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Stadt Hannover Das müssen Hannoveraner über Erdbeeren wissen
Aus der Region Stadt Hannover Das müssen Hannoveraner über Erdbeeren wissen
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15:35 08.06.2019
Erdbeeren gehören zu den Lieblingsfrüchten der Deutschen. Quelle: Franson
Hannover

Hans-Hermann Fricke beugt sich über eine Erdbeerpflanze auf seinem Feld, pflückt eine pralle Frucht der Sorte Corona und teilt sie in der Mitte. „Sie ist innen leicht rot. Dann hat sie ihren besten Geschmack“, sagt er und beißt zu. Mag ja sein, aber ein Pflücker kann ja nicht jede Erdbeere aufschneiden, bevor er sie in den Korb legt. Fricke hat auch dafür einen Tipp: „Die Beere muss glänzen, ihre oberen Kelchblätter am Stängelansatz sollten noch hoch stehen und nicht an der Frucht anliegen“, erklärt er.

Fakten rund um die Erdbeere. Quelle: HAZ

Fricke weiß solche Dinge von Berufs wegen. Vor mehr als 35 Jahren hat der 60-jährige Landwirt aus dem Ronnenberger Ortsteil Ihme-Roloven mit dem Anbau von Erdbeeren begonnen. Es ist ein Familienbetrieb, Vater Hans-Hermann Fricke senior und Sohn Johann-Friedrich mit seiner Frau Ulrike kümmern sich ebenfalls um Felder und das Erdbeercafé, das an den Feldern an der Kreisstraße zwischen Ronnenberg und Hemmingen-Devese liegt.

Fotostrecke: Hier können Sie in der Region selbst pflücken:

Saison hat sich auch in Deutschland verlängert

Früher war der Juni der klassische Erdbeermonat, die Saison lief dann bis Mitte Juli. Längst aber sind Erdbeeren das ganze Jahr über verfügbar, weil Supermärkte Ware etwa aus Spanien importieren. Davon halten die Frickes überhaupt nichts: „Es sind Weichfrüchte, die nicht über Tausende Kilometer transportiert werden sollten“, kritisieren sie. Am besten schmeckten sie, wenn zwischen Ernte und Verzehr nicht mehr als ein Tag liegt.

Fakten rund um die Erdbeere. Quelle: HAZ

Die Zeiten haben sich aber auch in Deutschland gewandelt. Dank neuer Sorten und Anbau unter Folie, Vlies oder im Folientunnel beginnt die Zeit für heimische Erdbeeren Anfang Mai und endet erst Ende Juli – aus einem Monat sind mittlerweile drei geworden. Zwischen 2011 und 2018 hat sich die Fläche im sogenannten geschützten Anbau nach Angaben des statistischen Bundesamtes verfünffacht und liegt mittlerweile bei einem Anteil von 12 Prozent an der Gesamtfläche. Auch in Niedersachsen zeigt sich der Trend. 31.000 Tonnen Erdbeeren sind 2018 geerntet worden, davon 2300 Tonnen von Feldern unter Schutzabdeckungen.

Die frühe Cleri und die späte Malwina

„Wenn ein Kollege damit anfängt, machen alle mit“, erklärt Hans-Hermann Fricke. Neun Sorten baut der Betrieb auf zehn Hektar Fläche an, das meiste davon liegt im Freien. Die frühen Erdbeeren heißen Cleri, Flair und Honeyoe, dann kommen in der Hochsaison die drei mittleren Sorten Corona, Renaissance und Faith und schließlich noch Florence, El Santa und Malwina. „Alle haben sie ihre eigenen Geschmacksnuancen“, sagt der Landwirt.

Drei Generationen Frickes beschäftigen sich seit mehr als 35 Jahren mit Erdbeeren Johann-Friedrich Fricke (30), Hans-Hermann Fricke senior (89) und Hans-Hermann Fricke junior (60) Quelle: Franson

1. Tiefes Einpflanzen der Erdbeergewächse. Zu hohes Einpflanzen birgt die Gefahr des Vertrocknens.

2. Austausch der Pflanzen im Zweijahrestakt. Die Früchte werden von Jahr zu Jahr kleiner.

3. Unterlegen von Stroh im Frühjahr. Die Erdbeeren sind so vor Unkraut geschützt und liegen schmutzfrei.

4. Anpflanzen dreier Sorten – früh-, mittel- und spätreifende Gewächse. So hat man den ganzen Sommer über frische Erdbeeren.

5. Pflücken und nicht reißen, legen und nicht schmeißen. Erdbeeren müssen bei der Ernte sorgsam behandelt werden, um länger zu halten.

Während Hans-Hermann und Johann-Friedrich Fricke erzählen, blicken sie immer wieder auf die Wetter-App im Smartphone und zum Himmel, wo sich aus Richtung Deister gerade dunkle Wolken heranschieben und es dann auch bald tröpfelt. Eine Kindergartengruppe aus Ronnenberg mit ihren Betreuerinnen, die sich gerade noch auf der Plantage vergnügt hat, tritt den geordneten Rückzug an.

Selbstpflücken ist Freizeittrend

Trotz Folien und Tunnel: „Erdbeeranbau ist Glücksspiel unter freiem Himmel, bei dem das Wetter die entscheidende Rolle spielt“, betonen die Frickes. Kräftige Gewitterschauer, Hagel oder späte Fröste sind Gift für die Pflanze, sie können ganze Ernten vernichten. Zu viel Wärme, vor allem schwüle Wärme, muss aber auch nicht sein, weil dann die Früchte mehr oder minder auf einen Schlag reif werden. Eine Pflanze trägt 20 bis 25 von ihnen. Die Landwirte schätzen es, wenn sie nacheinander ihren Idealzustand erreichen – den mit Glanz und hochstehenden Kelchblättern.

Fakten rund um die Erdbeere. Quelle: HAZ

Wie viele andere Betriebe bieten die Frickes das Selbstpflücken an. Auch da hat sich etwas gewandelt, der Anteil am Gesamtverkauf ist zurückgegangen. „Früher haben die Leute riesige Mengen gepflückt, manchmal ganze Wannen voll, um Marmelade für ein ganzes Jahr zu einzukochen“, erinnert sich Fricke. Heute sei das nicht mehr so, aber es kommen wieder mehr Pflücker. Ein Ausflug zum Erdbeerfeld liegt im Freizeittrend, außerdem legen die Leute Wert auf frische Ware aus der Region.

Video: Besuch auf dem Erdbeerhof Laatzen-Gleidingen kurz vor Saisonstart:

Keller ist besser als Kühlschrank

Die Ihme-Rolovener setzen ausschließlich auf Direktvermarktung. Neben der Selbstpflücke zählen dazu der Verkaufsstand am Feld und das Erdbeercafé am nahen See, einer früheren Tonkuhle. Es öffnet täglich um 14 Uhr und hat sich mit seinen 80 Plätzen zu einem regionalen Besuchermagnet entwickelt. Im Angebot ist alles, was man aus den Früchten machen kann: Kuchen, Waffeln, Eis, Schorle, Milch. Oder besser gesagt: fast alles. Eine klassische Bowle fehlt, weil das Café keine Lizenz für Alkoholausschank hat.

Fakten rund um die Erdbeere. Quelle: HAZ

Und noch ein Tipp des Erdbeerfachmanns. „Die Erdbeeren im Korb nicht in den Kühlschrank stellen. Besser aufgehoben sind sie im Keller“, rät er. Am besten aufgehoben sind allerdings, wenn man sie gar nicht liegen lässt, sondern gleich isst.

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