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Stadt Hannover Stadionbad muss jahrelang geschlossen werden
Aus der Region Stadt Hannover Stadionbad muss jahrelang geschlossen werden
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20:08 09.09.2019
Das Stadionbad in Hannover ist ein Sanierungsfall. Quelle: Christian Behrens
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Hannover

Hannovers einziges öffentliches Wettkampfbad ist ein schwerer Sanierungsfall. Sämtliche Fensterscheiben im Stadionbad müssen ausgewechselt werden, möglicherweise muss die gesamte Fassade komplett erneuert werden. „Wir rechnen mit einer Schließzeit von mindestens zwei Jahren“, sagte Heike Rudolph, Chefin der städtischen Sportverwaltung, am Montag im Sportausschuss.

Bereits im Mai die ersten Risse

Bereits im Mai traten die ersten Risse in Fenstern des Stadionbads auf. „Es besteht eine latente Gefahr, dass die Scheiben herabstürzen“, hatte Sportdezernentin Konstanze Beckedorf damals gesagt und ließ die betroffenen Fenster mit Netzen sichern. Dadurch konnten die Champions-League-Spiele der Wasserballer von Waspo 98 noch ausgetragen werden. Danach hatte die Stadt einen Gutachter beauftragt, der alle Fenster unter die Lupe nehmen sollte. Ergebnis: Gefahr im Verzug, alle Fenster drohen zu brechen und müssen rasch gesichert werden.

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Öffentlicher Badebetrieb erst wieder ab November

„Wegen der akuten Gefahr konnten wir auf eine europaweite Ausschreibung des Auftrags verzichten“, sagte Rudolph jetzt im Ausschuss. Sämtliche Fenster in dem denkmalgeschützten Gebäude müssen mit Netzen versehen werden. Die ohnehin übliche Schließzeit im Sommer dauert deshalb in diesem Jahr deutlich länger als geplant. Der öffentliche Badebetrieb beginne spätestens Anfang November wieder, sagt Rudolph, für Schulen und Vereine soll das Stadionbad am 7. Oktober öffnen.

Doch damit sind die Fenster lediglich gesichert, aber nicht repariert. Die Stadt hat ein Ingenieurbüro beauftragt, ein Konzept für die Sanierung auszuarbeiten, die dann Jahre dauern könnte. Wann das Bad dafür dann wieder geschlossen wird, ist noch unklar. Zugleich prüft das Büro die Statik der Fensterfronten.

Die Sanierung: Ein Fall für den Denkmalschutz

Drei Varianten kommen für die Sanierung infrage. Zum einen könnte die Stadt die einfach verglasten Fenster durch eine Zweifachverglasung ersetzen. Das würde aber gegen energetische Standards verstoßen. Zum anderen käme auch eine Dreifachverglasung infrage. Die wäre jedoch mit einem deutlich höheren technischen Aufwand verbunden. Die Frage ist, ob das in die Jahre gekommene Tragwerk der Fassade dem neuen Gewicht der Scheiben standhält. Damit kommt die dritte Option ins Spiel: eine Kompletterneuerung der gesamten Fassade einschließlich Scheiben und Teilen der Haustechnik. „Die Denkmalschutzbehörde müssen wir dabei beteiligen“, sagte Rudolph.

Wie geht’s weiter mit Wasserball?

Über Kosten will die Stadt noch nicht sprechen. Die Bäderverwaltung wartet zunächst ab, was die Überprüfung der Fassadenstatik ergibt. Wie es aktuell mit Wasserballspielen in der Champions League im Stadionbad weitergeht, ist noch unklar. „Darüber gibt es in dieser Woche Gespräche“, sagte Rudolph.

Ratspolitiker sorgen sich, dass das Stadionbad womöglich noch länger als die in Aussicht gestellten zwei Jahre geschlossen bleibt. Schließlich hatte die Stadt ohnehin umfangreiche Sanierungsarbeiten im Inneren der Halle geplant. „Können diese Arbeiten nicht mit der Reparatur der Fensterfront verbunden werden?“, wollte Grünen-Sportpolitiker Mark Bindert wissen. Daran werde derzeit gearbeitet, hieß es vonseiten der Stadtverwaltung.

Die SPD appellierte an die Stadt, alles zu unternehmen, damit das Bad jetzt zunächst möglichst lange genutzt werden könne. „Wir haben in Hannover kein zweites öffentliches 50-Meter-Becken“, sagte SPD-Sportpolitiker Angelo Alter. Im Sportleistungszentrum nahe dem Stadion befindet sich eine weitere Schwimmhalle mit 50-Meter-Bahn, doch sie ist für Leistungssportler reserviert.

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Von Andreas Schinkel