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Stadt Hannover Ermittlungsverfahren zu Polizeigewalt eingeleitet
Aus der Region Stadt Hannover Ermittlungsverfahren zu Polizeigewalt eingeleitet
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17:55 08.06.2015
Nach dem HAZ-Bericht über Übergriffe auf Ausländer in Dienststellen der Polizeidirektion Hannover hat die Polizei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Quelle: Symbolfoto
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Hannover

Ein Polizeibeamter aus Hannover hatte der HAZ berichtet, dass seit Jahren Festgenommene immer wieder von Beamten im Dienst angegangen und malträtiert wurden. Die Taten kamen jedoch nie ans Licht, da die Polizisten sich untereinander schützten. Die Polizeidirektion leitet nun ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren ein, um mögliche Vertuschungstaten, die nach Angaben des Polizisten bis heute andauern sollen, aufzuklären. Die Ermittlungen richten sich allerdings nicht gegen die möglichen vergangenen Straftaten, die der Polizeibeamte gegenüber der HAZ geschildet hatte.  "Darüber hinaus gibt es im politischen Raum die Forderung, dass sich der Innenausschuss des Landtages mit diesem Thema befassen solle", heißt es außerdem in einer entsprechenden Mitteilung der Polizei.

Im Zuge der aktuellen Diskussion wird auch eine für Dienstagabend geplante Diskussionsveranstaltung der Polizei abgesagt. Vorgesehen war eine Gesprächsrunde zum Thema "Furchtbare Polizisten", eine Abendveranstaltung zur Ausstellung "Ordnung und Vernichtung - die Polizei im NS-Staat", die derzeit an der Waterloostraße zu sehen ist.

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Weil die Berichte des Polizisten gegenüber der HAZ die Diskussion womöglich bestimmt hätten und "vor dem Hintergrund des laufenden Strafverfahrens und der zu erwartenden parlamentarischen Befassung hier jedoch eine besondere Zurückhaltung seitens der Behörde geboten ist", entschied sich die Polizei zur Absage der Diskussion. Möglicherweise wird der Talk zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. Ein genauer Termin wurde nicht genannt.

r/sag

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