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Stadt Hannover Großrazzia: Polizei nimmt neun Verdächtige in Hannover fest
Aus der Region Stadt Hannover Großrazzia: Polizei nimmt neun Verdächtige in Hannover fest
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18:56 18.07.2019
Die Beamten beschlagnahmten rund 50 Kilogramm Marihuana (Foto), dazu diverse abgepackte Verkaufseinheiten Kokain, etwa 40.000 Euro Bargeld und weitere Beweismittel. Quelle: Polizei
Hannover

Die Polizei Hannover hat eine große Drogenrazzia im Stadtgebiet durchgeführt und dabei neun Verdächtige festgenommen. Der Drogenring mit Mitgliedern aus dem Westbalkan soll vorrangig mit Kokain und Marihuana gedealt haben. Die Händler im Alter zwischen 20 und 40 Jahren waren demnach in der Nordstadt, in Mitte sowie Linden-Nord aktiv. Bei der Razzia stellte die Polizei geraume Mengen Drogen sicher. Insgesamt richten sich die Ermittlungen gegen 16 Personen.

Nach Angaben von Oliver Eisenhauer, Sprecher der Staatsanwaltschaft, sollen die Dealer in einem Schichtsystem organisiert gewesen sein. „Über drei rund um die Uhr erreichbare Telefonnummern konnten die Kunden Drogen ordern und bekamen diese kurze Zeit später von den Verdächtigen ausgehändigt“, sagt er. Schwerpunkte hätten dabei das Gebiet rund um die Leibniz-Universität mitsamt Georgengarten, die Limmerstraße und das Steintorviertel gebildet.

Durchsuchungen in Linden, Nordstadt und Stöcken

Drei der am Mittwoch durchsuchten Wohnungen lagen in der Nordstadt, zwei in Linden-Nord und eine in Stöcken. Die Polizei nahm neun Verdächtige fest. „Gegen alle Beschuldigte hat ein Richter inzwischen Untersuchungshaftbefehle erlassen“, sagt Eisenhauer. Bei der Razzia beschlagnahmte die Polizei zudem in einer Nordstadt-Wohnung 54 Kilogramm Marihuana, dazu in anderen Objekten bereits zum Verkauf abgepackte Kokaineinheiten, etwa 40.000 Euro Bargeld und weitere Beweismittel.

Die 16 Verdächtigen stammen überwiegend aus Albanien, aber auch aus dem Kosovo und einer aus dem Iran. „Sieben sind jedoch derzeit für uns nicht greifbar“, sagt Eisenhauer. Sie befinden sich nicht in Deutschland, unter ihnen soll auch der mutmaßliche Kopf der Bande sein – ein 40-jähriger Albaner. Das Problem bei den Ermittlungen: „Die Mitglieder sind immer nur kurz in Deutschland“, sagt Eisenhauer. Die EU-Visa gelten lediglich einige Monate, danach reisen die Männer wieder aus – und kehren kurz darauf unter Umständen sogar mit gefälschten Papieren zurück.

Kokainverkäufe im Wert von 72.000 Euro pro Monat

Durchschnittlich sollen die Verdächtigen 120 Einheiten Kokain pro Tag zu je 20 Euro verkauft haben. Das bedeutet Einnahmen von etwa 72.000 Euro pro Monat – Marihuana noch nicht mitgerechnet. „Die Beschuldigten haben in einer extrem flachen Organisation agiert“, sagt Eisenhauer. Es gab demnach die unmittelbaren Dealer auf der Straße, darüber Drogenverkäufer mit etwas Verantwortung und schließlich den Chef des Drogenrings. Unter den Festgenommen ist ein 33-Jähriger, der nach Auffassung der Strafverfolger die drei Verkaufsschichten für den 24-Stunden-Betrieb geleitet haben soll.

Der Durchsuchungsaktion waren monatelange Ermittlungen vorausgegangen. Seit wann die Polizei den Drogenring observiert hat, will Eisenhauer auch auf Nachfrage nicht sagen. „Wir sind ihm aber durch Äußerungen in anderen Verfahren auf die Schliche gekommen“, sagt er, „außerdem gab es auch Hinweise von Anwohnern.“ Durch verdeckte Ermittlungen konnte die Polizei dann „umfassende Beweise“ gegen die Beschuldigten sammeln.

Dritte Großrazzia seit März

Es ist bereits die dritte Großrazzia im Drogenmilieu der Polizei Hannover binnen vier Monaten. Im März zerschlugen die Ermittler einen Dealerring, der mit Marihuana gehandelt hatte. Die Beamten nahmen acht Männer fest und stellten 3100 professionell angebaute Marihuanapflanzen sicher. Hinter der Bande soll der Rockerklub Brothers ’till Death stecken.

Im Mai hatten dann 450 Beamte 57 Wohnungen durchsucht, allein 45 davon in Vahrenheide. Die Beschuldigten sollen über Jahre hinweg mehr als zwei Tonnen zumeist Marihuana im Wert von mindestens 2,6 Millionen Euro verkauft haben. Sechs Verdächtige befinden sich seitdem in Untersuchungshaft – darunter drei Hauptverdächtige und drei Abnehmer.

Parallel zur jüngsten Großrazzia gelang der Polizei am Mittwoch zudem die Festnahme von drei weiteren Drogendealern. Die Ermittler hatten die Verdächtigen dabei beobachtet, wie sie am Marstall Marihuana verkauft hatten. Bei einer Wohnungsdurchsuchung entdeckten die Beamten zudem weitere Drogen und 6000 Euro Bargeld.

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Von Peer Hellerling

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