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Stadt Hannover Protest bei Karstadt gegen „Zumutungen“
Aus der Region Stadt Hannover Protest bei Karstadt gegen „Zumutungen“
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13:36 05.05.2010
Von Stefanie Kaune
Weitere Filialschließungen seien nach den Plänen des neuen Investors nicht ausgeschlossen.
Weitere Filialschließungen seien nach den Plänen des neuen Investors nicht ausgeschlossen. Quelle: HAZ (Archiv)
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„Irgendwann ist Schluss mit den Zumutungen“, meint der hannoversche Betriebsratschef Rolf Stenzel. Das hätten die 250 Kollegen in der Versammlung deutlich zum Ausdruck gebracht. Inzwischen habe sich bestätigt, dass Triton eine „völlig neue strategische Ausrichtung“ plane, in deren Rahmen auch der Abbau der zuletzt immer wieder genannten 4000 bis 5000 Stellen drohe.

So plane der Investor, unrentable Sortimente wie Elektro- oder Haushaltswaren fremd zu vermieten oder sogar zu schließen, berichtet Stenzel. Der Charakter von Karstadt als Warenhaus mit Komplettsortiment werde dadurch gefährdet. Zudem gebe es Anzeichen, dass sich Triton aus der Tarifbindung lösen wolle. „Das alles steht im Widerspruch zum ausgehandelten Insolvenzplan und zum Fortführungstarifvertrag“, sagt Stenzel.

Auch weitere Filialschließungen seien nach den Plänen des neuen Investors nicht ausgeschlossen. Er gehe aber davon aus, dass Hannover nach der Aufgabe des Heim- und Technikhauses davon nicht betroffen sei, betont der Betriebsratsvorsitzende.

Im Zuge der Verhandlungen zum Insolvenzplan habe die Belegschaft bereits „erhebliche Zugeständnisse“ gemacht, unterstreicht Stenzel. So sei etwa der Verzicht auf Weihnachts- und Urlaubsgeld ebenso vereinbart worden wie die pauschale Kürzung von Sonderleistungen um zehn Prozent. Mit ihrem Protest gegen weitere finanzielle Zugeständnisse wissen sich die hannoverschen Karstadt-Mitarbeiter einig mit ihren Kollegen bundesweit, die Dienstag ebenfalls Betriebsversammlungen abhielten.

Conrad von Meding 04.05.2010
04.05.2010