Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadt Hannover Üstra-Bahnen erhalten Warnsystem
Aus der Region Stadt Hannover Üstra-Bahnen erhalten Warnsystem
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 07.01.2015
Von Bernd Haase
Mit einem Warnsystem will die Üstra Kollisionen vermeiden. Quelle: dpa/Archiv
Anzeige
Hannover

Seit Anfang 2014 war ein mit entsprechenden Radar- und Videosensoren bestücktes Fahrzeug unterwegs; demnächst sollen zehn weitere hinzukommen. „Wir erhoffen uns langfristig, dass die Zahl der Unfälle mit schlimmen Folgen sinkt“, sagt Unternehmenssprecher Udo Iwannek.

Zwar haben sich die allgemeinen Unfallzahlen mit Beteiligung von Stadtbahnen in den vergangenen Jahren halbiert, aber dies gilt nicht für Fälle, in denen Tote oder Schwerverletzte zu beklagen waren. 2014 sind in Hannover sechs Menschen gestorben, nachdem sie von einer Stadtbahn erfasst worden waren.

Anzeige

Das vom Bosch-Konzern entwickelte Warnsystem wird in ähnlicher Form bereits in Lastwagen eingebaut. Es besteht aus der Kombination eines Video- und eines Radarsensors mit einer Recheneinheit. Erfasst werden dabei sowohl Hindernisse im Gleisbereich - etwa Menschen, die die Schienen überqueren - als auch Positionen und Geschwindigkeiten von Lastwagen, Personenwagen und Bussen in der Umgebung. Erkennt die Anlage eine potenziell gefährliche Situation, wird der Stadtbahnfahrer durch ein akustisches Signal gewarnt. Nachdem sich Ende 2013 und Anfang 2014 in rascher Folge drei tödliche Unfälle in Hannovers Stadtbahnnetz ereignet hatten, entschied sich die Üstra für den Feldversuch. Ein weiterer läuft in Frankfurt. Nach Angaben von Bosch sind erste Resultate ermutigend. 2015 will der Konzern die Serienproduktion des Systems aufnehmen.

„Die Anlage hat funktioniert“, sagt Iwannek. Allerdings sei es auch zu Fehlalarmen gekommen. Um diese so weit wie möglich auszuschließen, wollen die Ingenieure von Bosch die Steuerungssoftware des Systems verbessern. Iwannek betont aber, dass selbst eine optimierte Technik keinen völligen Schutz für Passanten bietet, wenn diese aus Leichtsinn oder Unachtsamkeit plötzlich vor einer heranfahrenden Stadtbahn auf die Gleise laufen: „Dann ist allein schon der Bremsweg zu lang, um einen Zusammenstoß zu verhindern.“

Sicherheitstechnisch rüstet die Üstra noch an anderen Stellen nach. In Vahrenwald wurde in der Nähe der Haltestelle am Großen Kolonnenweg eine quietschgelbe Warnmarkierung auf einem Überweg angebracht. Die soll Passanten warnen - unter anderem solche, die sich eher für ihr Smartphone interessieren als für eine fahrende Bahn. Auch hierbei handelt es sich zunächst um einen Test.

Ihre neuen Stadtbahnzüge vom Typ TW 3000, die nun ab April 2015 fahren sollen, hat die Üstra an der Frontpartie mit einem weicheren Material als üblich ausstatten lassen. Das kann zwar keine Zusammenstöße vermeiden, aber möglicherweise deren Folgen.

Stadt Hannover Fahrt von Sarstedt nach Linden - Betrunkener 17-Jähriger stiehlt Auto
Jörn Kießler 07.01.2015
04.01.2015
04.01.2015