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Stadt Hannover Dickens lässt grüßen: Auch Hannover hat seine Weihnachtsgeschichte
Aus der Region Stadt Hannover Dickens lässt grüßen: Auch Hannover hat seine Weihnachtsgeschichte
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22:25 13.12.2019
Sieht nach Happy End aus: „Eine hannoversche Weihnachtsgeschichte“ im Theater am Aegi. Quelle: Theater am Aegi
Hannover

Der griesgrämige alte Geschäftsmann Eberhardt Knauser aus Hannover liebt es, Geld zu verdienen und hasst Weihnachten. Garstig lehnt er die Einladung zum Weihnachtsessen bei seinem Neffen Fritz ab. Dass sein unterbezahlter Angestellter Robert Schreiber an Heiligabend um einen früheren Feierabend bittet, kann er nicht verstehen. Die Sternsinger vor seinem Haus verscheucht er und schickt die Spendensammlerin fort. Allein und verbittert geht er an Heiligabend früh zu Bett.

Dickens bekommt hannoversches Lokalkolorit

Da fühlt sich doch sicher jeder an Ebenezer Scrooge erinnert, den Charles Dickens in seiner berühmten „Weihnachtsgeschichte“ als Misanthropen ersann, der am Ende doch noch weihnachtlich bekehrt wird. Und richtig: Die Grundhandlung von Dickens’ Werk wurde von Daniela Karp ins Hannover des Jahres 1850 versetzt und mit einigem Lokalkolorit versehen. Humorvoll, mit kindgerechten Dialogen und eingedeutschten Klassikern von Weihnachtsliedern wie „Jingle Bells“ hat die Inszenierung von Florian Battermann am Freitag Weihnachtsstimmung im Theater am Aegi verbreitet. Rund 800 Zuschauer – darunter viele Familien – waren am Freitagnachmittag zu der nur einmal gezeigten Aufführung gekommen.

Geisterstunde in Ost-Peine

Und wie einst Scrooge muss auch Griesgram Knauser lernen umzudenken: In der Nacht wird er vom Geist seines verstorbenen Geschäftspartners Jakob Raffke heimgesucht. „Ich trage die Ketten, die ich mir im Leben selbst geschmiedet habe“, warnt ihn der Geist. Ihm blühe ein ähnliches Schicksal, wenn er sich nicht ändere. Drei weitere Gespenster erscheinen dem hartherzigen Greis noch darüber hinaus. Da führt der Geist der vergangenen Weihnachten Knauser in seine Kindheit nach Ost-Peine und zu seiner ehemaligen Verlobten zurück. Der zweite Geist der gegenwärtigen Weihnacht gewährt ihm einen Einblick ins Leben seines Angestellten Schreiber, der einen schwerkranken Sohn hat. Und zuletzt gibt ihm der Geist der zukünftigen Weihnacht einen Ausblick auf das, was Knauser droht, sollte er so weitermachen wie bisher.

Schauspieler übernehmen mehrere Rollen

Am Ende – das ist klar – ist auch Hannovers Scrooge zum besseren Menschen geworden. All das bringt das lediglich fünfköpfige Ensemble kurzweilig und unterhaltsam auf die Aegi-Bühne. Die Darsteller haben zum Teil gleich mehrere Rollen zu verkörpern. Da ist Sebastian Teichner sowohl Angestellter Schreiber als auch Geist der Vergangenheit, Andreas Wert verkörpert den Neffen Fritz und den Geist der Gegenwart, Sonja Wiggert hat gleich alle weiblichen Rollen übernommen, und Susanne Strecker gibt den kleinen Jungen und den Geist der zukünftigen Weihnacht. Michael Kehr spielt dagegen allein die Hauptrolle des Griesgrams Knauser. Dem Publikum hat es gefallen: „Es war kurzweilig und passt gut zur Weihnachtszeit“, sagte etwa Zuschauerin Anette Austen nach der Vorführung.

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