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Stadt Hannover Taxifahrer klagen gegen Kündigung
Aus der Region Stadt Hannover Taxifahrer klagen gegen Kündigung
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00:22 17.08.2014
Von Veronika Thomas
Mit dem Taxi zum Arbeitsgericht: Regina Ulas (v. li.), Frank Winsemann und Christian Schulze.
Mit dem Taxi zum Arbeitsgericht: Regina Ulas (v. li.), Frank Winsemann und Christian Schulze. Quelle: Michael Wallmueller
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Hannover

„Wir sind der Meinung, dass der Betrieb weiterlaufen muss“, sagte Winsemann. „Aber wenn wir jetzt nicht dagegen klagen, wird die Kündigung zum Jahresende nach drei Wochen wirksam.“

Dass sich nicht alle 65 Kollegen dagegen zur Wehr setzen, begründet der Taxifahrer mit der Urlaubszeit. „Einige Kollegen sind im Urlaub, mache haben aber sicher auch Angst, dadurch überhaupt keine Chance mehr auf Arbeit zu haben.“ Die Taxifahrer sind sauer, dass der Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN), der die Taxiunternehmer vertritt, viel zu spät auf die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro pro Stunde reagiert hat. Erst nach der Verabschiedung des Gesetzes im Juli habe der Verband seine Satzung geändert, um den Weg für Tarifverhandlungen frei zu machen. „Das hätten die Unternehmer schon viel eher haben können“, sagt Christian Schulze, der seit 2011 für Mein Taxi 43 43 43 fährt.

Die Fahrer befürworten den Mindestlohn, allerdings mit einer Übergangsfrist, erklärt Winsemann. Der 47-Jährige sorgt sich vor allem um seine älteren Kollegen. „Bei uns ist der Altersdurchschnitt ziemlich hoch, viele sind Ende 50 und älter.“ Sollte sich keine Regelung finden, stünden viele ohne Perspektive da. Auch von einer drastischen Reduzierung der 650 Taxilizenzen um 200, die jetzt ins Spiel gebracht wird, halten die gekündigten Fahrer nichts. „Danach gibt es nicht nur 200 Jobs in der Stadt weniger, sondern viel mehr“, argumentiert Schulze. Weil die Taxen zumeist rund um die Uhr im Einsatz seien, wären mindestens 400 Arbeitsplätze in Gefahr.

„Wir haben auch eine soziale Verantwortung“, gibt Winsemann zu bedenken. „Wir führen viele Krankentransporte für Ärzte durch. Wir fahren Patienten zur Dialyse, zur Strahlentherapie oder zu ambulanten Operationen.“ Dafür erhielten sie von den Krankenkassen aber nur Festpreise, die unterhalb der regulären Taxitarife lägen. Und ihre Kollegin Regina Ulas fragt sich, was die Stadt zur CeBIT machen will, wenn es 200 Taxen weniger gäbe.

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