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Stadt Hannover Auch Flughunde im Einsatz
Aus der Region Stadt Hannover Auch Flughunde im Einsatz
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00:16 20.05.2014
Von Michael Zgoll
„Flughund“ Barney demonstriert, wie die Diensthunde bei der Polizei arbeiten. Quelle: Tobias Kleinschmidt
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Hannover

Gewöhnlich sind Flughunde in tropischen und subtropischen Gegenden unterwegs, werden als den Fledermäusen verwandte Tiere bei Nacht aktiv. Barney ist anders. Der holländische Herder fliegt auch tagsüber, und das in gemäßigten Klimazonen wie dem hannoverschen Ernst-August-Platz. Allerdings kreiste der Schäferhund am Sonnabend nicht aus eigener Kraft, sondern hatte sich in einen Stab verbissen, den Polizeikommissar Andreas Posch um die eigene Achse schleuderte. Die Flugeinlage war Teil der Show, die die Diensthundeführerstaffel beim Tag der offenen Tür von Polizeidirektion und Bundespolizeidirektion Hannover präsentierte.

Die Polizei bildet Hunde verschiedener Rassen aus, und deren Fähigkeiten sind ebenso vielfältig wie verblüffend. Der eine Vierbeiner erschnüffelt ein Leckerli unter einer Reihe von Pylonen, der andere entdeckt in Windeseile einen Tropfen Spiritus auf dem Asphalt, und ein dritter zeigt, wie kraftvoll sich ein Hund in den Arm eines Straftäters verbeißen kann – an diesem Tag um des lieben Friedens willen nur in den gut gepolsterten Arm eines Beamten.

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Wenige Meter neben den Hunden stehen ein paar andere Vierbeiner und lassen sich bestaunen. Bayard und Geronimo sind Alt-Oldenburger in Diensten der hannoverschen Reiterstaffel, und sie sind beeindruckend groß – besonders dann, wenn man selbst noch recht klein ist. Naomi aus Sehnde streichelt Wallach Geronimo den Nasenrücken, doch in diesem Fall scheint die Neunjährige aus Sehnde weniger nervös zu sein als das Pferd. „Ich reite schon, Ponys und mittlere Pferde“, begründet das Mädchen seine Furchtlosigkeit. Auf der anderen Seite, erläutert Polizeikommissarin Andrea Neumann, ist Geronimo erst seit zwei Jahren Mitglied der Reiterstaffel, steht zum ersten Mal im Fokus einer Publikumsveranstaltung. Da darf man als junger Alt-Oldenburger schon mal etwas nervös sein.

Dass die Pferde schon einiges gelernt haben bei der Polizeidirektion, zeigen sie später bei zwei Vorführungen. In drangvoller Enge nicht scheuen, bei Remmidemmi Ruhe bewahren – das ist wichtig zum Schutz von Mensch und Tier. Die Ausbilder lassen es scheppern und knallen, Bayard und Geronimo lässt das kalt.

Groß aufgefahren hat die Polizei an diesem Tag auf dem Bahnhofsvorplatz. Tausende von Besuchern lauschen dem Bundespolizeiorchester Hannover und begutachten Wasserwerfer oder Polizeitaucher-Fahrzeug. Sie informieren sich über die Arbeit der Polizeigewerkschaften, die Bekämpfung von Internetkriminalität oder die Aktivitäten des Vereins „Lachen helfen“, einer Initiative deutscher Soldaten und Polizisten für Kinder in Kriegsgebieten. Die Kinder aus der Region Hannover können sich mit Maya anfreunden, der rothaarigen Figur der Präventionspuppenbühne, oder auf Bobbycars durch einen kleinen Verkehrsübungsgarten rollern.

Spektakulär sind auch die Demonstrationen von Beamten zur Abwehr von Gewalttätern. Früher trainierten die Polizisten vor allem Jiu-Jitsu, jetzt steht verstärkt Kickboxen auf dem Ausbildungsplan. „Wir versuchen bei Festnahmen, so wenig gewalteinwirkend wie möglich vorzugehen“, erklärt der Moderator der Kampfkunstshow. Dem einen oder anderen Zuschauer mag in diesem Moment durch den Kopf gehen, dass einigen  Uniformierten aus Hannover derzeit vorgeworfen wird, diesen Grundsatz auch schon mal zu vergessen – doch das ist nicht das Thema an einem Tag der offenen Tür, der so informativ und unterhaltsam ist wie dieser.

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