum 25. Todestag des Kurden Halim Dener stehen. Quelle: Archiv
Hannover

Polizei und Staatsanwaltschaft haben am Donnerstag in Hannover Wohnungen von kurdischen Aktivisten durchsucht. „Wir wissen bisher von sieben Betroffenen“, sagt Ayser Kahraman vom kurdischen Verein NAV-DEM in Hannover. Die Polizeidirektion bestätigt den Einsatz, verweist aber auf die Staatsanwaltschaft Lüneburg. Dort werde das Verfahren geführt. Die Lüneburger Strafverfolger waren bislang für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

„Die Polizei hat alles auf den Kopf gestellt“

Nach Angaben von Ayser Kahraman sind die sieben Betroffenen, die alle dem kurdischen Volksrat in Hannover angehören, nach den Durchsuchungen von der Polizei befragt worden. Anschließend konnten sie die Wache wieder verlassen. Einer von ihnen ist Abdullah Efe: „Die Polizei ist um sieben Uhr morgens bei uns gewesen und hat alles auf den Kopf gestellt“, sagt er der HAZ. Die Einsatzkräfte hätten seine persönlichen Aufzeichnungen und sein Handy mitgenommen. „Außerdem haben sie nach Quittungen gesucht, denn sie werfen uns vor, mit unseren Veranstaltungen Geld für die verbotene kurdische Partei PKK zu sammeln“, sagt Efe.

Aktivisten fordern „würdevolles Gedenken“ an Dener

Die kurdischen Aktivisten vermuten allerdings, dass die Razzien im Zusammenhang mit den unmittelbar bevorstehenden Feierlichkeiten zum 25. Todestag des in Hannover erschossenen Kurden Halim Dener stehen. Der damals 16 Jahre alte Dener war in der Nacht auf den 30. Juni 1994 am Steintor von einem Polizisten erschossen worden. Der Jugendliche war beim Plakatieren erwischt worden. Sein Tod hatte bundesweit eine Welle von Protesten ausgelöst. Im Jahr 2014, 20 Jahre nach dem Vorfall, wurde die Gruppierung Kampagne Halim Dener ins Leben gerufen. Die Aktivisten fordern seitdem die Stadt Hannover immer wieder auf, sich für ein „würdevolles Gedenken an Halim Dener einzusetzen“.

Kundgebung am Sonntag auf dem Steintorplatz geplant

Die Polizeiaktion vom Donnerstag sei eine Unverschämtheit gegenüber der Erinnerung an Halim Dener, sagt Abdullah Efe. „Ich glaube aber, dass die Durchsuchungen dazu führen, dass bei den jetzt geplanten Aktionen deutlich mehr Unterstützer kommen.“ Am Sonntag ruft die Gruppierung um 21 Uhr zu einer Kundgebung auf dem Steintorplatz auf. Am Sonnabend darauf soll es einen bundesweiten Aktionstag zum Gedenken an Halim Dener in Hannover geben.

Von Tobias Morchner

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