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Stadt Hannover Schmerzensgeld für Stolperer
Aus der Region Stadt Hannover Schmerzensgeld für Stolperer
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00:28 23.01.2015
Von Michael Zgoll
Nach Ausbesserungsarbeiten sind Metallplatte und Gehweg wieder eben. Quelle: Zgoll
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Hannover

Der 51-Jährige blieb mit seinem rechten Fuß an einer zwei Zentimeter emporragenden Fußwegplatte vor der Ernst-August-Galerie hängen und knickte um. Die Folge: Eine Überdehnung und Zerrung des Sprunggelenks, an der er wochenlang laborierte und die ihm einen Urlaub verleidete. Doch mochte der Verletzte den Schaden nicht allein schultern, forderte von der Verwaltungsgesellschaft des ECE-Centers 3000 Euro Schmerzensgeld. Deren Haftpflichtversicherung überwies ihm aber nur ein Zehntel dieses Betrags, sodass man sich am Dienstag im hannoverschen Amtsgericht traf. Die Verhandlung endete mit einem Vergleichsvorschlag der Richterin zur Zahlung von weiteren 700 Euro.

Der Unfall ereignete sich an einem Mittwoch im Juli 2013. Der 51-Jährige strebte zum Mittagessen in die Ernst-August-Galerie, steuerte den Eingang Kurt-Schumacher-Straße an. Inmitten eines Stroms von Passanten, so seine Aussage, habe er nicht sehen können, dass der etwa zehn mal zehn Zentimeter große Metallablauf abgesackt war - so ging der Ausflug zum Mittagsimbiss gründlich schief. Aufgrund seiner Fußverletzung war der Kläger 16 Tage krankgeschrieben, trug auch noch im nachfolgenden Urlaub und bei späterer sportlicher Betätigung eine Fußgelenkschiene. Wie er sagte, habe er zudem mehrere Wochen starke Schmerzmittel nehmen müssen.

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Das Centermanagement, so der 51-Jährige, unterliege im Eingangsbereich der Shoppingmeile einer Verkehrssicherungspflicht - und diese habe es verletzt. In der Verhandlung bei Richterin Catharina Schwind kam auch zur Sprache, dass die Verantwortlichen schon seit 2012 wussten, dass vor dem Eingang Kurt-Schumacher-Straße eine Stolperfalle existiert. Immerhin: Nach dem Unfall ließ das ECE eine Holzplatte fertigen, die den Höhenunterschied von Metall- und Gehwegplatten ausglich. Heute ist der Schaden fachgerecht behoben, der Gully wieder plan.

Das Management der Galerie warf dem unsanft gestoppten Kunden ein Mitverschulden vor: Er hätte einfach besser aufpassen müssen. Doch hier gab Richterin Schwind eine andere Richtung vor. Auf der geraden Fläche vor einem Eingangsportal müsse kein Passant dieser Welt mit Hindernissen rechnen. Allerdings halte sie den Schmerzensgeldanspruch von 3000 Euro für deutlich überhöht - 1000 Euro entsprächen ihrem Empfinden von ausgleichender Gerechtigkeit eher. Der Mann mit dem mittlerweile genesenen Fuß sowie die Betreiber des Einkaufscenters können sich nun bis Mitte Februar überlegen, ob sie den Kompromissvorschlag akzeptieren.

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