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Stadt Hannover Betrugsverdacht: Ermittlungen gegen neun Taxi-Unternehmer in Hannover
Aus der Region Stadt Hannover Betrugsverdacht: Ermittlungen gegen neun Taxi-Unternehmer in Hannover
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19:54 29.08.2019
160.000 Euro Schwarzgeld? Neun Taxi-Unternehmer aus Hannover sollen unter anderem Steuern hinterzogen und zu wenig Sozialabgaben gezahlt haben. Quelle: HAZ
Hannover

Neun Taxi-Unternehmer aus Hannover sollen über Jahre hinweg Steuern hinterzogen und Sozialbeiträge nicht ordentlich abgeführt haben. Darüber hinaus hegt die Staatsanwaltschaft den Verdacht, dass die Beschuldigten zusammen mit einem Werkstattmitarbeiter Kilometerstände und Taxameter der Fahrzeuge manipuliert haben. „Unter anderem sollen die angestellten Fahrer Teile ihres Lohns schwarz bekommen haben“, sagt Oliver Eisenhauer, Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover. Anonyme Anzeigen brachten die Strafverfolger auf die Spur der Beschuldigten. Wie hoch der Gesamtschaden ist, können die Ermittler noch gar nicht überblicken.

Laut Eisenhauer sollen die Taxi-Unternehmer zwischen 2012 und 2018 nicht sauber gearbeitet haben. Bereits Anfang Mai durchsuchten Steuerfahndung und Zoll gemeinsam Betriebe und Privatwohnungen der Beschuldigten, dazu Büros von nicht unmittelbar Beteiligten – darunter von Steuerberatern und der Taxi-Zentrale, die die einzelnen Unternehmen bei Aufträgen vermittelt. „Dabei wurde umfangreiches Beweismaterial sichergestellt“, sagt Eisenhauer. Unter anderem fanden die Beamten Lohnzettel, Buchführungsunterlagen und technische Geräte. Darüber hinaus beschlagnahmten sie zudem fast 160.000 Euro in bar – womöglich Schwarzgeld.

Auswertung der Unterlagen dauert ein Jahr

Beschuldigte seien aber nicht festgenommen und Fahrzeuge auch nicht stillgelegt worden. „Die Taxis wurden zwar untersucht, durften danach aber sofort wieder auf die Straße“, sagt Eisenhauer. Bislang musste demnach niemand seinen Betrieb einstellen, bei den Verdächtigen handelt es sich ausschließlich um Taxifirmen mit mehreren Mitarbeitern. Ob die Beschuldigten unabhängig oder gemeinsam agierten, kann Eisenhauer derzeit nicht sagen. „Es wird voraussichtlich ein Jahr dauern, bis wir alle Unterlagen ausgewertet haben.“ Der Gesamtschaden könne auch erst vollständig überblickt werden, wenn alle Lohnunterlagen analysiert worden seien.

Laut Sven-Marcus Fürst, Geschäftsführer von Hallo Taxi 3811, sind fünf Unternehmer betroffen, die an seine Vermittlungszentrale angeschlossen sind. „Sollten die Behörden Unterlagen benötigen, werden wir natürlich kooperieren“, sagt er der HAZ. „Wir stehen für ein sauberes Gewerbe.“ Hallo Taxi hat keine eigene Fahrzeugflotte, sondern fungiert als zentraler Mittler zwischen Anrufern und Beförderern in Hannover. Wie Fürst sagt, sollen wohl unter anderem die Umsätze der betroffenen Taxen nicht mit den tatsächlich gefahrenen Kilometerleistungen zusammenpassen.

Verhalten „nicht akzeptabel“

Sollten sich die Anschuldigungen gegen die neun Inhaber bewahrheiten, sei dieses Verhalten laut Fürst „nicht akzeptabel“. Unmittelbare Konsequenzen seitens Hallo Taxi drohen aber vorerst nicht. „Die Ermittlungen dauern noch an“, sagt Fürst. Über mögliche Strafen kann er bis dahin nur spekulieren. Neben strafrechtlichen Auswirkungen könnte die Stadt den Betroffenen beispielsweise die Lizenz entziehen. Gleichzeitig wehrt sich Fürst gegen den möglichen Eindruck, „dass auch alle anderen schlecht sind“. Allein bei Hallo Taxi machen 220 Unternehmer mit.

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Von Peer Hellerling

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