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Stadt Hannover Flüchtlinge: Stadt denkt auch an Kasernen
Aus der Region Stadt Hannover Flüchtlinge: Stadt denkt auch an Kasernen
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06:49 02.10.2014
Von Andreas Schinkel
Auf einem städtischen Grundstück an der Höverschen Straße gegenüber dem S-Bahnhof in Hannover-Anderten sollen Wohncontainer für 100 Asylsuchende installiert werden. Fundamente müssen zuvor gebaut und Leitungen verlegt werden. Noch in diesem Monat will die Stadt an dem Standort die ersten Modulbauten aufstellen. Quelle: Hagemann
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Hannover

Die Stadt Hannover will bereits in diesem Monat die ersten Wohncontainer für Flüchtlinge aufstellen. „Wir sind in der Lage, die Module für zwei von vier Standorten rasch aufzubauen“, sagte Stadtbaurat Uwe Bodemann gestern. Damit ist zum einen das Gelände der ehemaligen Emil-Berliner-Schule in Ledeburg gemeint, zum anderen ein Grundstück an der Höverschen Straße in Anderten. An beiden Standorten sollen jeweils 100 Menschen untergebracht werden. „Überall dort, wo mehr als 100 Flüchtlinge untergebracht sind, werden wir die Sozialarbeit nicht über private Firmen organisieren“, sagte Bodemann. Um einen direkten Einfluss auf die Betreuung nehmen zu können, sollen sich städtische Sozialarbeiter um die Asylsuchenden kümmern.

Eigentlich ist die Stadt durch einen Ratsbeschluss verpflichtet, nicht mehr als 50 Menschen in einer Gemeinschaftsunterkunft unterzubringen. Diesen hannoverschen Standard kann die Verwaltung mit ihrem Notfallprogramm nicht mehr einhalten. Mehrere Hundert Menschen werden zum Teil an einem Ort konzentriert, insgesamt schafft die Stadt 1000 neue Unterkunftsplätze – in Containern, im leer stehenden Schulzentrum Ahlem und voraussichtlich im Bettenhaus des ehemaligen Oststadtkrankenhauses. „Wir wollen keine Zelte aufstellen, auch wenn ich Verständnis für Gemeinden habe, die darauf zurückgreifen müssen“, sagt der Baudezernent. Seit den Sommerferien kämen pro Woche 30 bis 40 Flüchtlinge nach Hannover, und die Kapazitäten in Wohnheimen und Wohnungen seien erschöpft.

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Grundsätzlich will Bodemann nicht ausschließen, dass Flüchtlinge auch in leer stehende Kasernen einziehen. „Skeptisch bin ich aber bei der Freiherr-von-Fritsch-Kaserne“, sagt er. Die Anlage werde von der Polizei als Übungsgelände genutzt, der bauliche Zustand der Häuser entspreche nicht dem hannoverschen Standard. „Für alle Vorschläge bin ich aber dankbar“, sagt Bodemann.

Die Stadt sieht sich mit ihrem Notprogramm für die kommenden eineinhalb bis zwei Jahre gerüstet. „Wir hoffen, dass sich die Lage dann entspannt“, sagt Bodemann. Die Notunterkünfte verschafften der Stadt etwas Zeit und Ruhe, um die geplanten acht Wohnheime fertigzustellen und weitere Wohnungen anzumieten. Wie aus dem Rathaus zu hören ist, arbeiten die städtischen Beschäftigten, die sich um die Unterbringung kümmern und die Flüchtlinge betreuen, an der Grenze ihrer Belastbarkeit. Insofern dürfte es darauf hinauslaufen, dass die Stadt zusätzliche Kräfte einstellen muss. Wie viel das Notprogramm insgesamt kostet, ist nach Angaben der Stadt noch nicht abzusehen.

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