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Stadt Hannover Rudolf Schenker über die offene Zukunft
Aus der Region Stadt Hannover Rudolf Schenker über die offene Zukunft
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20:16 17.08.2012
Von Stefanie Kaune
Scorpions-Gitarrist Rudolf Schenker steht Rede und Antwort im HAZ-Interview. Quelle: dpa
Hannover

Herr Schenker, Sie sind mit den Scorpions immer noch weltweit auf Abschiedstournee. Nach dem Auftritt beim Wacken-Festival Anfang August ist aber erst mal Pause bis Ende des Monats. Was tun Sie gerade? Mal richtig ausruhen zu Hause in Schwarmstedt?

Von wegen. Im Augenblick komme ich gar nicht zum Entspannen. Da ist man nach Monaten wieder zu Hause und hat all die Dinge hier zu erledigen, die liegengeblieben sind. Das fängt mit dem Termin beim Zahnarzt an. Dann sind Sachen am Haus zu reparieren, und die Technik in unserem Studio muss gecheckt werden. Für die Auftritte im September in Südamerika müssen schon Gitarren dorthin geschickt werden. Dann soll ich noch ein gemeinsames Interview mit meinem Freund, dem brasilianischen Schriftsteller Paolo Coelho, geben. Ich möchte mich um das alles aber selbst kümmern und es nicht einfach ans Management abgeben.

Keine ruhige Minute im Kreis der Familie?

Sicher finde ich auch noch ein paar Tage Ruhe, ehe es am 31. August in Breslau weitergeht mit der Tour. Das ist übrigens mein Geburtstag, und ich denke, die Kollegen haben da eine Überraschung vorbereitet. In Schwarmstedt kann ich am besten entspannen. Ich sage immer, das ist Urlaubsland. Wir sind ja sogar dabei, Kurort zu werden.

Während die Scorpions unterwegs sind, sind sie zugleich auch an einem festen Ort präsent: im Rock-’n’-Pop-Museum Gronau mit der Ausstellung „Rock you like a Hurricane“. Dort heißt es, die Schau sei mit bisher rund 25000 Zuschauern die erfolgreichste Ausstellung seit Museumsgründung im Jahr 2004 …

Wie schön! Ich muss sagen, dass mich das sehr freut. Besonders schön hätte ich es auch gefunden, wenn wir mit einer solchen Scorpions-Ausstellung in Hannover angefangen hätten. Wir haben zudem noch Stücke aus unserer langen Bandgeschichte in der „Rock and Roll Hall of Fame“ in Cleveland in den USA. Ja, und unsere Stahlpyramide steht noch in Wacken. Wäre toll, wenn wir da einiges auch mal in Hannover zeigen könnten.

Gibt es denn schon Pläne für 2013? Wenn nächstes Jahr die Abschiedstournee beendet ist, wäre das doch ein guter Zeitpunkt für eine Scorpions-Schau in der Heimat.

Das wäre in der Tat der passende Zeitpunkt. Wir würden uns sehr freuen, wenn das zusammen mit den Ausstellungsmachern gelingen könnte. Es gibt da noch keine konkreten Pläne, aber leichte Schwingungen. Es ist durchaus Interesse an uns herangetragen worden. Mehr kann ich dazu aber noch nicht sagen.

„Rock you like a Hurricane“ läuft seit Januar und ist bis Ende August verlängert worden. Können Sie denn 25000 Zuschauer in acht Monaten überhaupt beeindrucken, wenn bei manchen Scorpions-Auftritten locker doppelt so viele Fans in der Konzertarena sind?

Konzerte und Museumsausstellungen kann man nicht vergleichen. Und wenn ich sehe, dass viele Menschen eine lange Anreise auf sich nehmen, um erst nach Gronau zu kommen und unsere Ausstellung zu sehen, finde ich das schon toll. Außerdem machen die Organisatoren im Rockmuseum das mit dem Herzen, was sie tun. Wie die Jungs in Wacken.

Und was passiert nach Ausstellungsende mit den Exponaten? Vieles haben Sie und Ihre Kollegen erstmals aus dem privaten Fundus zur Verfügung gestellt. Holen Sie das alles wieder nach Hause, bis die Schau in Hannover zu sehen ist?

Da habe ich mich schon erkundigt, das ist eine ganz einfache Sache. Das wird in Gronau gelagert, bis es wieder gebraucht wird. Und es sind ja auch nicht nur Erinnerungsstücke wie Gitarren, Klamotten oder Preise, die zur Ausstellung gehören, sondern auch ein 3-D-Film der Band, der sogar vom Fraunhofer-Institut für seine innovative Technik ausgezeichnet wurde. Wir mögen es, neue Technik einzusetzen und auszuprobieren, was alles möglich ist. Und wir denken da auch an unsere Fans in der ganzen Welt. Nicht jeder kann uns live sehen, und als ich vor Jahren den Film „Avatar“ in 3 D gesehen habe, dachte ich mir: Solche Effekte können wir auch für uns nutzen.

Nach internationalen Auftritten spielen die Scorpions laut aktuellem Tourneeplan Mitte Dezember wieder in Deutschland, in Oberhausen. Was kommt danach? Das endgültige Ende der Band?

Nein. Das wird immer wieder verwechselt. Wir haben Anfang 2010 gesagt, dass wir auf zweijährige Abschiedstournee gehen und danach keine großen Konzertreisen mehr machen und kein Studioalbum. Doch das heißt nicht, dass wir uns auflösen. Das letzte Kapitel ist aufgeschlagen, aber noch nicht zu Ende. Wir haben so viel Film- und Tonmaterial in den Archiven, das wollen wir alles in Ruhe sichten und aufbereiten. Und wenn hier und da eine Anfrage kommt, live zu spielen, dann sind wir bestimmt auch nicht dagegen. Oberhausen wird im Übrigen auch noch nicht das letzte Konzert der „Farewell“-Tour sein. Es wird auch in 2013 noch etwas geben. Ich persönlich bleibe immer gern offen für alles.

In jedem Fall sortiert sich einiges neu nächstes Jahr. Gilt das auch fürs Private? Sie sind seit fast zehn Jahren mit Ihrer Lebensgefährtin Tatyana Sazanova zusammen. Denken Sie mal an Heirat?

Eigentlich ist Heiraten nicht mehr mein Ding. Und so, wie wir leben, sind wir glücklich. Aber es kann alles möglich sein. Ich will nicht sagen, ich sitze in einem Kasten, den verlasse ich nicht mehr. Das hängt bestimmt irgendwann vom augenblicklichen Gefühl ab. Für mich ist sowieso jeder Tag aufs Neue spannend.

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