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Stadt Hannover Vorderhaus wird nicht vor 2023 saniert
Aus der Region Stadt Hannover Vorderhaus wird nicht vor 2023 saniert
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00:18 02.02.2019
Der Umbau des Vorderhauses des Treffpunkts Allerwegs lässt noch länger auf sich warten. Quelle: Margret Jans-Lottmann
Linden-Süd

Schlechte Nachricht für den Treffpunkt Allerweg: Auf eine Sanierung des Vorderhauses müssen die Nutzer mindestens weitere fünf Jahre warten. Die Stadt bestätigte auf Anfrage, dass das Projekt frühestens nach dem Jahr 2023 realisiert werden kann. Denn im aktuell laufenden Investitionspaket für Bauvorhaben ist der mit 4 Millionen Euro veranschlagte, seit Langem geplante Umbau des Vorderhauses nicht enthalten. „Wir befürchten nun, dass das Geld ganz verloren geht und sich niemand mehr an Zusagen erinnert“, sagt Carsten Tech vom Quartiersmanagement Linden-Süd. Er schließt nicht aus, dass die Nutzer Proteste organisieren.

Schon lange üben sich die internationalen Gruppen und Initiativen in Geduld. Der Sanierungsbedarf des Gebäudes, in dem auch viele Angebote der Stadtteilkulturarbeit laufen, ist grundsätzlich von der Stadt anerkannt. Im sogenannten Investitionsmemorandum, das sich über insgesamt zehn Jahre erstreckt und stadtweite Projekte umfasst, waren für einen Umbau denn auch die 4 Millionen Euro eingesetzt worden. Allerdings wurde nicht festgelegt, wann das Geld fließen sollte. Nun stellt sich heraus, dass in der jetzt beginnenden Tranche für die Jahre 2019 bis 2023 das Vorderhaus außen vor geblieben ist.

Gruppen sind enttäuscht

„Es ist sehr schade, dass all die Gruppen und Initiativen, die die Angebote hier nutzen, von der Verwaltung so alleine gelassen werden“, kritisiert Tech. Diese Form der offenen Arbeit sei stets auch soziale Arbeit, betont er. Sie leide aber unter chronischem Platzmangel. So müssten immer wieder Veranstaltungen in andere Einrichtungen im Stadtteil verlegt werden. Dabei hatte die Stadt bereits 2015 ein Konzept vorgelegt, wie die Zukunft des Treffpunkt Allerwegs aussehen könnte. Demnach könnte das Vorderhaus zum vielfältigen soziokulturellen Zentrum ausgebaut werden, in dem auch die Jugendeinrichtungen aus dem Stadtteil einen dauerhaften Platz hätten.

Derzeit deutet nichts darauf hin. Weil der freie Träger des bisher im Vorderhaus ansässigen Jugendtreffs Villa Anna das Angebot an dem Standort personell nicht aufrechterhalten konnte, musste der Treff schließen. Laut Stadt wird nun eine stärkere Kooperation mit dem Jugendzentrum in der Posthornstraße in Linden-Mitte angestrebt. Auch ein Austausch mit dem Jugendtreff Elisenstraße in Linden-Nord sei vereinbart worden, teilt Stadtsprecher Dennis Dix mit. Zudem verweist die Stadt auf ein am Allerweg ansässiges Angebot der Caritas, das etwa Hausaufgabenhilfe und Freizeitaktivitäten für Schulkinder anbietet.

„Das hilft nicht weiter“, sagt Tech dazu. Die Jugendlichen, die bisher in die Villa Anna gekommen sind, seien kaum dazu zu bewegen, andere Standorte aufzusuchen. „Die personellen Kapazitäten müssen eigentlich am Allerweg gebündelt werden.“ Zumal dort laut städtischem Konzept ja ein Stadtteilzentrum mit Schwerpunkt in der Kinder- und Jugendarbeit entstehen solle. Daher wachse die Skepsis, ob die Stadt ihre Pläne noch weiterverfolge. Die Verwaltung erklärt dazu: „Neue Formen der verbindlichen Zusammenarbeit werden durch die Konzentration der Einrichtungen angestrebt.“ Ein konkreter Zeitpunkt wird nicht genannt.

Jugendliche randalieren auf Hinterhof

Am Treffpunkt Allerweg gibt es Probleme mit randalierenden Jugendlichen, die sich im Hinterhof aufhalten. Sie gehörten nicht zu den Nutzern des Treffs, betont Quartiersmanager Carten Tech. Die jungen Leute tränken Alkohol, pöbelten und hinterließen ihren Müll auf dem Gelände. „Uns wurde auch schon ein Feuerlöscher geklaut“, sagt Tech. Die Besucher des Treffs seien verunsichert. Doch offenbar bekomme die Stadt die Lage nicht in den Griff. Tech meint, es würde helfen, die seit Längerem vakante Hausmeisterstelle im Allerweg wiederzubesetzen. Die Stadt erklärt, dass sie bereits Mitarbeiter des Ordnungsdienstes geschickt habe, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Eine „pädagogische Ansprache“ hätten die jungen Leute verweigert. Nun werde auch geprüft, ob ein Platzverweis oder ein Hausverbot erwirkt werden kann. Zudem sei den Nutzern des Allerwegs geraten worden, die Polizei einzuschalten. jk

Im Hinterhaus des Treffpunkts Allerweg geht es unterdessen voran. Im Februar beginnt der Umbau zu einem Familienzentrum mit zwei Kindergarten- und anderthalb Hortgruppen, auf den die Beteiligten ebenfalls viele Jahre warten mussten. Im Sommer 2020 ist die Eröffnung geplant.

Kein Platz fürs Kulturfest

Das Platzproblem im Vorderhaus ist damit nicht gelöst: Erst jüngst musste die Veranstaltung „Kultour“, für die alle Gruppen des Vorderhauses ein internationales Programm gestaltet hatten, ins Freizeitheim Linden verlegt werden. Um die 150 Gäste unterzubringen, die sich an einer zehnköpfigen afrikanischen Trommelgruppe, einer indischen Band, bulgarischen Tänzern und vielen anderen Darbietungen erfreuten, war am Allerweg kein Platz.

Kommentar: Eine unendliche Geschichte

Die Geschichte des Treffpunkts Allerweg scheint zu einer unendlichen zu werden. Mehr als zehn Jahre haben die Gruppen und Initiativen, die die Einrichtung in Linden-Süd nutzen, bereits darauf gewartet, dass die lange angekündigten Sanierungs- und Umbaupläne für die wichtige Anlaufstelle im Stadtteil in Angriff genommen werden. Zumindest ein Schritt in diese Richtung ist nun gemacht: Die immer wieder vertagten Bauarbeiten im Hinterhaus sollen demnächst starten. Ein Familienzentrum mit Kita wird dort entstehen. Darüber können sich die künftigen Nutzer freuen.

Doch die Freude wird gleich wieder getrübt: Der ebenfalls seit Langem vorgesehene Umbau des Vorderhauses zu einem Stadtteilzentrum, in dem sowohl die Kultur- als auch die Kinder- und Jugendarbeit einen festen Platz haben, ist jetzt in noch weitere Ferne gerückt. In den kommenden fünf Jahren jedenfalls wird hier nichts passieren. Das hat die Stadt klargestellt. Im stadtweiten Sondertopf für städtische Gebäude ist nicht genug Geld für alle Wünsche – und darum müssen die Nutzer des Allerweg-Vorderhauses weiter warten. Es ist merkwürdig, dass die Stadt bereits vor fast vier Jahren Ideen und Pläne hatte, die eine langfristige Perspektive für den gesamten Treffpunkt Allerweg aufzeigen, aber die Umsetzung ebendieser Pläne immer wieder von der Verwaltung aufgeschoben wird. Es drängt sich die Frage auf, ob das Projekt Allerweg in seiner Gänze überhaupt noch gewollt ist. Das sollten die Stadtteilpolitiker schnellstmöglich klären.

Von Juliane Kaune

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