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Stadt Hannover Gefährliches Kohlenmonoxid: Viele Shisha-Bars in Hannover rüsten Melder nach
Aus der Region Stadt Hannover Gefährliches Kohlenmonoxid: Viele Shisha-Bars in Hannover rüsten Melder nach
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09:57 12.09.2019
Gefährliches Vergnügen: Ein Mann raucht Wasserpfeife in einer hannoverschen Shisha-Bar. Dabei können Gase entstehen, die schnell zur Vergiftung führen. Quelle: Christian Behrens (Symbolbild)
Hannover.

Nachdem es bundesweit zu schweren Kohlenmonoxidvergiftungen in sogenannten Shisha-Bars gekommen ist, hat die Stadt ein einjähriges Aufklärungs- und Kontrollprojekt gestartet in allen 35 Bars, in denen Wasserpfeife geraucht wird. Vom Ergebnis ist die Chefin der städtischen Ordnungsamts selbst überrascht. „Fast drei Viertel der Betriebe hatten bei unseren Nachkontrollen freiwillig Kohlenmonoxidmelder installiert“, sagte Christiane Mehl am Mittwoch vor Ratspolitikern.

Kohlenmonoxid in Shisha-Bars ist tödlich

Beim Shisha-Rauchen wird der Tabak mithilfe von Kohlen verglüht und der Rauch dann durch ein Wasserbad angezogen und inhaliert. „Weit verbreitet ist der Irrglaube, dass das Wasser herausfiltert, was nicht gesund ist. Das stimmt nicht und trifft vor allem auf Kohlenmonoxid nicht zu“, sagte Mehl im Finanzausschuss des Rates. Kohlenmonoxid entsteht bei unzureichenden Verbrennungen – also etwa wenn die Kohlen am Tabak nur schwelen. Das geruchslose Gift setzt sich an den roten Blutkörperchen fest, die eigentlich Sauerstoff transportieren sollen – die Betroffenen ersticken regelrecht.

Informationen zu CO-Meldern und zum Lüften

Die Verwaltung hat nach entsprechenden Meldungen aus anderen Städten gemeinsam mit dem Gesundheits- und dem Gewerbeaufsichtsamt Infos für die Wirte erstellt, warum etwa CO-Melder sinnvoll sind und wie oft gelüftet werden sollte. Ab Februar wurden dann alle Betriebe besucht. Nur bei neun von ihnen wurde der Raumluft-Grenzwert von 30 Millionenstel Raumluftanteilen (ppm) überschritten, bei fünf Betrieben lag er bei 60 bis 67 ppm, was bei 15-minütigem Einatmen zu Gesundheitsschäden führen soll. „Zum Vergleich: Vor einem Jahr hatten wir bei einer Kontrolle sogar 150 ppm in einer Shisha-Bar gemessen“, sagt Mehl

„Viel Verständnis in den Bars“

Insgesamt seien die Mitarbeiter auf viel Verständnis in den Bars gestoßen. „Es macht ja auch Eindruck, wenn die CO-Warngeräte lautstark piepsen“, sagt Mehl. Für den Hausgebrauch gibt es solche Geräte bereits für wenige Euro, sie warnen auch etwa vor undichten Gasthermen. 

Raucherkneipen weniger betroffen

Auf Nachfrage von Ratsherrn Jens Menge (SPD), ob ähnliche Kontrollen auch in Raucherkneipen und Spielhallen liefen, sagte Mehl, bei Zigarettenrauch sei die Gefahr einer Kohlenmonoxidvergiftung nicht so hoch: Wenn Zigarettenqualm zu sehr stinke, öffneten die Wirte von selbst die Fenster. Lebensgefährlich aber sei das Kohlenmonoxid, das beim Shisha-Rauchen etwa dann entsteht, wenn man zu schnell und ohne abzusetzen an der Wasserpfeife zieht.

Zum Weiterlesen:

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Von Conrad von Meding

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