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Stadt Hannover Sozialwohnungen im Bredero-Hochhaus?
Aus der Region Stadt Hannover Sozialwohnungen im Bredero-Hochhaus?
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00:16 20.02.2015
Von Andreas Schinkel
Das Bredero-Hochhaus muss saniert werden. Die SPD möchte dort Sozialwohnungen anbieten.  Quelle: Nancy Heusel (Archiv)
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Hannover

Der Bezirksrat Mitte ist nicht nur bekannt für seine endlosen Sitzungen (Spitzname: Bezirksrat Mitternacht). Das Gremium gilt auch als wichtigster Bezirksrat Hannovers, denn alle Verwaltungsvorschläge, die die Innenstadt betreffen, werden zunächst den Damen und Herren diesem Gremium vorgelegt – vom Bau des Kröpcke Centers bis zur Neugestaltung des Bredero-Hochhauses. Der Bezirksrat scheut sich nicht, bei großen Themen eine andere Meinung zu vertreten als die Kollegen im Rat.

So auch in der jüngsten Sitzung am Montagabend. Der Bebauungsplan für das Bredero-Hochhaus liegt auf dem Tisch. Für 20 Millionen Euro will der Eigentümer des Betonklotzes am Raschplatz die Fassade mit Aluminium-Platten verkleiden. Zudem sollen elf leer stehende Büroetagen in Eigentumswohnungen umgewandelt werden. Die SPD im Bezirksrat meldet Änderungswünsche an. Die Stadt soll mit dem Investor aushandeln, dass 20 Prozent der Wohnungen zum Sozialtarif von 5,40 Euro pro Quadratmeter angeboten werden, zudem soll eine Kita und ein „gewisser Anteil“ familienfreundlicher Wohnungen geschaffen werden.

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Eine „schwierige Immobilie“

Stadtplaner Andreas Zunft kann seinen Ärger kaum verbergen. „Wir haben es mit einer schwierigen Immobilie zu tun und bitten darum, auf solche Vorgaben zu verzichten“, sagt er. CDU und FDP pflichten ihm bei, die SPD bleibt hart. Auf Bitte der Grünen entschärfen die Genossen ihre Forderung, der Eigentümer soll lediglich einen „angemessenen Anteil“ von Sozialwohnungen schaffen. Der Antrag wird mit rot-grüner Mehrheit beschlossen, aber SPD-Baupolitiker Ewald Nagel schüttelt sogleich den Kopf. „Das können wir dem Investor nicht zumuten“, sagt er.

Bei einem anderen Bauprojekt geht die CDU auf die Barrikaden. Auf dem letzten städtischen Grundstück des Zooviertels will Projektentwickler Frank Bremer von der Firma Leinekontor ein Haus im Stil einer neoklassizistischen Villa bauen. Sieben Eigentumswohnungen entstehen an der Zeppelinstraße/Ecke Seelhorststraße, „sehr exklusiv, sehr hochpreisig“, wie es von Investorenseite heißt. Die CDU im Bezirksrat meint dazu: „Wir brauchen keine weiteren Luxuswohnungen im Zooviertel.“ Besser sei es, dort eine Kita zu errichten, so wie es sich der Bezirksrat ursprünglich gewünscht habe. Die Pläne werden dem Gremium demnächst vorgelegt.     

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