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Stadt Hannover Tui muss Alternativflug für 2838 Euro zahlen
Aus der Region Stadt Hannover Tui muss Alternativflug für 2838 Euro zahlen
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07:05 25.01.2017
Von Michael Zgoll
Verspätung nicht hinnehmbar: Die Tui muss den Ersatzflug zahlen. Quelle: Julian Stratenschulte
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Hannover

Wird der Rückflug aus dem Urlaubsort in die Heimat um einen Tag verschoben, weil die Maschine nicht abheben kann, haben Reisende das Recht, sich selbst um einen Alternativflug zu kümmern. Wenn dieser dann 2838 Euro kostet - so ein jüngst am Amtsgericht Hannover gesprochenes Urteil -, muss der Reiseveranstalter diesen Preis bezahlen. Dies gilt insbesondere dann, wenn drei Familienmitglieder berufstätig sind und am Montag wieder an ihrem Arbeitsplatz erscheinen müssen.

Ein Ehepaar mit zwei Töchtern hatte im Herbst 2014 einen achttägigen Urlaub auf den Malediven verbracht. Der Rückflug war für einen Sonntag geplant. Doch dann wurde den Tui-Kunden mitgeteilt, dass ihr Flug ins Wasser fällt. Ein Rückflug von Malé nach Frankfurt sei frühestens am darauf folgenden Montag möglich, hieß es. Doch da die Eheleute und eine erwachsene Tochter am Folgetag wieder arbeiten mussten, forschten sie auf eigene Faust nach einer Maschine, die sie noch am Sonntag nach Deutschland bringen könnte. Bei der Airline Emirates wurde die Familie fündig, landete am Sonntagabend pünktlich in Frankfurt.

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Die Tui wollte den Ersatzflug mit Emirates nicht bezahlen. Es sei dem Reiseveranstalter nicht gelungen, rechtzeitig eine alternative Maschine zu buchen, stattdessen habe man am Sonntag den Transport in ein Hotel organisiert und Zimmer bis zum Abflug am Montag gebucht. Doch das war für Amtsrichterin Simone Lenz kein Grund, die Klage der Familie abzuweisen. Deren Selbsthilfe sei zulässig gewesen, um einem erkennbaren Mangel abzuhelfen; die Urlauber hätten keineswegs eine Verspätung von 24 Stunden hinnehmen müssen. Wie sich herausstellte, so Lenz, habe es am ursprünglich vorgesehenen Tag doch noch einen Rückflug gegeben - und eine Hotelübernachtung sei kein Ersatz für eine pünktliche Heimreise.

Tobias Morchner 27.01.2017
Andreas Schinkel 27.01.2017