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Stadt Hannover Vollautomatische Fahrrad-Parktürme sollen Verkehrswende vorantreiben
Aus der Region Stadt Hannover Vollautomatische Fahrrad-Parktürme sollen Verkehrswende vorantreiben
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07:00 12.09.2019
So könnte der vollautomatische Fahrrad-Parkturm am Bahnhof Wunstorf aussehen. Er soll nächstes Jahr gebaut werden. Quelle: Region Hannover (Computersimulation)
Hannover/Wunstorf

Überall an den Bahnhöfen in Hannover und im Umland mangelt es an Fahrradabstellplätzen. Die Region startet jetzt ein Pilotprojekt: Zunächst in Wunstorf sollen zwei vollautomatische Rad-Parktürme entstehen, in denen Pendler ihre Zweiräder wie in einem gläsernen Hochregallager einschließen lassen können. Das Versprechen der Hersteller: Das Rad soll in weniger als 18 Sekunden startklar sein. Das Versprechen der Region: Pendler sollen nichts bezahlen müssen.

Rad-Parktürme sollen Verkehrswende in Hannover vorantreiben

„Wir wollen die Verkehrswende vorantreiben“, sagt Regions-Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz. Derzeit sei die Situation an vielen Bahnhöfen sowohl in der Stadt wie auch im Umland leider so, dass Pendler ungern ihre Räder dort abstellten, um mit der Bahn weiterzufahren. „Es gibt viel zu wenige Plätze, und das Abstellen vor allem von teureren Rädern ist nicht sicher“, sagt Franz. Mit zusätzlichen und sicheren Abstellanlagen hoffe die Region auf mehr Pendler, die sowohl mit Rad als auch Öffentlichem Nahverkehr zur Arbeit fahren.

Konventionelle Radparkhäuser in Hannover dauerbelegt

Am Hauptbahnhof in Hannover sind die konventionellen Radparkhäuser ständig ausgebucht. Sie benötigen viel Platz – vollautomatische Anlagen kommen mit weniger Platz aus. Quelle: Conrad von Meding (Archiv)

An Hannovers Hauptbahnhof existieren zwei Fahrradparkhäuser, die aber ausgelastet sind und viel Platz benötigen. In Süddeutschland machen Kommunen vor, dass zumindest das Platzproblem mit Hightechprojekten lösbar ist. Vollautomatische Anlagen stapeln die Räder in Sekundenschnelle in mehrgeschossiger Höhe – und dadurch auf geringer Grundfläche. „Wir wollen mit der ersten Pilotanlage ein deutliches Zeichen setzen“, sagt Dezernent Franz: „Das soll im Wortsinne ein Leuchtturm sein.“

Video: So funktioniert der vollautomatische Rad-Parkturm

In den vollautomatischen Anlagen nimmt ein Greifmechanismus das Rad in Empfang und stapelt es dann an einem beliebigen freien Platz. Weil sich im Inneren kein Mensch bewegt, kann die Robotertechnik sehr schnell arbeiten. Gut 240 Plätze sollen die beiden Rad-Parktürme bieten, die Gesamtkosten liegen bei rund 1,5 Millionen Euro. Die Region will noch in diesem Monat Fördergeld bei Bund und Land beantragen und dann eine Ausschreibung starten. „Wir wollen Bau und Fertigstellung 2020 sicherstellen“, sagt Franz.

Standorte in Wunstorf, Lehrte und an der Bismarckstraße

„Zusammenarbeit mit Wunstorf klappt hervorragend“: Neben dem Trafohäuschen soll an der Stelle des Motorrad-Parkplatzes künftig eine Fahrradgarage mit mehreren Etagen stehen. Die Motorräder bekommen einen anderen Platz. Quelle: Sven Sokoll

Für das Pilotprojekt sei Wunstorf ausgewählt worden, weil dort der Parkdruck für Radfahrer am Bahnhof hoch sei und die Stadt Flächen des bisherigen Motorradparkplatzes zur Verfügung stellen wolle. „Die Zusammenarbeit mit Wunstorf klappt hervorragend“, sagt Franz. Weitere Anlagen ähnlichen Typs könne es anschließend am Bahnhof Bismarckstraße in Hannovers Südstadt sowie am Bahnhof Lehrte geben. Für Nutzer mit GVH-Dauerkarten soll es ein System geben, das die kostenlose Nutzung der Rad-Parktürme ermöglicht.

Langenhagen und Pattensen bekommen kleinere Anlagen

Kleinere Rad-Abstellanlagen entstehen nach Angaben der Region in Langenhagen an der Stadtbahnhaltestelle Berliner Platz sowie in Pattensen. Sie sind zweigeschossig und sollen mechanisch funktionieren: Mithilfe eines Hebelmechanismus’ können Räder übereinander geparkt werden, um Platz zu sparen. Auch bei diesen Anlagen seien weitere Standorte in den Regionsstädten geplant, sagt Franz. An diesem Donnerstag beschäftigt sich der Verkehrsausschuss der Region mit dem Thema.

Schrotträder blockieren Plätze an Bahnhöfen

In Hannover ist die Situation der am Hauptbahnhof abgestellten Räder schon lange ein Ärgernis. Pendler finden selten einen Platz, weil viele Abstellbügel von defekten Schrotträdern blockiert sind. Obwohl sie regelmäßig abgeräumt werden, sammeln sich schnell wieder neue Rosträder. In den beiden vom Qualifizierungsprojekt Step betriebenen Fahrradparkhäusern neben und hinter dem Bahnhof sind alle Plätze für Pendler dauerbelegt. Am Mittwoch waren bei einer Stichprobe von 785 Rad-Stellplätzen weniger als 100 frei, und die sind ausschließlich für Kurzzeitparker.

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Von Conrad von Meding

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