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Stadt Hannover S-Bahn-Ausfälle: Strafen für DB Regio vervierfacht
Aus der Region Stadt Hannover S-Bahn-Ausfälle: Strafen für DB Regio vervierfacht
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09:20 13.09.2019
„Keine seriöse Zeitplanung“: Pendler sind auf die S-Bahnen angewiesen. Vor allem die Ausfälle auf der Linie S 6 aber waren bewusst gesteuert. Quelle: Antje Bismark (Symbolbild)
Hannover

Vor allem auf der Linie S 6 haben sich in den vergangenen Monaten die Ausfälle von S-Bahnen gehäuft – zum Ärger vieler Pendler und Berufsschüler, die zwischen Hannover und Burgdorf unterwegs sind. Im Verkehrsausschuss der Region wurde am Donnerstag bekannt: Die Strafen, die die DB Regio für ausfallende S-Bahnen an die Region zahlen muss, haben sich in drei Jahren von 670.000 auf 2,5 Millionen Euro vervierfacht. Und auf der Strecke nach Burgdorf war es nach Angaben des Ausschussvorsitzenden Oliver Brandt (CDU) sogar eine Verfünffachung: von 40.000 auf 250.000 Euro.

Ausfälle auf die S 6 nach Burgdorf konzentriert

Wolfgang Torkler von der DB Regio bestätigte den Regionspolitikern, dass dem Unternehmen die Lokführer weglaufen, seit klar ist, dass ab 2021 der Auftrag zum Betrieb der S-Bahnen von der DB Regio auf die Nordwestbahn übergeht. Ein Dutzend Lokführer habe sich konzernintern wegbeworben, „andere melden sich krank“. Um die Auswirkungen der Zugausfälle gering zu halten, habe man diese auf die S 6 konzentriert, weil dort relativ wenig Fahrgäste verkehrten und Ausfälle keine Auswirkungen auf andere Züge hätten. Diese Benachteiligung der Burgdorf-Pendler löste harsche Kritik unter anderem beim Linken-Politiker Michael Fleischmann aus. Es sei „keine seriöse Zeitplanung“ mehr möglich.

Kundenzufriedenheit mit S-Bahn hoch

Gemeinsam mit Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz stellte Torkler aber auch heraus, dass es mit dem hannoverschen S-Bahnnetz eine bundesweit nur auf Usedom übertroffene Kundenzufriedenheit gebe – das sei mit etlichen Befragungen nachgewiesen. Auch dass die Zahl der Fahrgäste sich seit 2001 verdoppelt habe auf 90.000 am Tag, sei ein Vertrauensbeweis.

Neue Lokführer treten Jobs an

Die DB Regio habe inzwischen massiv in die Ausbildung von Lokführern investiert, sagte Torkler. Ein erster Kurs mit neun Teilnehmern habe die Prüfung gerade absolviert, zwei weitere liefen noch. Zu personalbedingten Zugausfällen könne es in naher Zukunft eigentlich nicht mehr kommen, sagte Torkler. Ohnehin machten diese den kleinsten Teil der Zugausfälle aus – „bei vier von fünf ausfallenden Zügen liegt es an Baustellen“.

Interimslösung bei S-Bahn-Betreiberwechsel?

Am Rande der Sitzung wurde bekannt, dass der Übergang von der S-Bahn auf die Nordwestbahn möglicherweise verzögert stattfindet. „Es gibt Gespräche dazu, weil der Betreiber überhaupt nicht in der Lage ist, den Betrieb zu übernehmen“, sagte Torkler: „Es ist denkbar, dass wir das nach dem Jahreswechsel zunächst fortführen.“ Auch Regionspräsident Hauke Jagau sprach davon, dass es möglicherweise eine „Interimslösung“ geben müsse. Die Nordwestbahn kämpft genauso wie alle Bahngesellschaften mit starkem Lokführermangel.

Zum Weiterlesen:

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Von Conrad von Meding

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