Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadt Hannover Neue Betriebsstätte versorgt die Stadt
Aus der Region Stadt Hannover Neue Betriebsstätte versorgt die Stadt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:25 24.11.2018
Die neue Betriebsstätte gilt schon jetzt als Vorzeigeprojekt. Quelle: Frank Wilde
Anzeige
Nordstadt

 Die neue Betriebsstätte des Abfallwirtschaftsbetriebs Aha, die derzeit in der Nordstadt gebaut wird, bekommt eine wichtige Bedeutung für ganz Hannover. Nach der Fertigstellung wird in der Gertrud-Knebusch-Straße am Weidendamm die Stadtreinigung zentral untergebracht. Vor wenigen Tagen war Richtfest, Anfang 2020 soll auf dem neuen Betriebshof die Arbeit starten.

Das Gebäude auf dem Gelände des früheren Hauptgüterbahnhofs wird nach der für Anfang 2020 geplanten Inbetriebnahme die zwei Betriebsstätten in der Brühlstraße und in der Sandstraße ersetzen. „Die Sanierung der beiden alten Betriebsstätten hätte ein Vermögen gekostet“, berichtete Hannover Ordnungsdezernent Axel von der Ohe, der für die Sauberkeit in der Stadt zuständig ist. Die neuen Gebäude werden insgesamt rund 22 Millionen Euro kosten, überwiegend durch Kredite finanziert.

Anzeige

Der Leiter der Stadtreinigung, Mathias Quast, bezeichnete die künftige Betriebsstätte als bundesweit einmaliges Vorzeigeprojekt. Das Betriebsgebäude mit den Sozialräumen für die 150 Mitarbeiter entsteht im Passivhausstandard. Zur neuen Betriebsstätte gehören eine Wagenhalle, eine Waschanlage für die Fahrzeuge der Stadtreinigung, eine Werkstatt und eine Halle für den Winterdienst mit Salz und Split.

Das Gebäude mit besonderer Energieffizienz, Eigenversorgung und der Nutzung von Elektromobilität trage erheblich zum Klimaschutzprogramm Hannovers bei, betonte von der Ohe bei Richtfest. Das Betriebsgebäude mit einer Fläche von knapp 1500 Quadratmetern benötige im Vergleich zu herkömmlichen Bürogebäuden bis zu 70 Prozent weniger Energie. „Als kommunales Unternehmen ist sich Aha seiner besonderen Verantwortung bewusst und achtet auf höchstmöglichen Umweltschutz“, sagte Aha-Geschäftsführer Thomas Schwarz. Damit leiste der Abfallwirtschaftsbetrieb einen zusätzlichen und nachhaltigen Betrag zur Steigerung der Lebensqualtität in der Region Hannover.

Zur autonomen Energieversorgung trägt die Nutzung von Erdwärme bei. Die 20 Erdwärmesonden reichen 100 Meter in die Tiefe. Damit wird 100 Prozent des Kälte- und 70 Prozent des Wärmebedarfs des Gebäudes abgedeckt. Auf den Dächern des Sozialgebäudes und der Halle wird eine Photovoltaik-Anlage installiert. Mit dem dort erzeugten Strom werden an elf Ladesäulen Elektrokehrmaschine und E-Autos geladen sowie die akkubetriebenen Laubpuster versorgt. Überzähliger Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist. Sogar die Fahrzeuge werden umweltfreundlich gereinigt: Aha fängt das Regenwasser von den Dachflächen auf und versorgt damit die Hochdruckreiniger.

Die Entscheidung für den Neubau fiel nach langwierigen Grundstücksverhandlungen im Jahr 2013. Nach einem Architektenwettbewerb wurde im April der Grundstein gelegt.

Von Mathias Klein