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Stadt Hannover Trickbetrüger nutzen Angst vor Flüchtlingen aus
Aus der Region Stadt Hannover Trickbetrüger nutzen Angst vor Flüchtlingen aus
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19:50 10.01.2017
Von Tobias Morchner
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

In der Region sind derzeit Trickbetrüger unterwegs, die sich bei ihren Beutezügen als Polizisten ausgeben. Allein am Dienstag wurden der Polizeidirektion Hannover zehn Fälle aus verschiedenen Stadtteilen gemeldet. Dabei nutzen die Täter neuerdings auch die in Teilen der Bevölkerung herrschende Angst vor Flüchtlingen für ihre Zwecke aus.

Gegen 9.30 Uhr klingelte das Telefon einer 71-Jährigen in der Südstadt. Der Mann am anderen Ende der Leitung stellte sich als Polizeibeamter vor. „Dann berichtete er meiner Bekannten von drei festgenommenen syrischen Flüchtlingen“, sagt eine Zeugin im Gespräch mit der HAZ. Die drei Männer, so der Anrufer, hätten die Kontodaten und die PIN-Nummer der 71-Jährigen bei sich gehabt. Aus diesem Grund werde die Polizei einen Beamten als Personenschutz zur Wohnung der Frau schicken, erklärte der falsche Polizist.

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Das ausgeguckte Opfer reagierte allerdings anders, als es die Trickbetrüger vermutlich erwartet hatten. Statt dem Vorschlag zuzustimmen und den angeblichen Personenschützer in ihre Wohnung zu lassen, stellte die Frau so viele Nachfragen, bis der Anrufer schließlich entnervt auflegte. Anschließend informierte sie die Polizei. Auf den Namen der 71-Jährigen waren die Täter offenbar durch einen Blick ins Telefonbuch gekommen. Dort suchen sie gezielt nach älteren Vornamen und rufen dann nacheinander die potenziellen Opfer an.    

Betrugsversuch in der List, Linden und Langenhagen

Am Dienstag registrierte die Polizei Betrugsversuche auch in der List, Linden und Langenhagen. Die Anrufer meldeten sich wahlweise als Beamte der Polizei Waterloostraße, als Ermittler der Polizei Berlin, als Kriminalpolizei oder auch als LKA Wolfsburg. Die echten Ermittler gehen davon aus, dass alle zehn Fälle einer Betrügerbande zuzuordnen sind. Neunmal gingen die Täter mit ihrer Masche leer aus. Nur eine 77-Jährige aus Kleefeld fiel auf den Trick herein. Gegen 12.30 Uhr sprach ein Mann die Seniorin auf der Straße an, gab sich als Polizist aus und zeigte einen gefälschten Dienstausweis. Bei der 77-Jährigen sei eingebrochen worden, erklärte der falsche Beamte. Nun müsse er in die Wohnung des angeblichen Opfers, um den Schaden zu begutachten. Die Seniorin stimmte zu, der Täter durchsuchte ihre Wohnung und nahm dabei wertvollen Schmuck mit. Die Höhe des Schadens steht noch nicht fest. Auch eine Beschreibung des Täters liegt noch nicht vor.

Im Zweifel bei der 110 anrufen

Die Polizei rät dringend, am Telefon keine Angaben über Vermögensverhältnisse, Kontoverbindungen oder persönliche Daten zu machen. „Überprüfen Sie Dienstausweise sorgfältig und fragen im Zweifel in Ihrer örtlichen Dienststelle nach“, warnt die Behörde. Bei der geringsten Unsicherheit bei einem Anruf eines mutmaßlichen Polizisten sollten Betroffene ohne zu zögern die Notrufnummer der richtigen Polizei, die 110, wählen.

Andreas Schinkel 10.01.2017
Mathias Klein 13.01.2017