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Stadt Hannover So sehen verborgene Orte in Hannover aus
Aus der Region Stadt Hannover So sehen verborgene Orte in Hannover aus
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20:00 08.09.2019
In der Waterloosäule erklimmen Besucher am Tag des offenen Denkmals 190 Stufen. Quelle: Conrad von Meding
Hannover

Fast jeden Tag fährt Suli Rücker mit dem Rad am Kesselhaus der früheren Bettfedernfabrik Werner und Ehlers vorbei. Jetzt weiß die Lindenerin endlich, was sich in dem alten Ziegelbau verbirgt. Zum Tag des offenen Denkmals 2019 stellt die Initiative zum Erhalt der alten Anlage das Kesselhaus mit Führungen vor.

Das Kesselhaus – ein Denkmal für Industriegeschichte

Von Staub, Dreck, Lärm und Explosionsgefahr erzählt Peter Hoffmann-Schoenborn von der Faust-Stiftung, auf deren Gelände das historische Industriedenkmal steht. Die Besucher sind mit ihm in die erste Etage gestiegen, wo neben ihnen ein mächtiger Metalltrichter zur Decke ragt. In der Mitte des Raums steht der ummauerte Kessel, in dem ein mächtiges Feuer Dampfdruck in Wassertrommeln erzeugte.

„Das war Adrenalin pur“: Auch das Kesselhaus der früheren Bettenfedernfabrik und des heutigen Faust-Komplexes war für Besucher geöffnet. Quelle: Rainer Dröse (Archiv)

 

„Eine gefährliche Geschichte. Das war Adrenalin pur“, meint Hoffmann-Schoenborn. Die Kohle polterte als große Steinbrocken durch den Trichter, bevor das Brecherwerk daneben sie zerkleinerte. Mit dem Wasserdampf betrieb die Fabrik ihre Maschinen zur Aufbereitung von Bettfedern. „Linden entwickelte sich damals zur Industriestadt mit 90.000 Einwohnern. Es stand Fabrik an Fabrik an Fabrik.“ Doch wo die Menschen damals arbeiteten, ist heute nicht mehr sichtbar. Das Kesselhaus ist fast der einzige Überrest der Lindener Industriegeschichte. „Ich war mir nicht bewusst, wie hart die Menschen hier früher gearbeitet haben“, sagt Suli Rücker.

Werkstatt der Klosterkammer enthüllt Geheimnisse

Restauratorin Kirsten Schröder zeigt in den Werkstätten der Klosterkammer Hannover, wie sie alte Stoffe untersucht. Quelle: Tim Schaarschmidt

Rund 12.000 Kunstobjekte bewahrt die Klosterkammer Hannover in ihrem Besitz – von kleinen Münzen bis zu großen Altären. Die Werkstätten, in denen spezialisierte Restauratoren sich um den Erhalt von Messgeschirr, Möbeln und Urkunden kümmern, sind sonst nicht öffentlich zugänglich. Doch Sonntag erklärt Restauratorin Kirsten Schröder, wie sie im Labor Prozessionsfahnen aus dem Kloster Lüne untersucht hat. „Sie hingen vorher zwischen Glasrahmen im Altarraum. Das hat ihnen nicht gutgetan.“

Schimmelpilz hatte den kostbaren Stoff befallen. Anhand winziger abgebröckelter Proben testete Schröder die Farben mit chemischen Methoden. Vermeidliches Silber entpuppte sich als das besser haltbare Zinn. Doch sollte die rote Farbe tatsächlich das wertvolle Zinnober sein, das früher mit Gold aufgewogen wurde? Schröder konnte dies nachweisen.

„Bevor wir restaurieren, müssen wir das Material kennen, damit wir richtig damit umgehen“, erklärt die Expertin. „Es ist spannend zu sehen, wie viel Aufwand und Sorgfalt notwendig sind, diese Dinge für zukünftige Generationen zu erhalten“, meint Besucher Peter von Wussow.

Johanna (5) hat mit Pascal Lenhard von „Brickmonster“ die Klosterkammer aus Lego nach. Quelle: Tim Schaarschmidt

WaterloosäuleHannover von oben

Großen Andrang gibt es an der Waterloosäule. 190 Stufen müssen die Besucher im Inneren der Säule besteigen, um danach eine besonders gute Aussicht über die Stadt zu genießen. Allein die Wendeltreppe ist sehenswert – und bleibt meist sonst im Verborgenen.

Wegen der Beschränkung auf nur zehn Gäste pro Aufstieg mussten viele Besucher enttäuscht wieder gehen - trotz insgesamt 13 halbstündigen Aufstiegen. Für etliche ist der Besuch auf der Plattform mit Kindheitserinnerungen verknüpft. Erwin Bode (79) aus der List etwa war vor 60 Jahren schon mal hier. „Ich wollte immer wieder mal hoch, aber es ging ja nie“, sagt der Rentner und staunt, wie sich Hannover aus der Vogelperspektive verändert hat.

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