Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadt Hannover Nur 900 Besucher dürfen in der Markthalle feiern
Aus der Region Stadt Hannover Nur 900 Besucher dürfen in der Markthalle feiern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:35 30.12.2018
Gut gefüllt, aber kein volles Haus: Die Stadtverwaltung hat für den Silvestertag die Zahl der Besucher in der Markthalle auf 900 begrenzt. Quelle: Foto: Katrin Kutter
Hannover

Die Espressomaschine zischt, flinke Hände belegen Brötchenhälften mit Mozzarella, Prosecco perlt in langstieligen Gläsern – die Markthalle gegenüber dem Alten Rathaus steht wie kaum ein anderer Ort in Hannover für Genuss und Lebensfreude. Nicht umsonst trägt der Fünfziger-Jahre-Bau den Spitznamen „Bauch von Hannover“. Doch es grummelt in der Magengrube. Silvester, bisher umsatzstärkster Tag im Jahr, droht jetzt deutlich unter den Erwartungen zu bleiben. „Das wird nix“, bringt es ein Gastronom auf den Punkt. Der Wirt will ungenannt bleiben, wie so viele Standbetreiber, die Angst vor Ärger mit der Stadtverwaltung haben.

Für Silvester 2018 macht die Stadt dem Markthallen-Betreiber, der Firma WSW Immobilienverwaltungs- und Management GmbH, eine Reihe von Auflagen. Die einschneidendste lautet: In der gesamten Markthalle dürfen sich am Silvestertag zwischen 7 und 16 Uhr nicht mehr als 900 Besucher aufhalten. Die WSW muss einen Sicherheitsdienst bereitstellen, der die Besucherströme im Blick behält und reguliert. Zudem müssen Rettungswege freigehalten und zusätzliche Feuerlöscher an Brutzel-Ständen deponiert werden, um brennendes Fett löschen zu können. Eigentlich wollte die WSW die Verantwortung für den Silvesterbetrieb an die einzelnen Gastronomen abgeben, doch die Stadt schob dem einen Riegel vor: Notwendig sei eine zentrale Veranstaltungsleitung, bei der alle Fäden zusammenlaufen.

Bei den Standbetreibern löst die limitierte Besucherzahl ungläubiges Staunen aus. „Das bedeutet, dass sich etwa 17 Gäste an jedem Tresen aufhalten dürfen“, sagt Jonas Jost, Inhaber des Feinkoststands Il Monello. Tatsächlich werde eine solche Gästezahl schon an besucherstarken Sonnabenden, etwa bei Heimspielen von Hannover 96, deutlich überschritten. „Etliche Stammkunden haben für Silvester Tische bei uns reserviert. Wir hoffen, dass sie überhaupt reinkommen“, sagt Jost. Allen Gästen habe er empfohlen, die Markthalle möglichst früh aufzusuchen.

Ein anderer Gastronom hat den Silvester-Gewinn bereits abgeschrieben. „Ich müsste für den Tag mehr Personal einstellen und mehr Waren einkaufen, das spare ich mir dieses Mal“, sagt er. Eigentlich sei Silvester der umsatzstärkste Tag. Bis zu 200 Gäste bewirte er für gewöhnlich am letzten Tag des Jahres, der Prosecco fließe in Strömen, die Stimmung sei heiter, aber nicht aufgeheizt. „Wenn der Ansturm entfällt, ist das ein großer Verlust“, sagt der Geschäftsmann.

Die Stadt wehrt sich. „Wir wollen keine Spaßbremse sein“, sagt Sprecherin Konstanze Kalmus. Aber in den vergangenen Jahren habe es immer wieder Beschwerden über überfüllte Gänge und überlastete Toiletten gegeben. Im Übrigen sei die Stadt mit der Betreibergesellschaft schon seit Längerem im Gespräch über Auflagen zum Brandschutz. „Die Beschränkung auf 900 Gäste ergibt sich aus baulichen Gegebenheiten der Markthalle“, sagt Kalmus. Die Stadt gehe mit Augenmaß vor, meint sie.

Tatsächlich mussten die Zugänge zur Markthalle in den vergangenen Jahren am Silvestertag häufig geschlossen werden, weil das Gedränge im Inneren zu groß wurde. Dann wurden nur so viele Besucher hineingelassen wie herauskamen. Schon damals sorgte ein Sicherheitsdienst für Ordnung. Vor den verschlossenen Türen warteten dennoch etliche Feierwütige, zeitweise lagen die Nerven blank und es kam zu Streitereien mit den Sicherheitsleuten.

Das jetzt verhängte Besucherlimit könnte sich für manche Gastronomen abseits der Hauptgänge als Vorteil erweisen. „Vor allem im mittleren Gang drängen sich zu Silvester die Menschen, und bei uns im Seitengang sind noch Plätze frei“, sagt Marie Khabazian von Da Lina. Möglicherweise verteile sich jetzt alles besser. Ob die Höchstzahl von 900 Besuchern realistisch ist, bezweifelt auch sie. „Am Heiligabend waren mit Sicherheit deutlich mehr Menschen in der Markthalle“, sagt Khabazian.

Manche Gastronomen glauben, dass Hannover mit der neuen Regelung um eine Tradition beraubt wird. „Wenn nur wenige Gäste zugelassen werden, kommt keine Stimmung auf“, sagt Standbetreiber Jost. Auch die Besucher stellten sich darauf ein, dass es voll werde. Silvester in der Markthalle sei für viele Hannoveraner mehr als nur ein Vorglühen, meint ein anderer Gastronom, sondern die eigentliche Party zum Jahresende. Statt Vorfreude auf die große Sause breitet sich Unsicherheit aus. „Gäste fragen uns: Was ist denn jetzt mit der Silvesterparty?“, berichtet Daniela de Matteo vom Da Enzo. Da könne sie nur mit einem Achselzucken antworten. „Wir bereiten uns wie immer auf eine fröhliche Feier vor, trotz aller Irritationen“, betont sie.

Von Andreas Schinkel

Die denkmalgeschützte Kleeblatt-Uhr, die vom Steintor zum DGB-Haus versetzt wurde, ist in Teilen defekt. Die Stadtverwaltung lässt zwei der drei Zifferblätter reparieren, doch Ersatzteile fehlen.

30.12.2018
Stadt Hannover Griechisch-orthodoxe Taufe - „Ich habe gebadet“

Nicht nur ein bisschen Wasser auf die Stirn, sondern gleich ein ganzes Bad bekommen die Kinder, die griechisch-orthodox getauft werden. In der Gemeinde am Mengendamm sind es rund 100 im Jahr. Jedes Mal ein großes Ereignis für Familie und Freunde –auch bei Xavier.

30.12.2018

Der Mann, der mit einem Auto am Sonnabend auf das Vorfeld des Flughafen Hannovers fuhr, schweigt weiter zu der Tat. Es wird derzeit geprüft, ob der 21-Jährige einem Haftrichter vorgeführt wird.

30.12.2018