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Stadt Hannover Fastende Schüler belasten Schulalltag nicht
Aus der Region Stadt Hannover Fastende Schüler belasten Schulalltag nicht
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00:15 22.05.2019
Nach Sonnenuntergang darf im Ramadan gut und reichlich gegessen werden. Quelle: Philipp Von Ditfurth
Hannover

Noch gut zweieinhalb Wochen dauert der diesjährige Fastenmonat Ramadan. Nicht nur erwachsene Muslime, sondern auch immer mehr Kinder beteiligen sich daran. In Berlin berichten Lehrer zunehmend von Schülern, die unterernährt und erschöpft zum Unterricht kommen. Denn Essen und Trinken ist während des Ramadans erst nach Sonnenuntergang erlaubt. Aber auch Schüler, die während dieser Zeit tagsüber nichts essen, müssen dennoch zur Schule gehen, am Sportunterricht teilnehmen und Klausuren schreiben. „Auch während des Ramadans gilt grundsätzlich die schulische Teilnahmepflicht“, sagt eine Sprecherin des Kultusministeriums. Sie fügt aber auch hinzu: „Im Unterricht sollte aus Fürsorgegesichtspunkten auf die Besonderheiten des Fastenmonats Rücksicht genommen werden, zum Beispiel möglichst kein Langstreckenlauf im Sportunterricht.“

„Keine Sonderrechte für Muslime

Bekannte Muslime wie der Psychologe Ahmad Mansour oder die Rechtsanwältin Seyran Ates warnen jedoch davor, Muslimen allzu viele Sonderrechte einzuräumen. Die Schule müsse Vorrang haben, kultursensibler Unterricht bedeute nicht, sich den Forderungen streng Gläubiger zu beugen.

Für Schulleiter in der Region Hannover scheint der Umgang mit fastenden Schülern – anders als in Berlin – aber kein großes Problem zu sein. „Ramadan belastet unseren Schulalltag nicht“, stellt Rainer Lubert von der Pestalozzi-Oberschule in Anderten klar. Sie habe den Eindruck, dass die fastenden Schüler eine sehr differenzierte Sicht auf das Thema hätten, abwägten und ihre eigenen Entscheidungen träfen, berichtet Silke Dorn von der Gerhart-Hauptmann-Realschule. Auch im Elternhaus werde das diskutiert. Im Zweifel geht Schule vor..

Schulnoten wichtiger als Fasten

Fasten sei eine der fünf Säulen des Islams, sagt Andreas Hadaschik von der Integrierten Gesamtschule Garbsen. Das Alter, ab dem gefastet werden müsste, sei nicht eindeutig festgelegt. Laut Kultusministerium sind die Schüler, die am Ramadan teilnehmen, gemeinhin aber im Pubertätsalter. Fasten sei die Entscheidung des einzelnen, sagt Schulleiter Hadaschik und zitiert aus der Neuköllner Empfehlung zu Ramadan und Schule. Wer nicht faste oder in einem Jahr aussetze, etwa weil er sein Abitur ablege, sei deshalb kein schlechterer Mensch. Es sei auch möglich, an einzelnen Tagen, etwa wenn Prüfungen anstünden das Fasten zu brechen und dies später nachzuholen. Man könne die Fastenzeit auch in die Sommerferien verschieben.

Karin Haller, Leiterin der Peter-Ustinov-Schule, findet, dass die Neuköllner Empfehlung praxisnahe Tipps enthalte. Darin heißt es auch: „Fasten ist wie Beten eine Sache zwischen Mensch und Gott, es geht niemanden etwas an, ob jemand fastet oder nicht. (...) Wenn Eltern ihre Kinder für das Fasten lobe, sollte das Lob immer verknüpft werden mit dem Hinweis, dass es bei Gott noch höher angesehen ist, wenn Kinder und Jugendliche zugleich in der Schule erfolgreich sind.“

Generelle Entschuldigung vom Sportunterricht gibt es nicht

Eltern können ihre Kinder während des Ramadan nicht per Entschuldigung generell vom Sportunterricht befreien lassen. Natürlich würden Sportlehrer aber mit Augenmaß agieren, sagt Hadaschik. Ähnlich äußert sich Rainer Lubert von der Pestalozzischule in Anderten. Im Sport würde man auf Ausdauersport in diesen Wochen verzichten. Auch Michael Bax, Leiter der Leonore-Goldschmidt-Schule, verweist darauf, dass Sportlehrer im Unterricht Rücksicht nehmen, wenn ein Schüler körperliche Schwäche zeige, das gelte aber immer, egal aus welchen Gründen. Das könne ein Mädchen mit Regelschmerzen genauso sein wie ein durch Fasten entkräfteter Schüler.

Von Saskia Döhner

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