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Stadt Hannover Hannover verpasst Weltrekord im Bocksprung
Aus der Region Stadt Hannover Hannover verpasst Weltrekord im Bocksprung
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22:48 07.06.2015
Von Simon Benne
Ein paar hundert Teilnehmer haben für den Weltrekord gefehlt – aber den Deutschen Rekord hält nun Hannover. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Tatsächlich kamen am Rande des Thementags Sport dort viele Bockspringer zusammen: Die jungen Damen vom Cheerleaderverein legten für fünf Minuten die Pompons aus der Hand, Sambatänzerin Naturesa in ihrem knappen Kostüm trat ebenso zum kollektiven Bockspringen an wie Handballer Timo Kastening und Ruder-Europameisterin Marie-Catherine Arnold. Am Ende herrschte fröhliches Chaos auf der Wiese – aber auch ein wenig Enttäuschung: Nur 288 Teilnehmer hatten laut offizieller Zählung mitgemacht. „Für den Weltrekord hat es nicht ganz gereicht“, sagte Olaf Kuchenbecker vom Rekordinstitut für Deutschland (RID). Sein Trost: Die Teilnehmer hatten immerhin einen deutschen Rekord aufgestellt. „Dafür hätten schon 250 Bockspringer gereicht.“

Hunderte von Sportlern machten am Sonnabend den Thementag Sport zum bunten Happening: Kinder lernten auf dem Trammplatz beim Zirkusverein Circo das Jonglieren, Hannover 96 lud gleich nebenan zum Krökeln ein, und Sambatänzerinnen in farbenprächtigen Kostümen zauberten Karnevalsstimmung vors Rathaus: „Das passt zum Wetter“, sagte Tänzerin Mariana da Silva mit Blick zum blauen Himmel.

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Im Rathaus sorgten Experten und engagierte Laien unterdessen dafür, dass zu den körperlichen Klimmzügen auch geistige kamen: Als Teil des Stadtdialogs „Mein Hannover 2030“ machten sie sich Gedanken darüber, wie sich die Sportstadt Hannover in den kommenden Jahren entwickeln soll. In Arbeitsgruppen sprachen sich beispielsweise Senioren für den Ausbau von Mehrgenerationen-Angeboten im Sport aus. Kinder wünschten sich mehr Kletterbäume, andere Teilnehmer regten den Aufbau eines Trimm-dich-Pfads mitten in der Stadt an – mit Boxsäcken an Ampeln und einem Trampolin an Bushaltestellen.     

Hannover hat viele Sportstätten, viel Grün und viel Wasser“, lobte der Mannheimer Sportentwicklungsplaner Professor Robin Kähler die Stadt. Allerdings sei das Interesse an Mannschaftssportarten allerorten rückläufig; es gebe eine Tendenz zur Individualisierung: „Das Thema der Zukunft wird die Bewegung sein – nicht so sehr die klassischen Sportarten“, sagte Kähler. Er plädierte dafür, mehr Freiräume für Jugendliche zu schaffen, in denen diese auf eigene Faust skaten oder Inliner fahren können. Und er mahnte angesichts des Trends zur Ganztagsschule eine stärkere Zusammenarbeit von Stadt, Vereinen und Schulen an: „Da hat Hannover gegenüber anderen Städten noch Nachholbedarf.“

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