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Stadt Hannover Oberbürgermeister Schostok geht weiter zur Arbeit
Aus der Region Stadt Hannover Oberbürgermeister Schostok geht weiter zur Arbeit
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11:56 12.08.2019
Stefan Schostok (SPD), scheidender Oberbürgermeister, testet bei der Messe „micromobility expo“ auf der Messe Hannover einen E-Roller. Am ersten Arbeitstag nach seinem Rücktritt war Schostok ganz normal in seinem Büro im Neuen Rathaus erschienen. Quelle: Christophe Gateau/dpa
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Hannover

Am ersten Arbeitstag nach seiner Rücktrittsankündigung hat Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok am Donnerstag in seinem Arbeitszimmer im ersten Stock des Rathauses an seinem Schreibtisch gesessen. Der Oberbürgermeister sei ganz normal zur Arbeit gekommen, berichtete Rathaussprecherin Konstanze Kalmus. Und auch die Öffentlichkeit scheute er nicht: Später am Tag besuchte er noch die Mobilitätsmesse „micromobility expo“ auf dem Messegelände – wo er auch einen Interviewwunsch der Satiresendung „heute show“ nicht ablehnte.

Schostok macht im Urlaub noch Termine

Wie am Dienstag bei einer Pressekonferenz angekündigt, werde er seine Amtsgeschäfte weiterführen, berichtete Kalmus. Bei repräsentativen Terminen werde er durch den ehrenamtlichen Bürgermeister Thomas Hermann vertreten. Es sei aber nicht auszuschließen, dass Schostok sich auch bei Terminen in der Stadt blicken lasse, meinte die Sprecherin.

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Stefan Schostok wird auf der Messe «micromobility expo» von Fabian Köster, Reporter der "heute-show", interviewt. Quelle: Christophe Gateau/dpa

Direkt im Anschluss an die Sondersitzung des Rates am 16. Mai, in der der Rücktritt des Oberbürgermeisters beschlossen werden soll, will Schostok Urlaub nehmen. Dennoch werde er dann Termine wahrnehmen, bei denen er sich nicht vertreten lassen könne. Das gelte zum Beispiel für Aufsichtsratsmandate, erläuterte Kalmus. Diese seien immer an eine Person gebunden.

Nach der Ratssitzung wird Schostoks Stellvertreterin, die Erste Stadträtin Sabine Tegtmeyer-Dette die Leitung der Verwaltung übernehmen. Die repräsentativen Aufgaben werden von den ehrenamtlichen Bürgermeistern Thomas Hermann (SPD), Regine Kramarek (Grüne) und Klaus Dieter Scholz (CDU) wahrgenommen.

Parteien setzen Kandidatensuche fort

Unterdessen setzen die Parteien die Suche nach Kandidaten für die vorgezogene Oberbürgermeisterwahl fort, die voraussichtlich im November stattfinden soll. Am weitesten fortgeschritten ist offenbar die FDP, dort läuft alles auf den Stadtverbandsvorsitzenden und früheren FDP-Generalsekretär Patrick Döring hinaus. Döring selbst wollte sich am Donnerstag nicht äußern. Er wartet offenbar das Votum der Mitgliederversammlung am 27. Mai ab. Seine Nominierung gilt allerdings als sicher.

Stefan Schostok (SPD), scheidender Oberbürgermeister, testet bei der Messe «micromobility expo» auf der Messe Hannover einen E-Roller. Am ersten Arbeitstag nach seinem Rücktritt war Schostok ganz normal in seinem Büro im Neuen Rathaus erschienen. Quelle: dpa

Bei den anderen Partei herrscht augenscheinlich noch Unsicherheit. Man führe Gespräche, heißt es in den unterschiedlichen Lagern. Hannovers SPD-Parteichef Alptekin Kirci benannte am Donnerstag vier Kriterien für einen geeigneten Kandidaten: Führungsqualität, Verwaltungserfahrung, Bürgernähe und ein sozialdemokratisches Profil. Immer wieder fallen bei der SPD die Namen des ehrenamtlichen Bürgermeisters Thomas Hermann, von Kämmerer Axel von der Ohe, der Bundestagsabgeordneten Yasmin Fahimi und des enercity-Finanzvorstands und früheren Kämmerers Marc Hansmann.

CDU wartet bis Montag

Bei der CDU beginnt die Kandidatensuche erst nach dem kommenden Montag, dann soll Maximillian Oppelt den bisherigen Vorsitzenden des Kreisverbandes Hannover-Stadt, Dirk Toepffer, ablösen. Bisher werden unter anderem die Namen der Landessuperintendentin Petra Bahr und der Landtagsabgeordneten Mareike Wulf gehandelt.

Die Grünen wollen in den nächsten Tagen Vorschläge aus der Mitgliedschaft sammeln, eine entsprechende Mail wird derzeit vorbereitet. Unterdessen gibt es bei einflussreichen Mitgliedern Vorbehalte gegen den möglichen Kandidaten Belit Onay. „Die Frage, ob jemand Verwaltungserfahrung hat, wird in diesem Oberbürgermeisterwahlkampf eine wichtige Rolle spielen“, heißt es hinter vorgehaltener Hand. Zwar habe der Dresdener Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain vorerst abgewunken, dennoch sei er ein geeigneter Kandidat, ist zu hören.

Auch die AfD will einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken. Wer das werde, solle in den kommenden Wochen geklärt werden, sagte der Fraktionschef im Stadtrat, Sören Hauptstein.

Lesen Sie auch hier: Schostoks Rücktritt: Und jetzt nach vorn

Von Mathias Klein

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