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Stadt Hannover Schweißer haben den Bogen raus
Aus der Region Stadt Hannover Schweißer haben den Bogen raus
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13:42 23.10.2012
Luftiger Arbeitsplatz: In 30 Metern Höhe schweißt Wolfgang Bähnck von der Firma Gundlach Stahlbau die zentimeterdicken Metallplatten ins Dach. Dazu ist die Kuppel eingerüstet worden. Quelle: Insa Cathérine Hagemann

Jahrzehntelang hat sich niemand um ihn gekümmert, die zentimeterdicke Stahlhaut seines Wasserbassins ist an etlichen Stellen durchgerostet. Jetzt brennt Stahlschweißer Wolfgang Bähnck neue Platten in das Dach. Wenn alles dicht ist, könnten Ateliers oder Loftwohnungen in dem Turmbau entstehen – wenn die Stadt mitspielt.

Es ist ein verwunschenes Areal an der Einbecker Straße. In dem alten Bahnausbesserungswerk wurden schon Dampfloks gewartet und die alten Waggons der Reichsbahn repariert und geschmiert. Seit Jahren aber ist das Gelände stillgelegt, nur noch in einigen Büros brennt Licht. Der Hannoveraner Axel Stelter hat das gesamte Areal vor zwei Jahren für knapp eine Dreiviertelmillion Euro gekauft – und hat alle Hände voll zu tun, den Verfall zu stoppen. „In wenigen Tagen sind alle Dächer dicht“, sagt er stolz. Einer der großen Magazinbauten, die in der Architekturtradition der „Hannoverschen Schule“ mit ihrer Ziegeloptik das Gelände zieren, erhält derzeit einen komplett neuen Dachstuhl. „Das war unterm Strich billiger, als Stück für Stück zu flicken“, sagt Stelter.

Doch beim Wasserturm hilft nur Flickwerk – allerdings in Form echten Handwerks. „Stahlplatten in dieser Stärke und mit exakt diesem Radius herstellen zu lassen, ist heutzutage kaum zu finanzieren“, sagt Stelter. Immerhin stammt die Kuppel etwa aus dem Baujahr der Titanic und ist auch mit identischer Nietentechnik verbunden. Deshalb wird kreativ ausgebessert: Die Mitarbeiter der Gundlach-Stahlbausparte haben aus dem unteren Bereich des Bassins, das von außen ohnehin nicht sichtbar ist, große Platten herausgetrennt, die nun oben passgenau wieder eingefügt werden. So soll das charmante Bauwerk am Ende wasserdicht und zumindest optisch wieder im Originalzustand sein.

Die Pläne für den Turm stammen aus dem Jahr 1909, kurz darauf dürfte er errichtet worden sein. Fortan versorgte er die kleine Bahnsiedlung ringsherum mit Wasserdruck aus seinem knapp zwölf Meter hohen, taillierten Bassin. Was genau später im Inneren passieren wird, darüber hat Stelter bisher noch keine Klarheit. „Die Stadt hat leider noch nicht begonnen, einen Bebauungsplan aufzustellen“, sagt der studierte Architekt. Ihm schweben loftartige Atelierwohnungen auf dem Gelände vor. „Hier lassen sich Wohnen und Arbeiten erstklassig verbinden“, sagt er. Allerdings müssen Regelungen getroffen werden, um das Gelände vor Lärm abzuschirmen: Nebenan liegen die Reparaturwerkstätten der S-Bahn, dahinter ist der Stadtbahn-Betriebshof Leinhausen. Im Moment ist es dort idyllisch ruhig, doch könnte bei veränderter Nutzung später einmal Lärmemissionen von dem Areal ausgehen.

Stelter ist zuversichtlich, solche Probleme lösen zu können. Er hat unter anderem den alten Leinhäuser Bahnhof zum Veranstaltungszentrum ausgebaut. „Auch damals gab es anfangs viele Vorbehalte“, sagt er: „Aber Probleme sind zum Lösen da.“ Dem Stadtteil ringsherum, glaubt er, würde ein besonderes Wohngebiet guttun: „Stöcken und Leinhausen brauchen Veränderungen.“ Aus dem Inneren des riesigen Wasserbassins lassen sich die Rostlöcher gut erkennen, die jahrzehntelanger Regen in den Stahl gefressen hat. Wo geschweißt wird, fallen ausnahmsweise keine Regentropfen hinein, sondern Funken. Luftiger Arbeitsplatz: In 30 Metern Höhe schweißt Wolfgang Bähnck von der Firma Gundlach Stahlbau die zentimeterdicken Metallplatten ins Dach. Dazu ist die Kuppel eingerüstet worden.

Die Tage werden kürzer – und die Dunkelheit lockt Einbrecher an, die es auf Häuser und Wohnungen abgesehen haben. Jahr für Jahr steigt nach Angaben der Polizeidirektion Hannover die Zahl der Taten in der dunklen Jahreszeit: Im Winterhalbjahr 2011 registrierte die Polizei 1107 Wohnungseinbrüche in Stadt und Umland – im Sommerhalbjahr waren es mit 869 Taten deutlich weniger.

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