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Stadt Hannover Bus, Rad, Moia oder E-Scooter? So kommt man schnell und günstig zum Maschseefest
Aus der Region Stadt Hannover Bus, Rad, Moia oder E-Scooter? So kommt man schnell und günstig zum Maschseefest
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21:02 08.08.2019
Wie geht’s am schnellsten zum Maschseefest? Vielleicht mit dem Mobike? Quelle: Samantha Franson
Hannover

Bus, Fahrrad, Taxi, E-Scooter oder einfach zu Fuß – wie kommt man besonders schnell und günstig zum Maschseefest, wenn man zum Beispiel eine Verabredung hat und spät dran ist? Wie geht es am besten in einer Gruppe? Und welche Anreisemöglichkeit ist besonders flexibel? Die HAZ hat den Test gemacht und ausprobiert, welches Fortbewegungsmittel besonders gut und günstig zum Fest führt. Der Versuchsaufbau: Ein Wochentag zwischen 17 und 19 Uhr. Mit dem Kröpcke als Startpunkt wollen wir zum Geibeltreff am Ostufer kommen.

E-Scooter: Roller, wo bist du?

Bereits kurz nach ihrer Einführung sind die Elektroroller heiß begehrt, viele Menschen sind in der Stadt mit ihnen unterwegs. Das wird zu meinem Problem: In der App des Anbieters Tier mache ich mich am Kröpcke auf die Suche nach einem fahrbaren Untersatz. Doch in unmittelbarer Umgebung wird nichts angezeigt, also gehe ich gut 400 Meter in Richtung Ernst-August-Platz zum nächsten Exemplar. Auf halber Strecke verschwindet es von der virtuellen Karte. Roller, wo bist du? Ein anderer Nutzer war wohl schneller als ich. Ich muss fast zehn Minuten zurück in Richtung Karmarschstraße laufen, wo mir der nächste Roller angezeigt wird – hoffend, dass ihn mir niemand vor der Nase wegschnappt.

Mit dem E-Scooter zum Maschseefest: Das geht schnell – wenn man denn einen Roller findet. Quelle: Samantha Franson

Tatsächlich klappt es diesmal. Mit der App buche ich den Roller und los geht’s. Da ich keine Lust habe, den Roller durch die Fußgängerzone zu schieben, fahre ich durch die Georgstraße entlang der Oper. Am Aegi biege ich erst auf den Friedrichswall, dann vor dem Neuen Rathaus auf die Willy-Brandt-Allee ab, parallel zum Maschpark. Am Sprengel-Museum fahre ich auf den provisorischen Radweg – in den Feierabendverkehr entlang des Rudolf-von-Bennigsen-Ufers traue ich mich mit dem 20-km/h-Gefährt nicht. Nach exakt zehn Minuten Fahrt bin ich am Geibeltreff und bezahle 2,50 Euro.

Fazit: Die Route mit dem E-Roller zurückzulegen ist einfach und macht Spaß. Ob einem die relativ kurze Fahrt 2,50 Euro wert ist, muss jeder selbst entscheiden. Problematischer ist die Suche nach einem verfügbaren Scooter in der City: Gut 15 Minuten bin ich umhergelaufen. Hätte ich mit drei oder mehr Leuten jeweils einen Roller gesucht – das wäre eine abendfüllende Beschäftigung der nervigen Sorte geworden.

Taxi: Gut, aber nicht günstig

Ich fahre so gut wie nie Taxi, schon gar nicht nüchtern, so wie jetzt. In Bezug aufs Maschseefest sagt der Taxifahrer, als ich in seinen Wagen steige: „Die meisten lassen sich eher vom Fest zurückfahren, wenn sie etwas getrunken haben.“ Im Feierabendverkehr aufs Fest zu fahren ist eine bequeme, aber auch nervige Angelegenheit. Wir nehmen jede rote Ampel mit. Währenddessen läuft das Taxameter. Als wir am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer entlangfahren, bitte ich den Fahrer, mich auf dem NDR-Parkplatz rauszulassen. Während andere Maschseefest-Besucher auf der Suche nach einer Parklücke umherschleichen, bin ich schon auf der Festmeile. Zuvor habe ich dem Fahrer 9,40 Euro gezahlt. Geld, dass ich unter normalen Umständen nicht zahlen würde. Außer vielleicht auf dem Rückweg.

Bequemer geht’s nicht – günstiger schon: Mit dem Taxi zum Maschsee. Quelle: Samantha Franson

Fazit: Klar, Taxi fahren ist komfortabel, schnell – und man spart sich die lästige Parkplatzsuche. Wer sich die Rechnung mit mehreren Personen teilt, kommt mit ein paar Euro davon.

Mobike: Trotz kleiner Macken schnell ans Ziel

Flexibel, günstig, schnell – was könnte sich da besser anbieten als ein Fahrrad? Ich teste den Anbieter Mobike, dessen orangene Räder man überall in der Stadt sieht. Da ich die App noch nicht nutze, muss ich mich erst einmal anmelden. Das ist unkompliziert, als Bezahlmethoden bietet mir der Fahrradverleih allerdings nur Kreditkarte oder den Sofortbezahldienst Klarna an. Wer bei Letzterem nicht angemeldet ist und – so wie ich – seine Kreditkarte nicht immer dabei hat, kommt ins Straucheln.

Endlich ist das Konto eröffnet, und ich muss mich entscheiden, ob ich es mit 5, 10 oder 20 Euro auflade. Die Suche des Mobikes ist einfach. Mit der App werden mir zahlreiche Räder rund um den Kröpcke angezeigt. Doch meine ersten beiden Versuche erweisen sich als Reinfall. „Entschuldigung, dieses Fahrrad benötigt eine Wartung, bitte nutze ein anderes“, wird mir in der App angezeigt. Beim dritten Rad klappt es – doch fünf Minuten hat die Suche gedauert.

Auch wenn die Mobikes technisch nicht das Nonplusultra sind, komme ich damit in rund zehn Minuten ans Ziel und habe gerade einmal 1 Euro bezahlt, den man pro halbe Stunde aufbringen muss. Allerdings habe ich ja trotzdem 5 Euro auf das Konto laden müssen.

Mit dem Mobike geht es schnell und unkompliziert zum Maschsee. Quelle: Samantha Franson

Abstellen kann ich das Rad fast überall – wenige Parkverbotzonen hat Mobike eingerichtet, die mir in der App angezeigt werden. An der Geibelstraße angekommen, fällt mir auf, dass der Ständer abgebrochen ist. Ich lehne das Rad daher an einen Zaun.

Fazit: Mit dem Mobike kommt man schnell und bequem ans Ziel. Nutzt man das Rad öfter, lohnt sich auch die Aufladung des Kontos – für eine einmalige Nutzung bezahlt man zu viel. Da das Rad überall abgestellt werden kann, muss man sich keine Sorgen um einen Stellplatz machen. Größere Gruppen könnten allerdings Probleme haben, genügend fahrtüchtige Räder zu finden.

Mit dem eigenen Rad bliebe einem die Suche am Kröpcke erspart. Dafür muss am Maschsee ein geeigneter Platz zum Abstellen gefunden werden. Die Veranstalter haben Zäune aufgestellt, wo das eigene Rad angeschlossen werden kann – clevere Idee. Auch die Radwege wurden gut eingeteilt, so dass man keinen Gegenverkehr fürchten muss. Wenn es allerdings spät wird und man vielleicht nicht mehr mit dem Rad nach Hause fahren möchte, muss man selbst entscheiden, ob das Gefährt am Maschsee über Nacht stehen bleiben soll.

Zu Fuß: Die Stimmung schon vor dem Fest einfangen

Nicht warten, nicht suchen – zu Fuß kann ich einfach loslaufen und alles, was mich aufhält, ist die Ampel am Aegidientorplatz. 25 Minuten brauche ich in einem gemütlichen Tempo. Das ist zwar nicht schnell, aber es kostet mich auch nichts.

Zu Fuß geht es nicht so schnell voran – 25 Minuten braucht man in einem gemütlichen Tempo vom Kröpcke bis zum Maschseefest. Quelle: Samantha Franson

Auch andere Festbesucher haben sich für diese Variante entscheiden und schlendern fröhlich die Straßen entlang. Viele sind in größeren Gruppen unterwegs, und so kann ich die Stimmung schon vor dem Fest einfangen.

Fazit: Zu Fuß ist man nicht schnell, aber stressfrei unterwegs. Wenn die Verabredung allerdings bereits am Maschsee wartet, bietet sich ein fahrbarer Untersatz eher an, um zeitnah ans Ziel zu kommen.

Bus: Mit der Sonderlinie schnell ans Ziel

Für die Anreise zum Maschseefest hat die Üstra extra eine Sonderbuslinie eingerichtet, die Besucher bequem zum Fest und von Location zu Location bringen soll. An der Haltestelle Kröpcke muss ich fünf Minuten warten, bis der Bus mit der Nummer 267 kommt – montags bis donnerstags fährt er nur alle 15 Minuten. (Alle Zeiten finden Sie hier.) Mit mir steigen viele andere Maschseefestgäste ein, und ich kann erahnen, wie voll der Bus am Abend oder am Wochenende sein muss.

In zehn Minuten an der Geibelstraße: Der Bus zum See ist eine bequeme Angelegenheit. Quelle: Manuel Behrens

Die Fahrt geht sehr schnell, weil der Bus fast überall eigene Spuren hat und so nicht vom Berufsverkehr aufgehalten wird. In nur 10 Minuten bin ich an der Geibelstraße. Für ein Standardticket zahlen Fahrgäste 2,80 Euro.

Fazit: Mit der Sonderbuslinie kommen Festbesucher schnell ans Ziel, und auch der Rückweg wird mit der Linie zum Kinderspiel. Einzig der begrenzte Platz – gerade für größere Gruppen – könnte besonders abends und am Wochenende zum Problem werden.

Moia: Günstig, aber nicht so schnell

Die preiswerte Alternative zum Taxi ist eine Fahrt mit dem Moia. Da wir als Startpunkt für den Test Kröpcke vereinbart haben, muss ich zunächst fünf Minuten zur Haltestelle laufen. Die ist an der Kreuzung Karmarschstraße/Osterstraße. Dafür kommt am frühen Abend alle paar Minuten einer der Kleinbusse vorbei. Es geht los. Sein Bus sei zum Maschseefest immer voll, berichtet der Fahrer. Bis zum Aegidientorplatz läuft der Verkehr noch halbwegs flüssig. Dann stehen wir allerdings an jeder Ampel im dichten Feierabendverkehr.

Mit dem Moia zum Maschseefest – das dauert im Feierabendverkehr länger. Quelle: Lisa Neugebauer

Und das dauert: Moia fährt im Gegensatz zum Taxi feste Strecken ab. Es geht über den Aegi auf die Hildesheimer Straße und schließlich auf den Altenbekener Damm, wo der Bus kurz vor dem Ufer hält. 15 Minuten hat die Fahrt gedauert. Für mich allein hätte ich um diese Zeit 4,14 Euro bezahlt, da wir zu zweit unterwegs waren, kostete die Fahrt 6,21. Vom Altenbekener Damm sind es knapp fünf Minuten zu Fuß zum Geibeltreff.

Fazit: Moia ist eine günstige und gemütliche Alternative zum Taxi. Vor allem in größeren Gruppen lohnt sich die Fahrt.

Auto: Chaos in der Südstadt

Mit dem Auto will ich aus Linden-Mitte testweise zum Geibeltreff fahren. Die Südstadt ist erfahrungsgemäß auch ohne Maschseefest zugeparkt. Deswegen versuche ich mein Glück mit der neuen App Nunav: Die ist Routenplaner und zeigt zudem freie Parkplätze – angeblich. Als Ziel gebe ich das Maschseefest ein. Die App schickt mich humorlos zum Schützenplatz. Ja, hier sind jede Menge Plätze frei. Parken kostet hier allerdings 4 Euro – und ich bin ziemlich weit von meinem Ziel, dem Geibeltreff, entfernt.

Das macht keinen Spaß: Mit dem Auto einen Parkplatz suchen – das dauert und ist müßig. Quelle: Samantha Franson

Also fahre ich weiter, um einen Parkplatz möglichst in der Nähe des Ostufers zu finden. In dem Moment, als ich mit dem Auto von der Hildesheimer Straße auf die Geibelstraße steuere, starte ich die Stoppuhr. Je näher ich dem Seeufer komme, desto chaotischer wird der Anblick: Autos stehen vor Einfahrten, jeder Meter ist mit Pkw-Blech ausgefüllt. Ich drehe eine Runde durch die Nebenstraßen – das gleiche Bild. Ich versuche es am Altenbekener Damm. Hier sind sogar die Grünstreifen zugeparkt. Jetzt verstehe ich, warum mir die App den Schützenplatz vorschlägt: Es gibt keinen Parkplatz.

Nach 8,5 Minuten komme ich in der Orli-Wald-Allee zum Stehen. Zu Fuß, so zeigt mir mein Routenplaner an, sind es von hier 1,5 Kilometer zum Geibeltreff – rund 15 Minuten Fußmarsch.

Fazit: Nicht zu empfehlen.

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