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Stadt Hannover Sperrstunde bleibt: Centrum muss Stühle abends wegräumen
Aus der Region Stadt Hannover Sperrstunde bleibt: Centrum muss Stühle abends wegräumen
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15:15 31.01.2019
Centrums-Wirt Romec Manns. Quelle: Florian Petrow
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Linden-Mitte

Die Gaststätte Centrum darf auf ihrer Außenfläche auf dem Lindener Marktplatz auch weiterhin nach 22 Uhr keine Gäste bedienen. Das hat das Verwaltungsgericht Hannover am Donnerstag entschieden. Der Vorsitzende Richter Andreas Kleine-Tebbe begründet das Urteil mit der Lautstärke des spätabendlichen Betriebs. Auf der Außenfläche von 100 Quadratmetern würden „schädliche Umwelteinflüsse“ erzeugt, erläuterte er die Position des Gerichts. Auch wenn an den Tischen in normaler Lautstärke gesprochen werde, entstehe mindestes ein Schallpegel von 47 Dezibel.

Geklagt hatte Centrums-Wirt Manns. Er wollte durchsetzen, dass die sogenannte immissionsschutzrechtliche Anordnung zurückgenommen wird. Die Region hatte ihm untersagt, nach 22 Uhr draußen Gäste zu bedienen. Außerdem soll er Tische und Stühle so wegräumen, dass sie während der Sperrzeit nicht wieder aufgebaut werden können. Die Region hatte nach eigenen Angaben auf Lärmbeschwerden von Anwohnern des Lindener Marktplatzes reagiert. Kontrollen hatten ergeben, dass auch nach 22 Uhr bis zu 41 Gäste an den Außentischen des Centrums saßen. Eine Lärmmessung hatte die Region nicht angefertigt, den Lärm aber berechnet. Demnach führen zehn redende Gäste in einem Abstand von 25 Metern zu einem Lärmwert von 47 Dezibel.

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Gastwirte müssen dafür sorgen, dass es nach 22 Uhr ruhiger wird

Das Gericht lehnte mehrere Beweisanträge von Manns Rechtsanwältin Inger Ohlmer ab. Sie hatte unter anderem Zeugen benannt, die am Lindener Marktplatz wohnen, sich durch den Betrieb nicht belästig fühlen. Die Richter sprachen sich auch gegen eine Ortsbesichtigung aus. Ebenso wollten sie sich nicht die Forderung der Kläger einlassen, den Verkehrslärm am Lindener Marktplatz zu berücksichtigen.

Grundsätzlich gehe die Region jeder Beschwerde von Anwohnern über zu laute Gaststätten nach, sagt Regionssprecher Klaus Abelmann. Das Verfahren sei aber relativ aufwendig. Anwohner müssten zunächst die Lärmbelästigungen protokollieren. Anschließend werde die Beschwerde überprüft. Die Gastwirte seien verpflichtet, dafür zu sorgen, dass es bei der Außenbewirtschaftung nach 22 Uhr ruhiger werde.

Von Mathias Klein