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Stadt Hannover So wirbt Hannover anderen Orten die Erzieher ab
Aus der Region Stadt Hannover So wirbt Hannover anderen Orten die Erzieher ab
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00:15 26.04.2019
Wer zahlt mehr? Die Region stellt eine Abwanderung von Kita-Erziehern ins Umland fest. Quelle: Archiv
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Hannover

Die Landeshauptstadt Hannover wirbt offenbar Kita-Erzieher aus Umlandkommunen ab. Das geht aus der Antwort der Regionsverwaltung auf eine Anfrage der CDU-Regionsfraktion zu den Erziehern hervor. Hannover zahlt den Erziehern eine höhere Tarifstufe, die in den Umlandkommunen nicht gezahlt wird.

Erzieher sind gefragt, der Markt ist praktisch leergefegt. Deshalb steigt die Konkurrenz zwischen den einzelnen Kindergartenbetreibern. Hannover scheint sich in dem Konkurrenzkampf mit einer höheren Bezahlung einen Vorteil zu verschaffen. Zwar lägen keine konkreten Zahlen zur Abwanderung vom Umland in die Landeshauptstadt vor, schreibt die Regionsverwaltung in ihrer Antwort. Denn „die Wechselmotivation bei Kündigungen“ werde nicht erhoben. Klar sei aber, heißt es weiter, dass „eine höhere Bezahlung durchaus attraktiv ist“.

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Einzelne Kita-Standorte betroffen

Von solchen Konkurrenzsituationen seien nicht spezifische Träger oder Kommunen betroffen, sondern vor allem einzelne Kita-Standorte, schreibt die Regionsverwaltung. Dabei handele es sich um Kindertagesstätten, von deren Einzugsgebiet leicht nach Hannover gependelt werden könne.

Die Erzieher in den städtischen Kitas in Hannover werden seit Sommer 2015 in die Tarifgruppe S 8b eingestuft, die Erzieher im Umland in dagegen nur in die Tarifgruppe S 8a, das entspricht je nach Berufserfahrung einem Unterschied zwischen 56 und 448 Euro.

Rathaus rechtfertigt höhere Bezahlung

Rathaussprecherin Susanne Stroppe rechtfertigt die höhere Bezahlung der Kita-Erzieher in Hannover mit den Sozialstrukturdaten der Stadt. Es liege das Tarifmerkmal einer „besonders schwierigen fachlichen Tätigkeit“ vor, erläutert Stroppe. Berücksichtigt werde der hohe Anteil der Kinder Alleinerziehender, von Hartz-IV-Empfängern, von langzeitarbeitslosen Eltern, von Eltern mit Migrationshintergrund sowie der Anteil von Kindern mit erheblichen Erziehungsschwierigkeiten. Es werde außerdem anerkannt, dass die Arbeit mit vielen verschiedenen Nationalitäten, Sprachen und Kulturen das Tarifmerkmal der besonders schwierigen fachlichen Tätigkeit erfüllt, sagt die Sprecherin.

Grundsätzliche müsse Hannover wie jeder andere Arbeitgeber um Fachkräfte werben, betont Stroppe. Wichtig dabei sei unter anderem das Bereitstellen attraktiver Rahmenbedingungen wie Familienfreundlichkeit, Gesundheitsangebote und sichere Arbeitsplätze sowie eine attraktiven Bezahlung.

Lesen Sie auch hier: Stadtverwaltung fehlen Erzieher und Ingenieure

Von Mathias Klein

26.04.2019
23.04.2019