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Stadt Hannover Dackel Django raubt Mietern den Schlaf
Aus der Region Stadt Hannover Dackel Django raubt Mietern den Schlaf
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00:15 10.02.2017
Von Michael Zgoll
Kann denn Bellen Sünde sein? Django guckt ganz unschuldig. Quelle: Zgoll
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Hannover

Eine 57 Jahre alte Mieterin hat nun die Vermieterin ihres Hauses, die Franz-Kühnemann-Stiftung, verklagt. Diese soll dafür sorgen, dass der Lärm niemanden mehr belästigt - sei es durch bauliche Maßnahmen, sei es durch einen Auszug des Hundes oder seiner 67 Jahre alten Besitzerin.

Eine Streitschlichtung vor dem Schiedsamt ist bereits gescheitert, auch am Amtsgericht war am Montag keine gütliche Einigung möglich. So hörte sich Zivilrichterin Mandy Urbschat die ersten fünf Zeugen an, zum nächsten Verhandlungstag sind weitere Nachbarn geladen.

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Die Klägerin und ihr Anwalt Volker Neitzel haben Lärmprotokolle gefertigt, die Djangos Bellen über Monate dokumentieren. Doch sind sie nicht die Einzigen, die das Kläffen des dreijährigen Tieres akribisch notiert haben. Auch ein in der Nachbarschaft wohnender IT-Berater, der lange über seiner Master-Arbeit brütete, griff zum Stift. Das Fazit des 36-Jährigen: „Das Gebell ging frühmorgens los und dauerte oft bis spät in die Nacht.“ Manchmal habe Django nur mit wenigen Wuffs auf sich aufmerksam gemacht, doch gelegentlich habe das Bellen minutenlang angedauert. Erst vergangene Woche, so der Mieter, habe der Hund eines Morgens um 5.30 Uhr mal wieder „so richtig Gas gegeben“. Er habe sich bereits bei der Stiftung beschwert, erklärte der Zeuge, doch habe die Vermieterin bislang keine Abhilfe geschaffen.

Nur eine Zeugin sagte aus, dass sie den Hund kaum höre. Dagegen erzählte eine 59-jährige Unternehmerin, die oft erst nachts nach Hause kommt, dass Django manchmal fünf bis zehn Minuten am Stück kläffe. Und eine andere Hausbewohnerin nannte das bereits zwei Jahre währende Gebell „durchdringend“ und „unangenehm“.

Die Besitzerin von Django behauptete, die „Sache im Griff zu haben“. Ihr Teckel sei ein liebenswertes Tier, das nachts neben ihrem Bett schlafe und ganz friedlich sei. Auf Nachfrage von Richterin Urbschat gab sie jedoch zu, dass sich Django schon manchmal meldet: wenn andere Hunde am Fenster vorbeilaufen beispielsweise oder wenn Gäste von Feiern im nahen Paddel-Club nachts am Haus vorbeikommen. Von der Einsicht, etwas an der Situation zu ändern, war die Seniorin aber weit entfernt.

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